GM hält Opel von USA und China fern

Magna macht in Rüsselsheim Tempo

GM hält Opel von USA und China fern
GM-Europachef Carl-Peter Forster (r.) und Magna-Co-Chef Siegfried Wolf © Foto: dpa

Magna will die Übernahme von Opel bis Ende September abschließen. Derweil sorgt das Kleingedruckte der Vereinbarung von Magna mit GM für etwas Ernüchterung: Die ungeliebte Ex-Mutter schob Opel einen Riegel vor wichtigen Märkten vor.

Bei der Rettung von Opel macht der neue Investor Magna Druck: Ende September erwartet der österreichisch-kanadische Zulieferer den Vertragsabschluss zur Übernahme des deutschen Autobauers. Offene Fragen sollten in den kommenden vier bis fünf Wochen geklärt werden, sagte der Co-Vorstandsvorsitzende von Magna, Siegfried Wolf, am Mittwoch nach einer Betriebsversammlung in Rüsselsheim. Der Opel-Betriebsrat schloss einen Rückzug des Zulieferers von den Übernahmeverhandlungen aus. Nach den bisher bekannten Plänen von Magna wird GM an dem neuen europäischen Autobauer 35 Prozent halten.

Derweil bleiben Opel der US-Markt sowie China auch nach dem Rückzug der insolventen US-Konzernmutter General Motors (GM) vorerst versperrt. Magna als potenzieller neuer Opel-Investor habe GM dies zusagen müssen, erklärte Magna-Chef Frank Stronach laut amerikanischen Medien im kanadischen Ottawa. «Die Vereinbarung mit GM verbietet uns Opel-Verkäufe in den USA.» Dies gelte zunächst auch für China, wo Opel bislang von GM nur mit kleinem Händlernetz geduldet wurde.

Opel-Betriebsrat: Langfristig auch in USA und China

Nach den Plänen des Betriebsrats soll Opel mittelfristig hingegen weltweit Autos verkaufen. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz zeigte zwar Verständnis, dass GM Opel zunächst weiterhin nicht in Nordamerika dulde, weil das insolvente Unternehmen vier Marken «vom Netz nehmen und Zehntausende Arbeitsplätze» abbauen müsse. «Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen», betonte Franz.

Dasselbe gelte auch für Asien. «Die Marke Opel wird am Ende des Tages eine globale Marke sein auf allen Märkten in dieser Welt», sagte er. Das Thema müsse innerhalb der kommenden fünf Jahre auf den Tisch. Auch Stronach sagte laut US-Wirtschaftsagentur Bloomberg, er könne sich eine Änderung der Abmachung vorstellen, wenn es für GM sinnvoll sei. «Ich glaube sehr, dass man einige Dinge immer ändern kann, wenn man mit einem guten Vorschlag kommt, der für alle sinnvoll ist.»

Opel hatte stets beklagt, als Teil von GM seine Autos nur in begrenztem Umfang unter der Konzernmarke Saturn auf dem großen US-Markt verkaufen zu können. GM hatte zu Wochenbeginn Insolvenz angemeldet. Magna soll mit russischen Partnern - der Sberbank und dem Autohersteller Gaz - die Mehrheit bei Opel übernehmen. Ziel des neuen europäischen Autobauers nach dem Einstieg ist es laut Betriebsrat, mittelfristig weltweit zwei Millionen Einheiten zu verkaufen. Der Unternehmenssitz soll in Rüsselsheim sein.

Gaz bekommt Altlast nicht los

Der marode russische Autobauer und potenzielle Opel-Partner Gaz hat derweil Schwierigkeiten beim Verkauf seiner bislang einzigen ausländischen Beteiligung. Die Veräußerung des britischen Nutzfahrzeugherstellers LDV an das malaysische Unternehmen Weststar sei geplatzt, berichtete die Moskauer Tageszeitung «Kommersant». Grund dafür sei nach britischen Medienberichten die Weigerung der Regierung in London, LDV finanziell zu unterstützen. Damit stehe LDV vor der Pleite.

Die vom Oligarchen Oleg Deripaska kontrollierte Gaz-Gruppe ist stark verschuldet und musste die Produktion in den vergangenen Monaten deutlich zurückfahren. Das Unternehmen soll mit seinem Vertriebsnetz für Opel zum Türöffner in Russland werden. (dpa)

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