Taxitest: ADAC fordert Ende des Tarifwirrwars

160 Fahrten in acht Städten

myTaxi legt Berufung ein. © ADAC

Der ADAC hat in acht Großstädten das Taxigewerbe geprüft. Bei mehr als der Hälfte der 160 Fahrten wurde ein „gut“ vergeben. Kritisiert wurden von den Testern die mehr als 800 Tarife.

Wer in Deutschland Taxi fährt, der verliert von Stadt zu Stadt schnell den Überblick über die Vielzahl von Tarifen. Die mehr als 800 Tarife im deutschen Taxigewerbe seien für den Verbraucher nur schwer zu durchschauen, urteilte der ADAC nach einem Taxitest in den acht deutschen Großstädten Berlin, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart.

So hatten bei den Testfahrten für eine sieben Kilometer lange Fahrt inklusive fünf Minuten Wartezeit und einem Gepäckstück die Preise von 16,10 Euro in Dresden bis zu 19,90 Euro in Hamburg variiert. Vor diesem Hintergrund fordert der ADAC Städte, Kommunen und die Taxiverbände auf, ihre Tarifsysteme nicht nur transparenter sondern auch einheitlich zu gestalten. Zugleich müssten die Tarifinformationen in jedem Wagen gut sichtbar für den Fahrgast ausgehängt werden.

Unterwegs auf einheitlichen Testrouten

Der ADAC hat in dem aktuellen Test 160 Taxifahrten in den Großstädten auf vordefinierten Strecken im Stadtgebiet geprüft. Dabei wurden rund ein Viertel aller Fahrten (35) mit der Note „sehr gut“ bewertet, bei mehr als der Hälfte (87) vergaben die Tester die Note „gut“, 17 Mal registrierten sie „ausreichend“, 21 Fahrten fielen mit „mangelhaft“ und „sehr mangelhaft“ durch. Am häufigsten bemängelten die Tester fehlende Hinweise auf Fahrpreistarife, Fahrerlaubnis und Anschnallpflicht. Bei fast 90 Prozent aller Fahrten waren Quittungen unvollständig ausgefüllt. Bei 16 Fahrten registrierten die Tester unnötige Umwege sowie vier Fahrtverweigerungen.

Wie der ADAC mitteilte, wurden alle Testrouten im März und April von zwei verschiedenen Testern unter der Woche zwei Mal nachts und zwei Mal tagsüber befahren. Start- und Zielpunkte waren dabei stets identisch. Die Tester waren mit Trolley und Business-Kleidung unterwegs, um den Eindruck eines ortsfremden Geschäftsreisenden zu erwecken. Dabei wurde die Fahrtstrecke mittels GPS-Gerät aufgezeichnet, um sie im Nachgang mit den von den Taxizentralen eingeholten Idealstrecken zu vergleichen. (AG)