Ein Auto geht ins Geld – nicht nur beim Kauf

Der Automarkt in Deutschland war im März rückläufig. Foto: dpa
Der Automarkt in Deutschland musste im März Rückschläge hinnehmen. © dpa

Autofahren ist eine teure Angelegenheit. Und das betrifft nicht nur den Preis eines Neuwagens. Auch die laufenden Kosten müssen in die Berechnung aufgenommen werden.

So gaben die Deutschen für einen Neuwagen im vergangenen Jahr durchschnittlich 30.250 Euro aus, wie die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) gerade mitteilte. Neben diesen bereits hohen Anschaffungskosten für einen Neuwagen müssen Autokäufer aber auch im Blick haben, dass sie das Auto im Alltag noch teurer kommt und richtig ins Geld gehen kann: dafür sorgen neben Treibstoffkosten auch Wartungen, Inspektionen und Versicherungen. Sie belasten allesamt die Haushaltskasse.


Viele Autofahrer versuchen daher, die regelmäßigen Kosten so gut es geht zu reduzieren. Im Folgenden werfen wir einen Blick darauf, welche Ausgaben jedoch nicht dem Sparkurs zum Opfer fallen sollten, da sie in puncto Sicherheit oder Preis-Leistungs-Verhältnis mehr bieten, als es auf den ersten Blick scheint.

Versicherungen – welche brauche ich überhaupt?

Versicherungen gehören für uns alle zum Leben dazu, allerdings sind sie für die meisten auch ein Buch mit sieben Siegeln. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland ohne Ausnahme verpflichtend. Das ist auch gut so, denn Fahrzeugunfälle lassen sich – aller Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz – nie vermeiden. Allein damit der Unfallverursacher nicht in den finanziellen Ruin getrieben wird, ist diese Versicherung sinnvoll. Wichtig ist natürlich, dass sich der Fahrer nach dem Unfall richtig verhalten hat, damit der Versicherungsschutz in vollem Umfang greift.

Als Ergänzung zur Kfz-Haftpflichtversicherung bieten Versicherungsunternehmen auch sogenannte Teilkasko- und Vollkasko-Versicherungen an. Erstere schützen vor Schäden am Fahrzeug, die nicht durch einen Unfall herbeigeführt wurden (z.B. Marderschaden). Die Vollkasko-Versicherung übernimmt überdies im Falle eines Schadens die Begleichung dessen, auch wenn der Fahrer selbst für ihn verantwortlich war.

Logischerweise fallen die Prämien für eine Teilkasko- und Vollkasko-Versicherung höher aus, als die einer „normalen“ Kfz-Haftpflichtversicherung. Allerdings sollte jeder Autobesitzer einmal einen genauen Blick auf die Mehrkosten werfen und dann die Anschaffungskosten des Wagens durch die Höhe der zusätzlichen Prämie teilen. So lässt sich ungefähr abschätzen, wie lange man schadensfrei bleiben müsste, damit sich die bessere Absicherung nicht lohnt. Die jährlichen Mehrkosten werden dann auf einmal ziemlich überschaubar.

Schutzbriefe aufmerksam prüfen

Die gleiche Rechnung lässt sich auch für Reparaturkostenversicherungen, Schutzbriefe und Mitgliedschaften in Automobilclubs durchführen. Wenn man Geld sparen möchte, sollte der Blick daher auf die gebotenen Leistungen fallen. Oft können einige Anbieter bereits ausselektiert werden, da die zusätzlichen Leistungen keinen Mehrwert bieten – es droht eine sogenannte „Überversicherung“. Mit etwas Einarbeitung lässt sich ein Versicherungspaket schnüren, das die wichtigsten Services und Kostenübernahmen zu einem angemessenen Preis sicherstellt.

Rechtsschutz – abgesichert im Streitfall

Nicht immer kann die Schuldfrage bei einem Verkehrsunfall zweifelsfrei bereits vor Ort geklärt werden. Was soll man tun, wenn die Gegenseite (zu Unrecht) auf ihrer Unschuld besteht? Das Recht einzuklagen ist möglich, aber der Ausgang kann trotzdem ungewiss sein und die Verhandlungen bringen hohe Kosten mit sich. Aus diesem Grunde ist eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll, die auf Verkehrsstreitigkeiten mit abdeckt. So treiben einen die Prozess- und Anwaltskosten nicht in finanzielle Schwierigkeiten.

