Fragen an den Autopapst im November 2013

Autopapst Andreas Kessler © Autogazette

Probleme mit dem Auto? Der Motor springt nicht an? Sie wissen nicht mehr weiter? Kein Problem! Autopapst Andreas Kessler hilft Ihnen weiter. Heute dem Fahrer eines Audi A6 Avant.

Frage von Uwe Kreitz:

Hallo habe gerade erst einen Audi A6 Avant, Bj. 7/2000 gekauft. Jetzt musste ich nach kurzer Fahrtzeit feststellen, dass der Keilrippenriemen total zerfetzt ist! Habe den Wagen komplett auseinander gebaut! Und bekomme den Verlauf des Keilrippenriemens nicht hin. Auch im Internet bekomme ich keine Infos. Es ist ein Automatik Fahrzeug mit Tiptronic. Vielen Dank im Voraus Uwe Kreitz

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Uwe, wenn Du den Ersatzmultiriemen von einem Markenhersteller kaufst (Conti, Gate, Optibelt etc.), ist der Riemenverlauf auf der Packung aufgedruckt. Außerdem bist Du bei den genannten Herstellern sicher (wenn Du ein Reparaturset kaufst...), dass alle nötigen Teile dabei sind. Also: Qualität ist zwar oft etwas teurer, dafür spart man nach dem Kauf Zeit und damit Geld....

Frage von Demjanow:

Hallo, ich fahre einen Volvo S 40, Baujahr 2005, 150.505 km, Benziner, umgerüstet auf Gas. Seit Kurzem habe ich das Problem, dass das Auto ruckelt und die Abgasleuchte leuchtet, nun war ich in einer Werkstatt um das Problem beheben zu lassen. Es wurde der Fehlerspeicher ausgelesen und die Zündspule ausgetauscht, damit sollte das Problem erledigt sein meinte der Mechaniker. Heute Morgen aber wieder das gleiche Problem. Woran könnte das wohl liegen? Die Gasanlage kann es eigentlich nicht sein, da ich diese nicht mehr benutze und sie ebenfalls in der Werkstatt habe abklemmen lassen. Bitte beantworten Sie meine Anfrage, da ich als Mutter auf das Fahrzeug angewiesen bin.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Liebe Frau Demjanow, der Grund der Ruckelei sind Zündaussetzer. Das hat die Werkstatt auch erkannt, aber die Ursache nicht behoben. Nicht jeder Zündaussetzer liegt an der Zündspule oder den Zündkerzen. In Ihrem Fall tippe ich auf einen Gasschaden, z.B. ein verbranntes Ventil. Lassen Sie einen Kompressionstest machen. Wenn ein Zylinder schlechte Werte liefert, dürfte der das Ventilproblem haben. Eine Reparatur ist aber recht teuer (Zylinderkopfüberholung). Ich würde von hier aus in diesem Fall von einem wirtschaftlichen Totalschaden sprechen.

Frage von Ralf Theuerkorn:

Ich fahre einen Nissan Traveller WP11, BJ 1999 (9648-349). Der TÜV hat mich heute wegtreten lassen, da die Airbag-Kontrollleuchte nicht funktioniert. In der laienhaften Annahme, dass nur die kleine Glühlampe zu wechseln ist (eine andere, eine der LCD- Display- Beleuchtung ist auch tot) wollte ich eigentlich die Armatureneinheit selbst aus- und einbauen. Nach erster Betrachtung hab ich nun, ohne Anleitung, Skrupel, einfach loszulegen. Wo kann ich solch eine Ein-/ Ausbauanleitung bekommen, das www ist da nicht sehr ergiebig!? Ist es überhaupt sinnvoll? Wie ist der ungefähre Zeitaufwand für Profis der Werkstatt – um Kostenvoranschläge werten zu können? Alles gesetzt den Fall, es ist "nur ein Lampen- oder Kontaktproblem". Ich bin sehr dankbar für jede Hilfe, sei`s ein Link oder auch nur die Aussage, "Lass lieber die Finger davon ........." Grüße aus Dessau

