Sparsam in den Urlaub

Hohes Einsparpotenzial bei längeren Fahrten

Überschüssiges Gewicht sollte nach der Fahrt schnell entfernt werden.
Überschüssiges Gewicht sollte nach der Fahrt schnell entfernt werden. © Ford

Die Sommerferien beginnen und die Blechlawine setzt sich in Bewegung. Autofahrer können dabei selbst dafür sorgen, dass am Zielort noch ein wenig mehr Geld im Portemonnaie vorzufinden ist.

Am Freitag startet mit Nordrhein-Westfalen das erste Bundesland in die Sommerferien. Wer mit dem Auto die Reise antritt hat es selbst im Fuß, ob am Zielort ein paar Scheine mehr im Portemonnaie verweilen. Denn trotz der technischen Vorleistungen der Autohersteller mit Downsizing, Leichtbau oder spritsparenden Systemen liegt es am Ende doch an dem oder den Verantwortlichen hinter dem Volant, wie viel Kraftstoff auf dem Weg in den Urlaub durch die Schläuche gejagt wurde. Oberste Priorität hat dabei das vorausschauende Fahren, mit dem bis zu 25 Prozent an Kraftstoff eingespart werden kann – egal ob Benzin, Diesel, Flüssig- oder Erdgas.

Stadtverkehr in hohen Gängen bewältigen

Das beginnt im Stadtverkehr, der von modernen Pkw auch schon in den höchsten Gängen bewältigt werden kann. "Moderne Pkw lassen sich im Stadtverkehr ohne zu ruckeln auch im fünften oder sechsten Gang bewegen", sagt Kraftfahrzeugexperte Hans-Ulrich Sander vom TÜV Rheinland. Selbst wenn es ruckelt, der Motor aber immer noch über der Leerlaufdrehzahl rotiert, kann der Motor kein Schaden nehmen, da man dann zwar niedertourig, aber nicht untertourig unterwegs ist. Dabei sollte darauf geachtet werden, zügig hochzuschalten oder den Anweisungen der Schaltanzeige nachzukommen. Beim Heranfahren an eine rote Ampel sollte der Fuß vom Gas genommen werden und das Auto so lange wie möglich im eingelegten Gang an die Signalanlage rollen lassen. So wird die Einspritzzufuhr unterbrochen und wieder füllen ein paar Cent das Säckel auf. Gleiches gilt bei Bergabfahrten.

Bei Automatikgetriebe empfiehlt es sich, beim Beschleunigen den Fuß kurzfristig vom Gaspedal zu nehmen, um einen Schaltvorgang einzuleiten. So genannte Stopp-Start-Systeme helfen automatisch, Kraftstoff im Stau oder beim Ampelstopp zu sparen. Ist vorhersehbar, dass der Haltevorgang länger als 15 Sekunden andauert kann bei Fahrzeugen ohne Stopp-Start auch einfach der Zündschlüssel gedreht werden. Zur Veranschaulichung: "Eine Stunde Leerlauf kostet mindestens einen Liter Kraftstoff", so Sander.

Dachboxen nach Urlaub schnell entfernen

Hohes Einsparpotenzial bei längeren Fahrten dpa

Abseits der Beschleunigung benötigen weitere Verbraucher im Auto Energie. Klimaanlage sowie Sitz- und Scheibenheizungen treiben den Kraftstoffverbrauch in die Höhe, wenn sie nicht in Maßen eingesetzt werden. Hier können unterm Strich bis zu vier Liter Mehrverbrauch auf lediglich 100 Kilometern stehen. Auf dem Weg von Berlin an die französische Atlantikküste könnten so zum Beispiel bis zu 120 Liter für Hin- und Rückreise eingespart werden.

Weitere Einsparungsmöglichkeiten ergeben sich bei der Beladung des Fahrzeugs. Weniger Gewicht bedeutet weniger Verbrauch. Deshalb sollten die Urlaubssachen am Zielort schnell ins Hotelzimmer gebracht werden. Nach der erholsamen Zeit sollten daheim schnell Fahrradträger und Dachbox in die Garage gebracht werden, um das Auto zu entlasten. Und auch der Luftdruck der Reifen sollte regelmäßig kontrolliert werden. Mit dem korrekten Druck ergibt sich ein Einsparpotenzial von bis zu zehn Prozent. Alle Maßnahmen zusammen genommen erhöhen die Möglichkeiten in der freien Zeit. (AG/TF)