Einparken wie von Geisterhand

Das Auto parkt selbst: BMW erprobt derzeit eine neue Einparkhilfe © Foto: Werk

Assistenzsysteme entlasten den Fahrer. BMW arbeitet derzeit an einem Parkassistenten, der das Auto per Funk selbständig in enge Garagen bugsieren kann.

Von Sebastian Viehmann

In Garagen ist der Platz oft knapp: Rechts die Wand, links der Zweitwagen, vorn der Rasenmäher und hinten die Katze des Nachbarn. Da wird nicht nur das Einparkmanöver zur Nervenprobe. Auch das Aussteigen lässt sich kaum bewerkstelligen, ohne die Tür am Rauputz anzuschlagen oder beim Entlangschlängeln zwischen Wand und Garage mit dem Schlüsselbund den teuren Metallic-Lack zu zerkratzen.

Außer Rückfahrkameras und Abstandswarnern gibt es bislang keine vernünftigen Einparkhilfen auf dem Markt. Wilde Parkmanöver in drei Zügen kann auch der neue Park-Assistent nicht, den BMW zurzeit erprobt. Er dient eher dazu, den Wagen mit leichten Lenkkorrekturen gerade in die Einfahrt, die Garage oder in den Carport zu führen. Der Fahrer sitzt dabei nicht im Auto und braucht gar nicht mehr in die Garage zu gehen - er bugsiert seinen Wagen per Fernbedienung heraus. «Schatz, hast du den Wagen in die Garage gefahren? Das soll der doch gefälligst selber machen.» Kommentare dieser Art könnten nun also bald der Wirklichkeit angehören.

Elektromotor korrigiert den Kurs

Die Parkmannöver werden mit dem Funk-Zündschlüssel gestartet. Foto: press-inform

BMWs Versuchsfahrzeug, ein 7er, hat eine Videokamera auf Höhe des Innenspiegels. In der Mitte der Garagenwand ist ein Reflektor angebracht, ungefähr so groß wie ein Taschenbuch. Die Kamera wertet das reflektierte Bild aus und bestimmt so die genaue Position und Ausrichtung des Fahrzeugs. Der Einparkvorgang selbst wird mit der Zentralverriegelungstaste am Funk-Zündschlüssel aktiviert. In Schleichfahrt rollt der Wagen in seine Parkposition. Ein Elektromotor sorgt mit leichten Lenkeinschlägen dafür, dass der Kurs stimmt.

Wenn es zu eng wird, stoppt das Auto automatisch. Foto: press-inform

Sobald der Fahrer die Taste loslässt, hält das Auto an. Hindernisse registriert die Fahrzeugelektronik mit den Infrarot-Parksensoren und stoppt auch dann den Wagen automatisch. Die Spiegel klappen bei dem ganzen Manöver selbsttätig ein, um mehr Platz zu machen. Bei der Rückwärtsfahrt schaltet das System die Warnblinkanlage ein. Der Park-Assistent funktioniere auch bei abschüssigen Einfahrten, versprechen die BMW-Ingenieure. Fest steht schon mal, dass es ihn nur in Automatikfahrzeugen geben wird. Selbstständig schalten und kuppeln kann das System nicht.