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Ralf, ist Deine Suchmaschine kaputt? Da der Ausbau des Kombiinstrumentes eine Routineangelegenheit ist (auch beim Primera P11...), ist das Netz voll mit Tipps. Z.B. hier: http://www.nissanboard.de/artikel_nissan_100573_p11-tachoausbau.html
Hoffentlich ist es wirklich nur ein Lämpchen und nicht ein anderer Defekt am Airbag-System. Allerdings ist häufiger die Lampe an und geht nicht aus als umgekehrt..... Viel Erfolg wünscht Der Autopapst

Frage von Rene Küstermann:

Hallo. Ich habe an einem VW Bora 1.9 TDI, Baujahr 1999, Pumpedüse, Motorcode AJM, den Zylinderkopf ersetzt. Jetzt springt er nicht mehr an. Habe alles geprüft, alles okay. Er lief ja vorher auch super. Was kann das nur sein?? Danke

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber René, wirklich alles geprüft? Vor allem die Steuerzeiten sind gerne mal (minimal....) aus der Toleranz. Dann kann entweder die Förderpumpe im Tank oder die Tandempumpe am Zylinderkopf (oder beide....) eine Macke haben. Lies mal den Fehlerspeicher aus, irgendein Sensor (OT-Geber / Drehzahlsensor) wird wahrscheinlich defekt / korrodiert / nicht angeschlossen sein. Die Einspritzsteuerung des PD-Motors hatte auch 1999 schon einiges an Elektronik. Was genau die Ursache ist, kann ich natürlich aus der Ferne nicht sagen. Viel Erfolg wünscht Der Autopapst

Frage von Nico Langer:

Hallo, neulich musste ich bei meinem Honda Accord (CL7) eine Glühlampe wechseln lassen. Seitdem beschlägt ein Schweinwerfer ab und an. Was kann ich tun?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Hallo Nico, bau den Verschlussdeckel des Scheinwerfers noch einmal ab, mach´ die Dichtung sauber und setz den Deckel sorgfältig (!) wieder ein. Danach dürfte das Beschlagen nicht mehr auftreten....

Frage von Sven Baumeister:

Hallo, vor ein paar Tagen habe ich hinten die Bremsen gemacht, 3/4 Tage gut gefahren. Heute eine längere Fahrt gemacht, plötzlich ist beim Fahren vorne beim Bremsen ein Schaben zu hören und ein Klopfen im Bremspedal. Und dabei ein Gefühl, als wenn sich das Bremspedal immer höher nach oben schiebt und immer mehr Druck aufgebaut wird. Und die ABS-Lampe leuchtete plötzlich konstant. Haben einen Ford Escort Tunier, Baujahr 99. Was können wir tun?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Sven, nimm es mir bitte nicht übel: Was Du machst, ist lebensgefährlich! Offenbar ist bei der Selbst-Reparatur der Bremse etwas schief gelaufen, was einem Fachmann nicht passiert wäre. Ich bin ein großer Freund des Do-it-yourself, aber im Bereich Bremsen / Lenkung / Fahrerassistenzsysteme ist fehlendes Fachwissen einfach nicht zu ersetzen! Schaff´ das Auto möglichst schnell in eine Werkstatt, damit Du Dich und andere nicht in Gefahr bringst. Offenbar spricht das ABS bei jeder Bremsung an. Über die Ursachen der Bremsfehlfunktion kann ich leider nur spekulieren: Falscher Einbau der Bremsbeläge, fehlender / korrodierter Montagesatz, beim Einbau verdrehte ABS-Fühler, verschmierte Segmentscheibe etc....

Frage von Klaus-P. Großkreuz:

Hallo Hr. Keßler, ich fahre einen Opel Zafira B, 1,7 Liter, 125 PS, Baujahr 2008, und 160.000 km gefahren. Ich habe mir einen Wohnwagen zugelegt und wenn es in die Berge geht, fehlt die Leistung bzw. das Drehmoment. Meine Frage, was halten sie von Chip-Tuning, 25 PS mehr? Es wird ja überall angeboten. Es gibt da aber viele verschiedene Meinungen. Die einen sagen, es sei nicht gut für den Motor, weil er schon 160.000 km runter hat. Andere sagen, es sei gut, weil er sich nicht so quälen muss. Die Werkstätten, die das Chip-Tuning einprogrammieren, sagen sowieso, dass es gut sei. Eine kurze Meinung von ihnen würde mir bei meiner Entscheidung helfen. Vielen Dank im Voraus K.-P. Großkreuz

