Huber: Autobauer erpressen Zulieferer

IG-Metall-Vize Berthold Huber © Foto: dpa

Die Gewerkschaften sorgen sich um die Existenz der Zulieferfirmen der deutschen Autohersteller. Diese würden ihre Kosten massiv auf ihre Geschäftspartner abwälzen, so IG-Metall-Vize Berthold Huber.

Die Gewerkschaften der deutschen Autobranche haben einen überzogenen Preisdruck großer Hersteller auf Zulieferfirmen angeprangert. «Hier wird Marktmacht zur Erpressung eingesetzt», sagte der zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, am Donnerstag auf einer gemeinsamen Konferenz mit der IG Bergbau, Chemie, Energie in Berlin. Ein massives Überwälzen von Kosten auf Zulieferer gefährde langfristig die Qualität, was auch Rückrufaktionen zeigten. Damit Zulieferer Wachstumschancen nutzen könnten, müsse «Ausplünderungen» durch Finanzinvestoren ein Riegel vorgeschoben werden. Obergrenzen für den CO2-Ausstoß in der EU müssten je nach Fahrzeugklassen und nicht einheitlich gelten. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) kündigte an, die Umwelttechnik stärker in den Fokus zu rücken.

Alarmzeichen mehren sich

Huber nannte es ein Alarmzeichen, dass 2006 erstmals seit langem auch die Beschäftigtenzahl bei Auto-Zulieferern leicht zurückgegangen sei, die laut Statistik bei rund 321.000 liege. Zur Stärkung der oft kleinen und mittelgroßen Unternehmen sei es auch notwendig, ihre Finanzierungsgrundlagen zu verbessern. Die Bildung von Eigenkapital müsse steuerlich gefördert werden. Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz von Fahrzeugen seien bei Herstellern wie Zulieferern noch nicht ausgeschöpft. (dpa)