Studie: Roboterautos kommen 2028

Autonom unterwegs in einem Cadillac. © Mertens

Das autonome Fahren soll ab 2028 bei Privat-Pkw Realität werden. Davon geht zumindest der „Digital Auto Report“ der Beratungsagentur PwC aus.

Danach soll es ab diesem Jahr die ersten vollautomatisiert fahrenden Privat-Pkw auf öffentlichen Straßen geben. Im Autobahnverkehr kann der Fahrer dann dauerhaft das Steuer aus den Händen lassen und sich anderen Tätigkeiten widmen; auf Landstraßen und in der Stadt ist dies dann zumindest in bestimmten Gebieten möglich.


Die PwC-Studie ist in Sachen autonomes Fahren vorsichtig optimistisch. Zuletzt hatten sich Träume von einem schnellen Siegeszug der Roboterautos zerschlagen: Noch Anfang und Mitte der 2010er-Jahre hatten einige Stimmen bereits autonome Autos für das Jahr 2025 propagiert.

Nach wie vor rechtliche Probleme

Neben rechtlichen Problemen gibt es aber weiterhin technische Schwierigkeiten und hohe Herstellungs- sowie Entwicklungskosten. Gerade letzteres könnte die Marktreife autonomer Autos verzögern, zumindest bei den Pkw-Herstellern, die auch aufgrund der Coronakrise aktuell sparen müssen.

Premiere feiert das Fahren auf dem sogenannten Autonomie-Level 4 nach Einschätzung der Experten bereits vor 2028 bei Baumaschinen, Kränen oder Transportern, die auf klar umrissenen Geländen wie Häfen oder Logistikzentren unterwegs sind. Pkw-Fahrer müssen sich bis auf weiteres mit autonomen Autos der Stufe 3 begnügen. Mit der neuen Generation der S-Klasse soll das hochautomatisierte Fahren schon im kommenden Jahr möglich sein, wenn auch zunächst nur auf Autobahnen und bis maximal Tempo 60. Ab 2025 kommen dann Modelle, die nicht nur im Stau, sondern auch bei Reisegeschwindigkeit selbstständig fahren.

Der komplett autonome Pkw der Stufe 5 ist nach Einschätzung der Experten frühestens in anderthalb Jahrzehnten zu erwarten. Dann fährt das Auto ohne jede Einschränkung und überall ohne menschlichen Eingriff.

Automated Valet Parking

Unterdessen laufen die Vorbereitungen zum Start von Automated Valet Parking (AVP) in Deutschland. Das fahrerlose Parken wird im Parkhaus P6 des Stuttgarter Flughafens im Pilotbetrieb getestet. Im Eingangsbereich abgestellt, sollen mit entsprechender Technik ausgestattete Fahrzeuge künftig per Smartphone-Befehl zu einem reservierten Parkplatz fahren.

Die Infrastrukturechnik hat Zulieferer Bosch entwickelt. Videokameras erkennen freie Parkplätze, überwachen den Fahrkorridor und dessen Umfeld und erfassen Hindernisse oder Personen. In einer im Parkhaus installierten Computerzentrale wird die Route der Fahrzeuge zum freien Parkplatz berechnet. Das System kommuniziert mit der S-Klasse von Mercedes. Die neueste Generation der Oberklasse-Limousine ist nach Unternehmensangaben das erste Serienfahrzeug mit der notwendigen Technik an Bord für einen künftigen infrastrukturbasierten AVP-Betrieb. (SP-X)

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