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Großkreuz, vergessen Sie das Chiptuning! Der Motor hätte mit einem Tuning-Chip zwar tatsächlich mehr Leistung, aber nur kurz. Immerhin hat er bereits 160.000 km auf der Uhr, und der Motor hat nur 1,7 Liter Hubraum. Das würde er nicht lange mitmachen, bis der Motorschaden da ist. Es spielt beim Ziehen von schweren Anhängern keine Rolle, welche Leistung ein Motor bei Nenndrehzahl hat, sondern wie hoch das Drehmoment im Drehzahlkeller ist. Ideal sind für solche Zwecke immer noch Automatikfahrzeuge mit ordentlich Bumms. In der Regel sind das großvolumige Hecktriebler. Der Zafira fällt leider so gar nicht in diese Kategorie. Vielleicht fahren Sie mal etwas anderes? 5er BMW z.B.? Und keine Angst vor dem Mehrverbrauch: Wenn Ihr Zafira gechipt wird, würde er auch ganz schön trinken....

Frage von Peter:

Hallo, fahre einen Mazda MX-5 Sportive von 2001. Im warmen Zustand quietscht das Kupplungspedal links. Was könnte das sein, da der Nehmerzylinder ja rechts in Fahrtrichtung sitzt, das Quietschen kommt aber von links. MfG Peter

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Da das Kupplungspedal aber links sitzt (genau da, wo es quietscht....), ist der Quietscher eben auch am Kupplungspedal bzw. an dessen Lagerung am Pedalbock zu suchen. Manchmal hilft ein gezielter Spritzer mit Silikonfett, meistens muss aber die Lagerbuchse aus PVC, die zwischen dem Pedal und der Achse des Pedalbocks sitzt, erneuert werden. Das ist kein großer Akt, erfordert aber einen "Limbo-Dancer" für den Einbau.

Frage von Carsten Krull:

Habe einen Ford Fiesta, Erstzulassung 12/2008, neues Modell. Mir ist ein Poltern von vorne aufgefallen, wenn ich über einen Abbremshuckel fahre. Können schon irgendwelche Lager ausgeschlagen sein oder ist es normal?

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Warum fragen Sie "schon"? Das Auto ist bereits fünf Jahre alt, da macht sich der Verschleiß bereits deutlich bemerkbar. Ursächlich für die Geräusche können z.B. die Koppelstangen oder die Gummibuchsen des Frontstabilisators sein. Die sind aber beide nicht sehr teuer und schnell gewechselt. Gute Fahrt wünscht Der Autopapst

Frage von Ingo Drews:

Ich fahre einen Mercedes W210 E240, Bj. 1997, habe die Lichtmaschine gewechselt und einen neuen Keilriemen aufgezogen. Nun leuchtet die ABS-Lampe auf und der Motor ruckelt. Muss der Wagen erst mal wieder eingefahren werden? Muss der Keilriemen sich erst einmal weiten oder ist es ein anderes Problem? Mit freundlichen Grüßen Ingo Drews

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Ingo, hast Du mal die Ladespannung bei laufendem Motor gemessen? Sie muss (zwischen den Batteriepolen gemessen) ca. 13,5 – 13,8 Volt betragen. Wenn sie geringer ist bzw. sogar unter 12 Volt liegt, ist die "neue" Lima entweder defekt oder nicht richtig angeschlossen. Wenn die ABS-Lampe leuchtet, ist die Bordspannung zu gering und das System schaltet sich ab. Und wenn die Bordspannung zu gering ist, ruckelt das Auto, weil die Zündfunken nur noch schwach bzw. ab und zu funken....

Frage von Herrn Hesse:

Hallo Herr Kessler, ich fahre einen Opel Astra F, Bj. 97, Motor S16XZR, Getriebe F13WR374. Das Getriebe macht starke Schleifgeräusche im eingekuppelten Zustand zwischen 1000 und 2000 Umdrehungen in allen Gängen (1-5). Was kann das sein? Ich tippe auf die Synchronringe. MfG Herr Hesse

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Und ich tippe auf zu wenig Getriebeöl und einen daraus entstandenen Lagerschaden an der Wellenlagerung der Getriebehauptwelle. Man könnte auch sagen: Getriebeschaden! Eine Reparatur lohnt sich nicht, suchen Sie lieber ein gebrauchtes Getriebe aus seriöser Quelle. Oder kaufen Sie eins aus einem Auto, mit dem Sie vor dem Getriebeausbau noch fahren können....

