Spurhalteassistent: Er nimmt der Gefahr den Schrecken

Die Technik erkennt, wann das Auto von der Spur abkommt und lenkt gegen. © VW

Ein Moment der Unachtsamkeit reich, schon ist es passiert: man ist von der Straße abgekommen. Doch ein Spurhalteassistent hilft, dem vorzubeugen.

Natürlich ist Aufmerksamkeit das oberste Gebot beim Autofahren. Doch auch wenn man sich noch so sehr konzentriert: Ablenkungen lauern überall, und schnell achtet man für einen kurzen Moment nicht auf die Straße. Sei es, weil man die Musik wechselt oder das Navigationsgerät bedient, weil einen ein Gespräch mit dem Beifahrer oder ein Beitrag im Radio ablenkt, oder aber weil man trotz aller Verbote doch schnell eine SMS schreibt oder am Handy seine E-Mails abruft.


Und nicht zu vergessen: Immer wieder schlägt auch der gefürchtete Sekundenschlaf zu und übermüdeten Fahrern fallen für einen kurzen Augenblick die Augen zu.

Technische Helfer sorgen für Sicherheit

Warum auch immer man abgelenkt ist: Die Gefahr dabei ist – neben einem Auffahr-Unfall – dass man möglicherweise von der Spur abkommt, in den Straßengraben fährt oder im schlimmsten Fall auch noch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Inzwischen gibt es zum Glück technische Helfer, die ein ungewolltes Ausscheren aus der eigenen Fahrspur verhindern sollen.

Anders als sogenannte Spurverlassens-Warner, die lediglich akustisch oder zum Beispiel durch ein vibrierendes Lenkrad Alarm schlagen, wenn man aus Versehen über die Fahrbahnmarkierung kommt, greifen die sogenannte Spurhalte-Assistenten aktiv ins Geschehen ein und bringen den Wagen selbstständig wieder auf den Kurs. Solche Helferlein gibt es mittlerweile sogar im Kleinwagen-Segment.

Fahrspur wird überwacht

Die Technik ist bei beiden Systemen zunächst identisch: Fortlaufend überwacht das Auto die eigene Fahrspur um ein Abdriften zu erkennen. Das funktioniert fast immer über eine Kamera an der Frontscheibe, lässt sich aber zum Beispiel auch über Infrarotsensoren am Fahrzeugboden realisieren. Das ungewollte Verlassen der Fahrspur erkennt das System daran, dass der Fahrer den Blinker nicht setzt. Wenn das passiert, greift der Spurhalte-Assistent ein: Bei Autos mit elektronischer Servolenkung lenkt das System richtig dagegen und manövriert den Wagen sanft wieder in die Fahrbahnmitte.

Der Skoda Kamiq verfügt über eine Vielzahl von Assistenzsystemen, dazu gehört auch ein Blind Spot-Assist. Foto: Skoda

Modelle, bei denen ein direkter Lenkeingriff vom Computer nicht möglich ist, behelfen sich in der Regel des Elektronischen Stabilitäts-Programm (ESP). Das erlaubt es, einzelne Räder gezielt abzubremsen. Durch das kurze Verzögern an den fahrbahninneren Rädern wird das Auto zurück in die Spur geschubst. Das ist deutlich ruppiger als ein Lenkeingriff, rüttelt den unaufmerksamen Fahrer aber auch wieder richtig wach.

Markierung richtig erkennen

Achtung: Auch wenn Spurhalter viele Unfälle verhindern können, sind sie kein Freibrief für unaufmerksames Fahren! Damit die Technik funktionieren kann, muss das System vor allem die Fahrbahnmarkierung richtig erkennen. Die meisten Fahrzeuge zeigen die Funktionstüchtigkeit des Helfers im Kombiinstrument an – solange diese Kontrollleuchte nicht erscheint, arbeitet der Assistent nicht. Doch selbst wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, erkennen die Systeme nicht jeden ungewollten Spurwechsel.

Vor allem nach mehrmaligem Eingreifen quittiert manch ein Spurhalte-Assistent den Dienst. Ihre volle Aufmerksamkeit ist also auch mit Assistent an Bord gefragt! Und keine Angst: Sollte der Computer einmal fälschlicherweise gegenlenken, können Sie ihn jederzeit mit etwas Nachdruck überstimmen. (SP-X)

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