ADAC fordert mehr Duftzäune

Duftzäune können Unfälle verhindern © Foto: dpa

Der ADAC möchte die Zahl der Wildunfälle in Niedersachsen vermindern. Mit übelriechenden Zäunen könnte die Tiere von der Straße ferngehalten werden.

Der ADAC will noch mehr übelriechende Duftzäune an niedersächsischen Straßenrändern errichten, um die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren. Wie der Verkehrsclub am Montag mitteilte, gab es 2006 landesweit mehr als 27.000 Wildunfälle. Damit liegt Niedersachsen im Bundesvergleich auf dem dritten Platz nach Bayern und Nordrhein-Westfalen. In Deutschland wurden insgesamt bei 220.000 Unfällen mit Hirschen, Rehen oder Wildschweinen 2300 Mal Menschen verletzt oder getötet.

Einfaches Prinzip hält Tiere fern

Das Prinzip der Duftzäune ist einfach: Sie werden mit einem synthetisch hergestellten Parfüm geimpft, das nach Luchs, Bär, Wolf und Mensch riecht. Rehe und Wildschweine wittern Gefahr und werden so von der Fahrbahn ferngehalten. In den Landkreisen Uelzen, Soltau- Fallingbostel und Northeim sei die Zahl der Wildunfälle aufgrund von Duftzäunen um bis zu 80 Prozent zurückgegangen, hieß es.

Der ADAC kooperiert bei dem Projekt mit der Jägerschaft, der Polizei und den Straßenverkehrsbehörden der Kommunen. In Niedersachsen wurden bereits elf solcher Zäune an besonders gefährlichen Strecken aufgestellt, unter anderem auch im Raum Wolfsburg und in Celle. Sie müssten regelmäßig mit dem Parfüm neu geimpft werden, sagte Wolfgang Müller vom ADAC. Diese Aufgabe übernehmen meist Jäger oder Jagdpächter.

Duft irritiert

Der Duft ihrer Feinde irritiert die Tiere, die zunächst unsicher am Straßenrand verharren. Dadurch haben Auto- und Motorradfahrer die Chance, das Wild frühzeitig zu sehen und ihr Tempo zu drosseln. Wenn bereits ein Reh oder Hirsch auf der Straße steht, raten die Experten zu bremsen, zu hupen und gegebenenfalls abzublenden. Auf keinen Fall sollten Autofahrer dem Tier ausweichen.

Insgesamt ist die Zahl der Wildunfälle nach Angaben des Automobilclubs leicht zurückgegangen. 2006 verunglückten 202.000 Rehe bundesweit. Das waren 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. (dpa)