Subaru WRX STI: Mit der Kraft der wilden Jahre

Erfolgsgeschichte begann vor 25 Jahren

Subaru WRX STI . Foto: Subaru
Der Subaru WRX STI schrieb Sportgeschichte. © Subaru

Wie kein anderer Japaner steht der bis heute gebaute Subaru WRX STI für die Wucht der wilden Jahre seriennaher Rallyeautos: Mit sechs Weltmeistertiteln, Allradantrieb und soundstarkem Boxermotor schrieb er Sportgeschichte.

Eine Erfolgsstory, die jetzt nach 25 Jahren überraschend ein vorläufiges Ende findet. Während der Basis-Impreza gerade erneuert wurde, zollt der STI den Emissionsgesetzen Tribut.


Eigentlich ist der Subaru WRX STI nur ein schneller Ableger des Großseriengewächses Impreza, unterscheidet sich in der Art der Herkunft also nicht von VW Golf R oder Opel Astra OPC. Aber der durch die Motorsportdivision aufgeladene Turbo-Titan hat sich mit limitierten Sonderserien und Racing-Lorbeeren eine Legende gestrickt, die ihm einen festen Startplatz bei Konsolen-Rennspielen sichert. Dort bevorzugt mit Rädern im auffälligen goldfarbenen zehn-Speichen-Design und der leuchtenden Lackierung World Rallye Blue.

Subaru verschrieb sich Jagd nach Trophäen

Die Motorsportdivision Subaru Tecnica International (STI) hatte sich die Jagd nach Trophäen und Titeln in der Rallye-Weltmeisterschaft auf die Fahnen geschrieben, dort sollte der handliche Impreza besser reüssieren als der bis dahin gestartete große Legacy. Nebenbei hatte Subaru mit dem Impreza WRX STI den ambitionierten Sportfahrer im Blick, der für sich und seine Familie eine erschwingliche Allrad-Alternative suchte zu schnellen BMW M3, Maserati 430 oder Sportwagen wie Porsche 968 und 911. Immerhin wurde die Straßenversion des WRX STI von einem bis zu 206 kW/280 PS starken Boxermotor befeuert, der erst bei 8.000 Touren den roten Bereich touchierte.

Dieser Urgewalt des 2,0-Liter-Vierzylinders mit Vierradantrieb waren beim Sprint auf Tempo 100 nur Supersportler vom Kaliber eines Ferrari 550 Maranello gewachsen, wie ein Blick ins Datenblatt zeigt. Danach genehmigte sich der Subaru für den Standardspurt im besten Fall gerade einmal 4,4 Sekunden, für einen Viertürer mit Vierradantrieb damals unfassbar. Der blaue Rallye-Bolide stürmte die Podestplätze mit solcher Vehemenz, dass Colin McRae 1995 die Rallye-WM in Fahrer- und Konstrukteurswertung für Subaru entschied. Die Allrad-Marke bedankte sich daraufhin bei ihren Fans mit dem limitierten WRX STI 555-Modell, einer straßentauglichen Version des Weltmeisterautos.

Harmloser Impreza Sport bei Händlern

So selbstbewusst war Subaru Deutschland anfangs noch nicht. Der im hessischen Friedberg ansässige Importeur feierte die Weltmeisterschaftstitel zwar mit dem Werbeslogan „Schöne Grüße vom Rallye-Weltmeister“, in den Schauräumen der Händler stand allerdings lediglich ein harmlos motorisierter Impreza Sport. Wer Hunger auf einen Turbohammer hatte, konnte versuchen, einen von 150 Impreza GT zu ergattern. Unter dieser Tarnung verbarg sich ein WRX STI, dessen Turbo 155 kW/211 PS bereithielt.

Als sich Subaru 2008 aus dem internationalen Rallyesport zurückzog, blieb die Straßenversion des WRX STI im Angebot. Vom zivilen Impreza differenzierte sich die dritte Generation des STI vor allem durch den nachdrücklich bollernden und vorwärtsdrängenden 2,5-Liter-Boxer, dessen 221 kW/300 PS bei 250 km/h elektronisch eingebremst wurden. Zu viel Vernunft, fanden die Fans. Und so legte Subaru nach: Erst war die klassische viertürige Stufenhecklimousine wieder verfügbar mit riesigem Heckflügel und zum 2014 anstehenden vierten Modellwechsel verzichtete die Marke mit dem Sternenlogo auch auf die politisch korrekte Vmax-Limitierung. So fährt der finale STI auf freier Bahn 255 km/h, vor allem aber im engen Kurvengeschlängel schneller als andere. (SP-X)

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