Autobauer Ford prüft alle Optionen

Der neue Freelander von Land Rover © Foto: Werk

Ford schließt einen Verkauf seiner europäischen Automarken Jaguar und Land Rover nicht mehr aus. Volvo soll dagegen im Besitz des US-Autoriesen verbleiben.

Der angeschlagene amerikanische Autokonzern Ford prüft alle Optionen für seine Nobelmarken Jaguar und Land Rover. Das Unternehmen schaue sich mit seinen Beratern alle möglichen Szenarien an, sagte ein Ford-Sprecher. Firmensprecher Tom Hoyt erklärte der «Detroit News», Volvo sei nicht Teil der Stoßrichtung. Die Zeitung schrieb jedoch am Mittwoch in ihrer Onlineausgabe, führende Ford-Manager hätten zeitweise über den Verkauf der schwedischen Marke diskutiert. Über einen möglichen Verkauf der europäischen Ford-Marken sei auf einer Verwaltungsratssitzung im Vormonat gesprochen worden, schrieb die Zeitung.

Käufer gesucht

Ford habe keine Banker für einen Volvo-Verkauf angeheuert, doch habe der Autohersteller die Goldman Sachs Group und Morgan Stanley beauftragt, sich nach Käufern für Jaguar und Land Rover umzuschauen. Die Zeitung zitierte einen Analysten, der schätzte, dass Jaguar und Land Rover insgesamt acht Milliarden Dollar und Volvo sieben Milliarden Dollar bringen könnten.

Ford hatte erst im März die britische Luxusmarke Aston Martin für rund 925 Millionen Euro an ein Investorenkonsortium abgegeben. Der Autobauer hatte im vergangenen Jahr vor allem wegen des katastrophalen Geschäfts in Nordamerika und hoher Restrukturierungs- und anderer Sonderkosten einen Rekordverlust von 12,6 Milliarden Dollar verbucht.

Volvo schreibt Gewinn

Volvo, Jaguar und Land-Rover bilden die Ford-Luxuswagensparte «Premier Auto Group». Vor allem Jaguar geht es im Gegensatz zur sehr gewinnträchtigen schwedischen Autotochter Volvo seit Jahren sehr schlecht. Ford hatte erst kürzlich Medienberichte dementiert, dass man mit BMW oder einem anderen Autohersteller über einen Volvo-Verkauf diskutiere. An der Wall Street wird hingegen spekuliert, dass Finanzinvestoren oder Interessenten aus dem Nahen Osten oder Russland sich für die Edelmarken Jaguar und Land Rover interessieren könnten.

Es laufen im Sommer in der amerikanischen Automobilindustrie enorm wichtige Tarifverhandlungen mit der Automobilarbeitergewerkschaft UAW (United Auto Workers) an, bei denen Ford, General Motors und Chrysler mit Sicherheit enorme Konzessionen fordern werden. Die «Detroit News» berichtete am Mittwoch separat in ihrer Onlineausgabe, dass sich Ford bei den Tarifverhandlungen das ehrgeizige Ziel gesetzt habe, die Stundenlohn-Kosten um 30 Prozent zu kürzen, um Parität mit den in den USA operierenden Konkurrenten aus Fernost zu erreichen. Ford zahle seinen Arbeitern 71 Dollar je Stunde für Lohn sowie Betriebsrenten und Krankenversicherung. Ford wolle dies auf 50 Dollar je Stunde kürzen. (dpa)