Frage von Thomas Schulz:

Hallo, ich fahre einen Ford Fiesta 1,6 TDI mit Rußpartikelfilter. Bin vorwiegend auf der Autobahn unterwegs mit Tempo 120 bei ca. 3000 U/min. Kollegen sagen mir, ich müsste mal richtig Speed geben, da sonst der Rußpartikelfilter nicht richtig sauber wird. Ist das richtig? Wenn ja, welche Geschwindigkeit und Zeit wäre Dein Tipp? Vielen Dank

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Wenn Ihr Fiesta keine Warnsignale in Form von Lämpchen im Kombiinstrument an Sie sendet, ist alles in Ordnung! Die Motorsteuerung ist so programmiert, dass sich ein evtl. vollgesetzter Rußfilter automatisch (und für Sie fast unmerklich....) regeneriert. Es gibt aber in der Tat andere Autos, die diesbezüglich Probleme machen. Von Fiestas habe ich aber noch nie gehört, dass sich die Filter nicht selber reinigen. Gute Fahrt wünscht Der Autopapst

Frage von Fetten:

Ich fahre einen VW Golf 5, BJ 2005 / 1.4 Liter Benzin, 75 PS. Dieses Fahrzeug hat folgendes Problem: Es zwitschert aus dem Bereich Getriebe/Kupplung. Legt man den Fuß leicht auf das Kupplungspedal, ohne dass diese trennt, ist das Geräusch weg. Es tritt im Leerlauf, sowie auch im Fahrbetrieb auf. VW ist ratlos, alle hören das Geräusch, definieren es als nicht normal, wissen jedoch nicht wo es her kommt. Was bisher erneuert/repariert wurde. Getriebe generalüberholt, Kupplungsset neu (LUK), Geberzylinder neu, Nehmerzylinder neu, Kupplungsleitung neu, drei Mal (!!) Ausrücklager neu, Geräusch ist immer noch da, Nerv tötend. Woher könnte dieses Geräusch stammen? MfG aus Köln

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Was jetzt noch übrig bleibt, ist die Lagerung des Kupplungspedals im Lagerbock der Pedalerie. In der Regel dreht sich das stählerne Kupplungspedalauge auf einer PVC-Buchse auf einem Bolzen des Pedalbockes. Diese PVC-Buchse verschleißt irgendwann und sorgt dann durch erhöhtes Spiel für Geräusche / Schwingungen. Wenn man die Buchse einzeln bekommt (ohne den Pedalbock als komplett zu wechselndes Modul....Fragen Sie bitte nicht, woher diese Vermutung kommt!), liegt die Lösung auf der Hand.

Frage von Andreas:

Hallo Papst, hallo Namensvetter, ich habe ein Problem mit meinem Audi A2 (2001 / 220.000 km) und ATU. Vor einem Jahr klackte es vom linken Vorderrad - Aufhängung. Pendelstütze wurde links getauscht, gut. Vor kurzem trat das Geräusch wieder auf, wieder links. ATU hat jedoch die Pendelstütze rechts getauscht und wollte im Zuge dessen die "Stabibuchsen" mitmachen. 50 Euro - ich gab mein Einverständnis. Ein Tag war das Klacken weg, nunmehr ist es lauter als vorher. Nach Rücksprache mit dem Meister, erklärte der, nun den Stabi tauschen zu müssen - 350 Euro. Die Stabibuchsen, die verbaut wurden, haben 21 mm, die 16 mm haben nicht gepasst, sagte er. Nach Recherchen im Internet fand ich heraus, dass es jedoch die 16er Buchsen sein müssen, sonst ist halt zu viel Spiel - klingt logisch. Des Weiteren heißt es, dass der Stabi eigentlich nie getauscht werden müsse, da kein anfälliges Teil. Kannst Du die 16er Buchsen bestätigen? Was sagst du zu einem Stabitausch? Vielen Dank BG Andreas

