Tesla hat Interesse an Zulieferer ATW

Tesla-Chef Elon Musk. © dpa

Der Elektroauto-Bauer Tesla will offenbar den Zulieferer ATW aus Neuwied kaufen. Das Unternehmen wie auch der Hersteller äußerten sich dazu nicht.

Nach dem Kauf der Firma Grohmann in Prüm in der Eifel 2016 interessiert sich der kalifornische E-Autobauer Tesla für ein zweites rheinland-pfälzisches Unternehmen. Beim Bundeskartellamt hat Tesla mit dem Datum 30. September einen „Vermögenserwerb/Kontrollerwerb“ für den Neuwieder Autozulieferer ATW angemeldet, wie die Bonner Behörde am Donnerstag bestätigte.


Das Vorhaben taucht auf ihrer Internetseite in einer Liste von „laufenden Fusionskontrollverfahren“ auf. ATW und Grohmann äußerten sich nicht dazu, auch Tesla antwortete vorerst nicht auf eine Anfrage. Zuvor hatten andere Medien darüber berichtet.

ATW will Standort schließen

ATW (Assembly & Test Europe GmbH) gehört bislang dem kanadischen Hersteller ATS Automation Tooling Systems. Dieser habe vor einem Monat die Schließung des Standorts in Rheinland-Pfalz angekündigt, sagte eine ATW-Sprecherin am Donnerstag.
Der schillernde Tech-Milliardär Elon Musk, der auch in Grünheide bei Berlin eine Fabrik für Elektroautos baut, würde also Jobs beim Neuwieder Autozulieferers retten. Dieser zählt bislang Unternehmen wie BMW, Daimler und VW zu seinem Kunden.

Land begrüßt möglichen Einstieg

Der Neuwieder Oberbürgermeister Jan Einig (CDU) sagte: „Als Vertreter der Stadt würde ich mich freuen, wenn ein renommiertes, weltweit agierendes Unternehmen bei ATW einsteigen würde.“ Neuwied biete gerne seine Unterstützung an. Mit Blick auf Gespräche womöglich von Grohmann-Managern in der Stadt am Rhein ergänzte er: „Ich habe gehört, dass es bei ATW schon eine Anhäufung von Teslas gegeben hat.“ Der Standort Neuwied ergäbe für Musks Unternehmen auch Sinn für eine Kooperation mit der nur rund 100 Kilometer entfernten Tesla Grohmann Automation GmbH in Prüm, sagte Einig.

Auch die Sprecherin des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums in Mainz, Susanne Keeding, betonte, ein Einstieg des US-Autobauers bei ATW mit seinen rund 210 Beschäftigten wäre eine erfreuliche Nachricht, „die zeigt, dass Rheinland-Pfalz attraktive Firmen hat, die auch bei internationalen Unternehmen gut ankommen“. Für ATW wäre es eine neue Perspektive. (dpa)

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