Skoda knackt die „magischen Zwei“

VW-Tochter mit neuem Rekordabsatz

Frank Jürgens verantwortet das Deutschlandgeschäft von Skoda in Deutschland. Foto: Skoda
Skoda-Deutschlandchef Frank Jürgens hat mit der Marke einen neuen Rekordabsatz erzielt. © Skoda

Skoda wird in diesem Jahr in Deutschland einen Rekordabsatz aufstellen. Der Erfolgskurs des tschechischen Autobauers wird sich auch in 2018 fortsetzen.

Frank Jürgens ist entspannt. Der Skoda-Deutschlandchef hat dazu auch allen Grund. Kurz vor dem Ende des Jahres kann Jürgens eine sehr erfolgreiche Jahres-Bilanz präsentieren. So wird die Marke bis Ende des Jahres über 195.000 Fahrzeuge absetzen. Das sind sogar mehr als im Jahr 2009. Damals, im Jahr der Abwrackprämie, konnte der Hersteller fast 191.000 Autos an Kunden ausliefern.


So viel Autos hatten die Tschechen seither nie wieder absetzen können – bis eben zu diesem Jahr. „Mir ist bis auf Skoda kein Hersteller bekannt, der seit dem Jahr der Abwrackprämie mehr Fahrzeuge absetzen konnte als 2009“, sagte Jürgens.

Skoda mit 5,5 Prozent Zuwachs

Vergleicht man den Zuwachs der Tschechen zum Vorjahr, wird er, obwohl das Jahr noch nicht zu Ende ist, bei 5,5 Prozent liegen. „Damit sind wir deutlich stärker als der Gesamtmarkt gewachsen, der in diesem Jahr voraussichtlich um 2,2 Prozent zulegen wird.“ Mit Blick auf den Marktanteil wird sich die Marke damit wohl bei 5,7 Prozent einpendeln. Dass die Tschechen damit mit weitem Abstand erneut die erfolgreichste Importmarke sind, versteht sich fast von selbst. Renault rangiert mit einem Marktanteil von 3,9 Prozent derzeit abgeschlagen auf Rang acht hinter den Tschechen. Es ist übrigens das neunte Mal in Folge, dass Skoda das Importteursranking für sich entschied.

Dass Skoda längst mehr ist als nur eine Importmarke unter vielen, kann an der Entwicklung von 1996 bis heute abgelesen werden. Damals kam Skoda in Deutschland gerade einmal auf rund 22.000 Fahrzeuge. Mittlerweile sind auf deutschen Straßen mehr als zwei Millionen Skodas unterwegs. Mit Blick auf das fast abgelaufene 2017 konstatiert Jürgens dann auch, dass man mit Platz sieben in den Gesamtzulassungen seine Position als Volumenhersteller gefestigt habe.

Skoda mit vollen Auftragsbüchern ins neue Jahr

Nun ist der Blick von Jürgens und seinem Vertriebschef Stefan N. Quary bereits auf das Jahr 2018 gerichtet. Skoda geht dabei nicht nur mit vollen Auftragsbüchern ins neue Jahr, sondern wird den positiven Schub der Umweltprämie noch länger als geplant genießen können. Denn der VW-Konzern hat den Umweltbonus, der eigentlich Ende Dezember ausgelaufen wäre, bis zum 31. März verlängert.

Für den Skoda-Kunden bedeutet das, dass er je nach Modell in den Genuss eines Bye-Bye-Bonus in Höhe von bis zu 7000 Euro kommen, wenn sie ihren alten Diesel verschrotten. Es ist ein Kaufanreiz, der den Absatz nochmals beflügeln wird.

Mit Blick auf 2018 steht eines schon fest: Skoda wird die Marke von 200.000 Einheiten locker knacken. Um wie viel? Nein, dazu sagt Jürgens trotz des Erfolgskurses der Marke nichts. Ihm ist nur zu entlocken, dass man im kommenden Jahr die “magischen Zwei” knacken werde. Also neben den 200.000 Einheiten auch schon vor dem 1. Januar einen Fahrzeugbestand von über zwei Millionen Fahrzeugen erreichen werde.

Gesundes Wachstum hat Priorität

Der Skoda Karoq ist länger als sein Vorgänger Yeti. Foto: Skoda
Der neue Skoda Kaoq. Foto: Skoda

Doch vor dem Hintergrund, dass der erst kürzlich auf den Markt gekommene Skoda Karoq in 2018 erstmals ein volles Jahr verfügbar sein wird, erscheint ein Absatz im Bereich von 205.000 Einheiten realistisch zu sein. Die SUVs sind für die Tschechen dann auch das Segment, in dem sie weiteres Wachstum erzielen können: Seit dem Marktstart des Kodiaq am 4. März wurden bereits 13.000 Einheiten dieses SUV neu zugelassen und für den seit dem 4. Oktober erhältlichen Karoq liegen bereits 12.000 Bestellungen vor. Legt man diese Zahlen zu Grunde, kann man sich ausrechnen, wie Skoda in 2018 performen wird. Aber wie gesagt: Auf solche Prognosen und Zahlenspiele lässt sich Jürgens nicht ein.

Vielmehr verweist der Deutschlandchef darauf hin, dass es ihm und seiner Organisation um ein profitables Wachstum ginge. Das heißt: Wachstum um jeden Preis wird es mit ihm nicht geben. Entsprechend hält sich Skoda mit Blick auf Eigenzulassungen und hohen Rabatte – abgesehen von der Umweltprämie – im Vergleich zur Konkurrenz zurück. Davon profitieren auch die bundesweit 560 Händlerbetriebe. Sie werden sich wie im Vorjahr auch in 2017 über eine Rendite von 1,8 Prozent freuen können. Und das trotz der Investitionen in den neuen Markenauftritt.