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Andreas, der Stabilisator selber ist nie defekt (außer nach einem Unfall). Es handelt sich dabei um ein sehr massives Stück Rundstahl, der vom Fahrwerksentwickler ausgelegt wird, um die Seitenneigung zu begrenzen und um dem Fahrzeug ein bestimmtes Fahrverhalten anzutrainieren. Wenn man den Stabilisatordurchmesser so extrem verändern will wie der Spezialist von ATU, verändert man das Fahrverhalten des Autos völlig. Ich glaube zudem nicht, dass es für den A2 einen um 5mm stärkeren Stabilisator überhaupt gibt (man korrigiere mich ggf....). Die 16mm sind korrekt, der Stabi selbst hat 18mm und zwei Kunststoffbuchsen, die vor der Montage der 16mm-Buchsen entfernt werden müssen. Um das Verrutschen der neuen Stabibuchsen zu verhindern, haben viele A2-Fahrer Schlauchschellen als Sicherung vor die Buchsen gesetzt. Soll gut funktionieren (sorry, hatte noch nie einen A2 in der Mache...).

Roland Döscher fragt:

Der Fehler betrifft folgenden Motor: VW Touran 1,9 TDI, 77 kW, 6 Gang, EZ 07/2007, MKB BLS 431 649, Euro 4, mit Klimaautomatik, Zuheizer (keine Standheizung): während der Warmlaufphase zwischen 55 und 80 Grad Celsius (Anzeige vom Instrument) bei Außentemperaturen von +8 bis +17 Grad Celsius ist im Bereich des Armaturenbrettes kurzzeitig und häufig ein Rattern von Stellmotoren (lt. VW) links, mittig und rechts zu hören. Als wir das Fahrzeug übernommen haben, war der Fehler nicht vorhanden, der Motor erreichte, für einen Diesel ungewöhnlich, sehr schnell die Betriebstemperatur. Erst als der Wagen 3 Jahre alt war, trat diese Störung langsam und immer häufiger auf. Der Vorheizer war defekt und ist vor 3 Jahren ausgewechselt worden. Der Kühlwasser-Thermostat (mechanisch) und die Wasserpumpe wurden ebenfalls bei dieser Aktion mit ausgewechselt. Der Fehler ist aber trotzdem nicht beseitigt worden. Aufgefallen ist mir noch etwas: bei einer Fahrstrecke von 12 km bei annähernd gleichen Außentemperaturen (z.B. 13 Grad) und Fahrstil schafft es die Temperaturanzeige mal bis 75, mal bis 80 oder sogar bis 90 Grad anzuzeigen. Der Spannungskonstanter im Instrumentenblock ist lt. VW-Werkstatt in Ordnung. Können Sie mir bei diesem Problem weiterhelfen? Vielen Dank im Voraus für eine Antwort. MfG, Roland Döscher

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Döscher, das Auto wird eben langsam alt....! Das ist leider wirklich so: Nach etwa 7 Jahren (manchmal auch etwas früher...) geht es mit den lästigen Wehwehchen am Auto los. Nichts, was den Wagen lahm legt, aber immer teuer zu reparieren! Zu Ihren Fragen: Die schwankende Temperaturanzeige im Kombiinstrument könnte an einer durch Alterung veränderten Kennlinie des Kühlmittel-Temperatursensors liegen. Allerdings ist das fast als Schönheitsfehler zu bezeichnen. Die Temperaturanzeige ist ohnehin nur sehr bedingt aussagekräftig, weil die Anzeige (unabhängig von der tatsächlichen Temperatur des Kühlmittels....) elektronisch auf Mittelstellung gehalten wird. Nur bei extremen Abweichungen schlägt der Zeiger aus. Eine Warnlampe (die es im Touran zusätzlich gibt!) würde eigentlich als Warnung reichen. Versuchen Sie es mal mit einem neuen Temperaturfühler. Ich glaube allerdings eher an ein Problem im Kombiinstrument. Das könnte evtl. auch für die Fehlfunktion der Lüftungssteuerung verantwortlich sein. Leider ist das alles für eine Ferndiagnose zu komplex: Ich würde an Ihrer Stelle den Fühler wechseln und das Kombiinstrument zum Check an einen der Spezialisten schicken (www.hitzpaetz.de oder www.ecu.de ). Falls das nichts hilft, wird es teuer. Wahrscheinlich zu teuer...

