Seat Leon: Mutter der neuen Designsprache

Neues Logo, neuer Claim

Im Seat Leon liegen große Hoffnungen für die spanische VW-Tochter.
Seat konnte im Januar die stärksten Zugewinne bei den Importeuren erzielen. © AG/Flehmer

Auf der dritten Generation des Seat Leon liegen große Hoffnungen. Mit dem Golf-Ableger will die spanische VW-Tochter die vergangenen enttäuschenden Jahre ablegen.

John McEnroe ist schon lange out – und auch Auto Emocion gibt es nicht mehr. Mit einem neuen Logo und einem neuen Markenclaim will Seat dauerhaft schwarze Zahlen schreiben. "Der neue Leon ist die Mutter unserer Designsprache", sagte Ulf Eberhardt, Leiter des Produktmarketings bei Seat.

Seat leidet unter Schuldenkrise

Dabei sieht es gar nicht rosig aus für die spanische VW-Tochter. Auf dem Heimatmarkt sind die Verkäufe eingebrochen. "Die Spanier haben derzeit anderes im Sinn als ein neues Auto zu kaufen", sagt ein Seat-Mitarbeiter. So ist für den heutigen Mittwoch ein Generalstreik angekündigt, der das gesamte Land lahmlegen soll.

Und auch in Italien oder Frankreich sind die Folgen der Schuldenkrise deutlich abzulesen. Rund 12,9 Prozent weniger Neuzulassungen hatte Seat nach dem ersten Halbjahr 2012 zu verzeichnen. Im Oktober wurden an mehreren Tagen zwei Produktionslinien im Montagewerk im spanischen Martorell stillgelegt, um die Produktion zu drosseln.

Seat in Deutschland im Plus

Der Leon soll nun so etwas wie Aufbruchstimmung verbreiten – gemeinsam mit dem neuen Markenclaim "Enjoyneering". Diese Wortschöpfung soll die beiden Werte Fahrfreude und Technik miteinander verbinden, so Eberhardt weiter. Und der VW Golf-Ableger soll dies als erstes Modell unterstreichen. "Wir wollen die Marke Stück für Stück höher positionieren." Da der Leon erstmals auch als Kombi ab dem kommenden Herbst angeboten wird, sollen auch hier weitere Zuwächse folgen – vor allem auch im Flottenbereich, wo Seat mit dem Alhambra schon gut vertreten ist.


Erste Erfolge konnte Seat bereits auch in Europa schon verzeichnen. In Großbritannien und Deutschland rückte die Marke ins Plus. Nach zehn Monaten freute sich die Deutschland-Filliale bei über 55.000 verkauften Fahrzeugen über einen Zuwachs von 10,1 Prozent und einen Marktanteil von 2,1 Prozent.

Hoffnungen auf Seat Toledo

Der Seat Toledo ist besonders in Osteuropa beliebt. Seat

Und auch auf der gerade eingeführten Stufenhecklimousine Toledo liegen die Hoffnungen, nicht unbedingt in Deutschland, aber in Osteuropa, Russland und China. Im Reich der Mitte ist Seat seit diesem Jahr vertreten.

Trotz des neuen Claims, der die Technik auf eine Stufe mit dem bisherigen "Enjoy" stellt, soll aber eines laut Burchardt weiter bestehen bleiben. "Wir arbeiten an der Wertigkeit, wollen uns aber nicht von den Preisen entfernen." So startet der neue und besser ausgestattete Leon beim Basispreis 200 Euro unter dem Vorgängermodell. (AG/TF)