Daihatsu und Suzuki auf dem Vormarsch

Kindchenschema und ein bisschen Retro: Der Daihatsu Trevis soll vor allem Frauen locken © Foto: Werk

Daihatsu oder Suzuki, eigentlich Hersteller aus der zweiten Reihe, machen der Konkurrenz vor, wie man Autos verkauft. Und besonders Suzuki hat sich für die kommenden Jahre viel vorgenommen.

Von Stefan Grundhoff

Es ist noch nicht lange her, da hatten viele Autofahrer nur ein müdes Lächeln übrig für Hersteller wie Suzuki, Daihatsu oder SsangYong. Suzuki zum Beispiel, die in den Neunziger Jahren fast nur durch die Produktion von Zweirädern und Bootsmotoren von sich reden machten, hat seine Modellpalette innerhalb kürzester Zeit auf Vordermann gebracht.

100 neue Händler gesucht

Längst blickt keiner mehr zurück auf den vergilbten Spaßmacher Suzuki LJ 80 Anfang der Achtziger. Denn die Zuwachsraten der aktuellen Fahrzeugreihen sind fast schon beängstigend. Modelle wie Swift, SX4 und Grand Vitara geben Suzuki zuletzt einen Schub auf rund 30.000 verkaufte Autos in diesem Jahr. Im Vergleich zum bereits guten Jahr 2005 ist das in Deutschland nochmals eine Verbesserung um rund 13 Prozent.

International konnte Suzuki um 10 Prozent und europaweit um 15 Prozent zulegen. Und für die nächsten Jahre hat man sich nicht nur in der deutschen Zentrale in Bensheim viel vorgenommen. Mit dem unter der Konzeptbezeichnung «Splash» bekannten neuen Kleinwagen und einem Nachfolgers des ausgelaufenen Alto will sich Suzuki bis zum Jahr 2010 auf 50.000 verkaufte Fahrzeuge auf dem deutschen Markt steigern. Zeitgleich soll sich die Zahl der Suzuki-Händler von derzeit rund 450 auf 550 erhöhen. «Ich muss so lange bleiben, bis wir die Ziele erreicht haben», so Minoru Amano, seit diesem Jahr Vize-Präsident von Suzuki Automobile mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen, «sonst war es das für mich.»

Modelloffensive sorgt für Aufsehen

Auch bei Daihatsu hat man bis zum Jahr 2010 Großes vor. Der japanische Kleinwagenspezialist brachte außer dem allseits bekannten Winzling Cuore lange Zeit nicht viel auf die Beine. Ebenso wie Suzuki ist man aber seit dem intensiveren Engagement von Toyota aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht.

Dauerbrenner in aktueller Form: Suzuki Swift Foto: Werk

Daihatsu hat innerhalb kürzester Zeit ein respektables Portfolio auf die Reifen gestellt. Cuore, Trevis, Materia, der Klein-SUV Terios oder der offene Spaßmacher Copen werden allgemein anerkannt und von der Konkurrenz gefürchtet. Die Verkaufserfolge sind ebenso wie die Zuwachsraten entsprechend. Im Jahre 2005 hat Daihatsu weltweit knapp 900.000 Autos verkauft; davon allein 600.000 in Japan. Als Mitglied der Toyota Unternehmensgruppe strebt Daihatsu an, seine globale Präsenz - insbesondere im europäischen Kleinwagensegment - deutlich auszubauen. Unter dem neuen Geschäftsführer Matthias Heinz will Daihatsu gerade in Deutschland weiter nach oben und den Marktanteil von der derzeit 0,4 auf 1,0 Prozent im Jahre 2010 steigern.