Smart-Chefin: Handlungsbedarf beim E-Auto

Elektromobilität

Unterentwickelte Infrastruktur © Foto: Smart

Die Ziele sind hoch gesteckt, die Unterstützung bescheiden. Smart-Chefin Annette Winkler ist mit der staatlichen Unterstützung für das Elektroauto unzufrieden.

Die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge reicht nach Ansicht von Smart-Chefin Annette Winkler bei Weitem nicht aus. "Ich rufe nicht nach finanziellen Subventionen", sagte die Daimler-Managerin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Natürlich helfe das, um die Ausbreitung von E-Mobilität zu beschleunigen, wie sich in Ländern wie Norwegen oder Frankreich zeige.

«Ein ganz wichtiges Förderungsmittel für Elektromobilität wäre, eine Haltung «für» Elektromobilität, zu schaffen», sagt Winkler. «Stellen Sie sich vor, sie bekommen freie Parkplätze, sie haben Steckdosen an den Straßenlaternen, stellen Sie sich vor, es gibt überall Ladesäulen.» So entstehe eine Kultur, «in der man merkt, das Land will die Elektromobilität wirklich.»

Widerstreitende Interessen

Der Städtetag hatte sich jüngst gegen die Idee ausgesprochen, Busspuren in den Städten für Elektroautos freizugeben. Der gemeinsame Gesetzentwurf von Verkehrs- und Umweltministerium sieht genau das vor. Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahr 2020 rund eine Million E-Autos auf die Straße zu bringen.

Aktuell gibt es nur das alte Modell des Smarts als E-Variante. Der neue Smart, der in diesem Jahr auf den Markt kommt, wird erst 2016 als E-Variante zu kaufen sein. «Es war nicht der Hauptgrund für die Entscheidung, den Elektro-Smart zu einem späteren Zeitpunkt einzuführen», sagt Winkler, «aber ein positiver Effekt könnte sein, dass der Markt dann auch reifer ist».(dpa)