Auf Seiten wie rechtsschutzversicherung-test.com kann man die vielen verschiedenen Tarife der einzelnen Anbieter gut miteinander vergleichen. Am kosteneffizientesten ist vermutlich ein Kombinationspaket, das auch andere mögliche Streitfelder (Arbeitsrecht, Zivilrecht etc.) mit abdeckt.

Die Absicherung des Fahrers im Falle eines Unfalls sollte mit einer Unfallversicherung erfolgen. Diese deckt Kosten ab, die in der Haftpflichtversicherung nicht erfasst werden (in der Regel: bleibende Schäden am eigenen Körper). Natürlich ist ein Szenario keines, mit dem man sich gerne auseinandersetzt, aber hier würde definitiv an der falschen Ecke gespart werden.

Anders sieht es mit der sogenannten Insassenunfallversicherung aus. Diese schützt die weiteren Insassen des Fahrzeugs und lässt sich sogar auf bestimmte Sitzplätze konkretisieren. Allerdings sind die Leistungen dieser Versicherung in der Regel bereits von der Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt. Die Insassenunfallversicherung schließt nur dann unter Umständen eine Lücke der Kfz-Haftpflichtversicherung, wenn der Fahrer vorsätzlich bzw. zumindest grob fahrlässig (z.B. unter Alkoholeinfluss) das Fehlverhalten forciert hat oder Fahrerflucht begangen hat.

Winterreifen oder Ganzjahresreifen?

Die Qualität und Eignung der Reifen ist ein entscheidender Faktor, der sich auch finanziell auswirkt. Schließlich hängt unter anderem der Treibstoffverbrauch davon ab, dass der Reifen zur Jahreszeit bzw. besser gesagt zur Wetterlage und zum Untergrund passt.
Sparsame Autofahrer haben sich seit langer Zeit in ihre Ganzjahresreifen verliebt. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand. Die Allrounder-Reifen müssen nicht gewechselt werden und ein zweiter Satz Reifen (der ja auch noch irgendwo eingelagert werden müsste) entfällt komplett.

Allerdings geht diese Rechnung nicht immer auf. Ganzjahresreifen verbrauchen mehr Treibstoff – nicht nur auf trockenem Untergrund. Ein Gegenargument ist jedoch, dass Winterreifen, die an trockenen Wintertagen genutzt werden, diesen Vorteil wieder zunichtemachen oder sogar überkompensieren.

Dennoch ist sicher, dass die Performance von Ganzjahresreifen bei einer extrem feuchten oder sogar verschneiten Wetterlage, deutlich unter der von Winterreifen liegt. Im Falle eines Unfalls ist man zwar auch mit Allwetterreifen in der Regel voll geschützt, allerdings wird dieser mit den Universalreifen vermutlich etwas wahrscheinlicher (wenn auch nur minimal).

Darüber hinaus ist auch zu beachten, dass sich das Profil von Ganzjahresreifen schneller abnutzt. Durch den ausbleibenden, saisonalen Wechsel, erreicht die Profiltiefe schneller den kritischen Bereich. Wer mit abgefahrenen Reifen von der Polizei erwischt wird, muss ein Bußgeld befürchten. Zudem kann die Kostenübernahme der Versicherung eingeschränkt werden, wenn die Profiltiefe unter dem Mindestwert lag.

Fazit – sparen nicht um jeden Preis

Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass eingesparte laufende PKW-Kosten schnell wieder wie ein Bumerang (und dann sogar mit erhöhter Kraft) zurückschlagen können. Viele vermeintliche Einsparpotentiale entpuppen sich damit rückwirkend als finanziell riskant. Nichtsdestotrotz sollte bedacht werden, dass die Erhöhung der Absicherung im Versicherungsbereich oft mit einer Überschneidung der Leistungen einhergeht. Hier sollte also nach Policen Ausschau gehalten werden, die sich perfekt ergänzen und so wenig wie möglich doppelt abdecken.

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