Frage von Karl Willeitner:

Meinem Mercedes E 200 sind während der Fahrt alle Instrumente-Lämpchen angegangen, die Lenkung ging schwer, keine Bremse, das Gaspedal war durchgetreten, ließ sich aber nicht in Normalstellung bringen. Blieb dann stehen, man konnte ihn nicht anlassen. Am Nächsten Tag wollten wir ihn abschleppen. Ich probierte, ihn zu starten und er lief wie sonst auch. Was kann das sein??

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Da ist wohl der Motor ausgegangen. Ein Grund dafür könnte mangelnder Kraftstoffnachschub sein. Und wenn Ihr Mercedes einer aus der Baureihe W124 ist, dürfte die Ursache hierfür ein defektes KPR sein (KPR = Kraftstoffpumpenrelais). Das kostet etwa 100 Euro und ist in 10 Minuten eingebaut....

Frage von Rudolf Rüssmann:

Ich habe einen Mercedes A160, Baujahr 1998. Als ich am letzten Samstag das Auto aus der Garage holte, leuchtete die Alarmleuchte "Bremse" permanent. Erneutes Starten ändert nichts. Der Wagen fuhr ganz normal, aber beim Bremsen merkte ich, dass das Pedal langsam nachgab. Am Ende "fasste" die Bremse nicht mehr. Nach erneutem Fahren ergab es sich genau so wie gehabt. Erst bremst es, dann lässt die Bremse nach. Früher kannte ich so etwas von der Bremse, wenn Bremsflüssigkeit durch ein Loch austrat, und ein Luftpolster sich gebildet hatte.

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Das ist heute noch ganz genau so, Herr Rüssmann! Entweder ist die Bremsanlage an einer Stelle undicht (Marderbiss? Korrodierte Bremsleitung? Undichte Manschette?), oder der Hauptbremszylinder ist defekt. In diesem Fall würden Sie nicht einmal Bremsflüssigkeitsverlust feststellen. Ich rate Ihnen dringend, Ihr Auto in die Werkstatt schleppen zu lassen. Selber fahren würde ich mit diesem Befund keinen einzigen Meter....

Frage von Benjamin Behrens:

Guten Tag Herr Keßler, unser Honda CR-V, Baujahr 2010, wurde als Vorführwagen gekauft. Seit einiger Zeit ist ein Sicherungskasten-Teil defekt, welches das Licht, die Scheibenwischer und die Zentralverriegelung automatisch in Betrieb nimmt. Bis jetzt wurde dieses Teil drei Mal auf Garantie neu eingebaut. Es konnte kein Fehler gefunden werden. Die Werkstatt ist uns sehr entgegen gekommen, kann aber den Fehler nicht finden, zumal jetzt ein paar Monate nach dem Neueinbau schon wieder das Licht bei Sonnenschein angeht und oft bei trüben Wetter nicht. Haben Sie vielleicht eine Idee was das Problem sein könnte? Gruß Familie Behrens

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Wenn das Licht-Steuer-Modul (ich vermute, das ist das Teil, von dem Sie schreiben....) schon drei Mal getauscht worden ist, liegt der Fehler wahrscheinlich eher am Lichtsensor hinter dem Rückspiegelfuß. An dieser Stelle sitzt bei modernen Autos „High-Tec“ pur, entsprechend schnell steigt da mal ein Sensor aus. Wichtig ist dabei natürlich, dass die Frontscheibe an dieser Stelle immer sehr sauber ist. Ein Tropfen Baumharz oder ein Vogelklecks bringt schon alles durcheinander. Ich würde mit der Defektsuche dort beginnen, auch wenn nichts im Fehlerspeicher zu finden ist. Der Fehlerspeicher ist nämlich nicht alles: Es gibt auch noch den gesunden Menschenverstand.... Es grüßt Der Autopapst

Frage von Ralf Rohrlach:

