Tankstellen sollen auch Ladestationen anbieten

Versorgungauflage im Konjunkturpaket

Zukünftig soll es an den Tankstellen auch Ladestationen wie diese bei Shell geben. © Shell

Bundesweit gibt es 14.500 Tankstellen. Mit einer Versorgungsauflage sollen die Betreiber nun dazu gebracht werden, dort auch Ladestationen für E-Autos anzubieten.

Neben Benzin und Diesel müssen alle deutschen Tankstellen künftig auch Strom für Elektroautos verkaufen. Die Einführung einer entsprechenden Versorgungsauflage hat die Bundesregierung nun im Rahmen des Konjunkturpakets beschlossen. Diese Versorgungsauflage fand sich bereit im Masterplan Ladeinfrastruktur der Bundesregierung im vergangenen Jahr. Dieser soll nun schnell umgesetzt werden.


Details sind allerdings noch weitgehend unklar: So ist in dem Papier des Koalitionsausschusses weder von der Zahl noch der Art der Ladepunkte eine Rede.

Shell und Start haben bereits Schnelllader

Für Tankstellen sehen Experten schon seit längerem eine zentrale Rolle im Aufbau der E-Auto-Infrastruktur vor. Bislang ist die Errichtung allerdings freiwillig. Unter anderem haben Shell und Star bereits erste Schnellader auf ihren Anlagen eröffnet. Die schnellen Säulen mit Ladeleistungen bis zu 100 kWh sind relativ teuer, füllen gängige E-Auto-Akkus aber im Idealfall in rund einer halben Stunde.

Die deutlich günstigere Alternative sind normale AC-Ladesäulen, an denen man mehrere Stunden warten müsste. Solche Anlagen wären allenfalls in Städten sinnvoll, wo etwa Anwohner über Nacht laden könnten. Unklar ist auch, wer die Installation zahlen soll; in Frage kommen unter anderem Tankstellenpächter, Mineralölkonzerne oder die öffentiche Hand.

Bundesweit 14.500 Tankstellen

Bundesweit existieren aktuell rund 14.500 Tankstellen. Würden alle mit mindestens einem Ladepunkt ausgerüstet, würde die Zahl der öffentlichen Stecker für E-Autos von derzeit rund 30.000 auf rund 45.000 steigen. Von dem im Klimaschutzprogramm formulierten Ziel von einer Million Ladesäulen bis 2030 wäre man allerdings weiterhin entfernt.

Die Bundesregierung plant daher parallel den intensiveren Aufbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur zum Beispiel bei Kitas, Krankenhäusern, Stadtteilzentren und Sportplätzen. Das Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2030 insgesamt bis zu zehn Millionen E-Autos auf den Straßen zu haben. Im Rahmen des 130 Milliarden Euro schweren Konjunkturpakets wurde gerade die Kaufprämie auf 6000 Euro verdoppelt, um so die Menschen zum Umstieg auf die E-Mobilität zu bewegen.

Zudem wird laut dem Koalitionspapier geprüft, ob die Errichtung von Schnellladesäulen als Dekarbonisierungsmaßnahme der Mineralölwirtschaft behandelt werden kann. Insgesamt investiert die Bundesregierung zusätzlich 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau moderner und sicherer Ladesäulen-Infrastruktur (AG/SP-X)

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