Saab testet Müdigkeitswarner

In der Testphase: Müdigkeitswarner von Saab © Foto: Saab

Saab will dem sogenannten Sekundenschlaf keine Chance lassen. Während die Schweden noch nicht von einer Serienreife sprechen wollen, befindet sich Mercedes «in einer heißen Phase», sagte ein Sprecher der Autogazette.

Saab will mit einem Frühwarnsystem Autofahrer künftig vor den Folgen von Müdigkeit und Unaufmerksamkeit schützen. Beides gehört zu den Hauptursachen von Verkehrsunfällen. Laut den Versicherern ist Müdigkeit die Ursache für jeden vierten Unfall mit tödlichem Ausgang.

Augen werden beobachtet

Stellt das von Saab in der Entwicklungsphase befindliche System Müdigkeit beim Fahrer fest, wird er optisch, akustisch und durch Vibrationen im Sitz alarmiert, teilt Saab Deutschland in Rüsselsheim mit.

Mit Hilfe von Infrarot-Minikameras im Cockpit werden dabei die Augen des Fahrers beobachtet. Sobald die Augenlider eine beginnende Müdigkeit signalisieren oder der Fahrer den Blick nicht mehr auf die Straße vor ihm richtet, wird der Alarm ausgelöst. Eine Serienreife ist noch nicht absehbar. «In einer der nächsten Modellgeneration wird das System eingebaut werden. Wann das sein wird, kann jetzt noch nicht gesagt werden», sagte Saab-Sprecher Stefan Seibert der Autogazette.

Vorreiter Mercedes

Dagegen scheint sich Mercedes mit einem ähnlichen System schon auf der Zielgeraden zu befinden. «Wir sind schon relativ weit und gehen davon aus, dass wir in den nächsten Wochen offener werden», sagte Mercedes-Sprecher Matthias Brock der Autogazette. Zum jetzigen Zeitpunkt könne aber noch nichts kommuniziert werden.

Die Stuttgarter hatten vor Jahresfrist ein ähnliches Frühwarnsystem vorgestellt. Während sich Saab allein auf die Lidschläge der Augen konzentriert, ziehen die Stuttgarter weitere Faktoren zur Bewertung der Leistungsfähigkeit heran. So sollen aus Fahrverhalten, Verkehrssituation, Fahrtdauer und Tageszeit Rückschlüsse auf die Müdigkeit gezogen werden. Dafür werden Sensoren genutzt, die ohnehin im Fahrzeug vorhanden sind. Zwei bis drei Jahre hatte der Konzern bis zur Serienreife prognostiziert. (AG/dpa)