Sehr geehrter Herr Keßler, seit 1980 fahre ich PS, vierrädrig und immer gut beleuchtet, während mir manchmal, besonders im Dunklen, nur ein Scheinwerfer von zweien entgegenkommt oder ein Rück- oder Bremslicht, von zweien, in die Dunkelheit strahlt, was im Extremfall zu Irrtümern oder Unfällen führen kann. Selbst vom Ausfall davon betroffen, war ich meist froh, wenn mir irgendwer an der nächsten Kreuzung sagte: "Ihr Licht hinten oder vorne oder ihr Stopplicht geht nicht"! In meinem jetzigen Skoda signalisiert dann nur eine andersfarbige Anzeige den Ausfall eines oder der Scheinwerfer, alles andere ist dem Zufall der Entdeckung überlassen. Ich finde heute, dieses Thema unterrepräsentiert und mir ist im Mittelklassebereich überhaupt kein Wagen bekannt, der den Ausfall nur einer Beleuchtung oder Stopplichtanlage im Display anzeigt! Das, so denke ich, wäre doch heute eigentlich ganz einfach zu machen. Jedenfalls würde ich mich für solch ein Fahrzeug vorrangig entscheiden und meine Frage: Wie sieht die Entwicklung in dieser Richtung aus, die in der beginnenden, dunklen Jahreszeit nicht unwichtig ist, Störungen, auch der Beleuchtungsanlage im Display zu erkennen, wo doch alles Mögliche im Bordcomputer erfasst ist? Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen Ralf Rohrlach

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Rohrlach, Sie haben völlig recht! Trotz der alljährlichen Beleuchtungswochen und einer Lichttechnik, die aus der Zukunft zu kommen scheint, gibt es immer noch „Einäugige“ und „Dunkelmänner“. Das liegt aber nicht an der Technik oder fehlenden Regeln, sondern fast ausschließlich an den Fahrern dieser Fahrzeuge. Hier schließe ich Radfahrer ausdrücklich mit ein! Dass Radler eine nicht funktionierende Beleuchtungsanlage angeblich nicht bemerken, ist nicht nur nicht glaubhaft, sondern eine arrogante Frechheit. Autofahrer haben hingegen seit mindestens 25 Jahren elektronische Helferlein an Bord, die ihnen den Ausfall von Leuchtmitteln im Kombiinstrument anzeigen. Mercedes und BMW hatten das seit Mitte der 80er (E-Klasse, S-Klasse, 5er, 7er), Volvo und Saab fast zeitgleich. In der Zwischenzeit ist das „Lichtkontroll-Modul“ auch in der Kompakt- und Kleinwagenklasse angekommen. Eine durchgebrannte „Birne“ ist deshalb in der Regel schnell bemerkt. Viel schlimmer (und der wahre Grund für die vielen mangelhaften Beleuchtungsanlagen) ist der hohe Aufwand, der zum Wechseln einer Lampe getrieben werden muss. Mal schnell selbst mit der Ersatzlampenschachtel zur Tat schreiten ist leider in vielen Fällen nicht mehr möglich. Und bevor der Werkstatt-Termin heran kommt, wird eben ohne (oder mit zu wenig) Licht durch die Winternacht gefahren. So sind sie, die Autofahrer.... Es grüßt Der Autopapst

Frage von Siegfried Kassler:

Hallo Herr Kessler, können Sie PKW-Marken empfehlen, bei denen keine, oder kaum Probleme mit den Querlenkern auftreten? Wir haben einen Suzuki Liana 1,6, Bj. 2004, und alle 3 Jahre müssen die Querlenker für 600 Euro getauscht werden. Natürlich ist das sicherlich auch mit auf dieses Uraltkopfsteinpflaster zurückzuführen, welches von den großen Häuptlingen der Stadtverwaltung wieder verbaut wird und natürlich auf den allgemein miserablen Zustand der Straßen im Osten des Landes. Herzliche Grüße von Siegfried Kassler

Autopapst Andreas Kessler antwortet:

Lieber Herr Kassler, durch die Downsizing und Leichtbauanstrengungen der Autokonstrukteure sind moderne Autos leider nicht mehr so dauerhaft wie die "Autos für die Ewigkeit" von vor 20 Jahren. Wenn Sie also ein Auto suchen, bei dem das Fahrwerk den heutigen Sturzäckern gewachsen ist, müssten Sie sich im Youngtimer-Segment umschauen. Mindestens 150.000 km lang brauchte z.B. ein Mercedes W124 nichts "Neues" am Fahrwerk, die Volvos der 700er und 900er Serie waren ebenfalls sehr stabil konstruiert. Moderne Fahrwerke sind zwar technisch höchstklassig, aber nicht für die Ewigkeit gebaut.... Es grüßt Der Autopapst