GAT bringt Gabriels Filter-Lösung ins Wanken

GAT bringt Gabriels Filter-Lösung ins Wanken
Einbau eines Rußpartikelfilters © Foto: dpa

Das unter dem Verdacht der Urkundenfälschung stehende Rußpartikelfilter-Unternehmen GAT hat die Konkurrenz angegriffen. «Jeder steckt seinen Claim ab. Ich weiß nicht, ob die Mitbewerber immer lautere Methoden anwenden», sagte GAT-Sprecher Thomas Kappler der Autogazette.

Von Thomas Flehmer

Im Skandal um nutzlose Rußpartikel-Filter nimmt die Diskussion an Schärfe zu. Das unter dem Verdacht der Urkundenfälschung stehende Unternehmen GAT sieht sich frei von jeder Schuld und greift die Konkurrenten an. «Das eigentliche Geschäft mit Rußpartikel-Filtern wird erst noch kommen. Jeder steckt seinen Claim ab. Ich weiß nicht, ob das immer lautere Methoden sind», sagt GAT-Pressesprecher Thomas Kappler am Mittwoch der Autogazette.

«Spenden in sechsstelliger Höhe»

Denn bisher seien erst 200.000 von geschätzten neun Millionen Fahrzeugen mit einer Nachrüstlösung ausgestattet, so die Rechnung von Kappler. Der Zeitpunkt für die Ermittlungen der Essener Staatsanwaltschaft bei dem in Gladbeck ansässigen Unternehmen sei laut Kappler «nicht zufällig». Kappler vermutet eine Intrige der Konkurrenten Twin Tec und HJS, die auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) auf die Spur gebracht hätten.

Die DUH hatte in der vergangenen Woche vor dem Verwaltungsgericht Dessau Recht auf Akteneinsicht von Prüfergebnissen des Umweltbundesamtes erhalten. In der Autogazette hatte Gerd Rosenkranz, Leiter Politik und Presse der DUH, gesagt, dass der DUH Erkenntnisse vorlägen, dass die Firma GAT Prüfergebnisse manipuliert habe. «Wir wussten, dass die DUH nicht in eigner Sache handelt», sagt Kappler, «sondern durch Spenden von Twin Tec und HJS in sechsstelliger Höhe motiviert wurde.»

Gutes Gewissen

Den Ermittlungen sieht das Unternehmen deshalb gelassen entgegen. «Unser Anwalt hat Akteneinsicht beantragt, damit wir das Ganze verifizieren können. Wir haben aber ein gutes Gewissen und gehen davon aus, dass bald Klarheit herrscht.»

Zugleich betonte Kappler, dass lediglich einem von insgesamt zwölf angebotenen Filtersystemen die Arbeitserlaubnis (ABE) durch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) entzogen wurden. «Die anderen ABEs haben wir von uns aus löschen lassen.»

Kostenloser Filter nur gegen eigenes Produkt

Gleichzeitig brachte Kappler die von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel am Mittwoch vorgestellte Lösung zum Austausch von defekten Filtern kräftig ins Wanken. Die Vereinbarung besagt, dass jedem der rund 40.000 Kunden mit einem nutzlosen Filter kostenfrei ein neuer, funktionierender Filter eingesetzt werden soll. Die anfallenden Kosten sollten sich Werkstätten und Händler von GAT bezahlen lassen, notfalls bis zu deren Insolvenz.

Während der SPD-Politiker davon ausgeht, dass die Filter durch Konkurrenzangebote ersetzt werden, stellte Kappler klar, dass GAT Anfang kommenden Jahres mit einem funktionierenden Produkt auf den Markt komme. «Und es ist ganz klar, dass der kostenlose Austausch nur dann erfolgen kann, wenn der GAT-Kunde ein funktionierendes, neues GAT-Produkt eingebaut bekomme. Sollte ein anderes Produkt gewünscht werden, würden dem Kunden natürlich Kosten anfallen.»

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