Seat pusht den Erdgasantrieb weiter

Den Seat Arona gibt es auch mit Erdgasantrieb. © Seat

Seat versucht dem Erdgasantrieb weiter zum Durchbruch zu verhelfen. Dazu setzt die VW-Tochter nicht nur seine Gleichpreisstrategie fort.

Mit ihr konnte Seat auf dem deutschen Markt den Absatz seiner Erdgasfahrzeuge in den zurückliegenden Monaten deutlich erhöhen können. „Wir kommen derzeit mit unseren Erdgasfahrzeugen auf einen Absatzanteil von 13 bis 14 Prozent“, sagte Deutschlandchef Bernhard Bauer im Gespräch mit der Autogazette. „Deshalb haben wir diese Gleichpreisstrategie bis zum Ende diesen Jahres verlängert“, fügte der Manager hinzu. „Beim Erdgas sind wir mittlerweile Marktführer und haben derzeit einen hohen Auftragseingang.“


Mit dem Verzicht auf den ansonsten für CNG-Fahrzeuge anfallenden Aufpreis will die VW-Tochter den Absatz ihrer CNG-Modelle wie Arona, Ibiza und Leon bis zum Ende des Jahres weiter ausbauen. Bauer erwartet, dass man bis dahin auf einen Anteil von 15 Prozent kommen kann. Damit legt man sein besonderes Augenmerk auf den Arona, das erste City-SUV mit Erdgasantrieb.

Tankflatrate für CNG-Modelle

Bernhard Bauer. Foto: Seat
Bernhard Bauer führt die Geschäfte von Seat in Deutschland. Foto: Seat

Um die Kunden vom Kauf eines Erdgasmodells zu überzeugen, setzen die Spanier aber nicht nur auf einen attraktiven Preis. Derzeit bietet man seine CNG-Modelle mit dem Partner Fleetpool für eine Leasingrate ab 299 Euro (Vollkasko-Versicherung, Wartung, Zulassungskosten und wintertaugliche Bereifung) im Monat inklusive einer Tankflatrate an.

Zugleich versucht Seat die bei den Kunden nach wie vor bestehenden Vorbehalte gegen Erdgasfahrzeuge mit weiteren Maßnahmen zu nehmen: So stattet der Hersteller den Handel mit Erdgasmodellen aus, die beispielsweise als Ersatzfahrzeuge während des Werkstattbesuchs an Kunden vergeben werden. „So wollen wir Erdgasmodelle den Kunden näher bringen, die nicht aktiv danach fragen. Wenn wir sie dazu bringen, nach der Fahrt zu sagen: Mensch, ein Erdgasauto fährt ja wirklich super, dann haben wir damit schon einmal ein wichtiges Ziel erreicht: nämlich bei ihm Vorurteile gegen diesen Antrieb zu nehmen“, so Bauer.

Denn eigentlich spricht alles für den Antrieb, auch wenn das Tankstellennetz derzeit bundesweit nur um die 850 Stationen aufweist. So sind Erdgasautos im Vergleich zu Benzinern und Dieseln am wenigsten klimaschädlich, wie der ADAC unlängst in einer Studie feststellte. Selbst gegenüber Elektroautos, die mit dem derzeitigen Strommix unterwegs sind, schneiden sie besser ab. So stoßen CNG-Fahrzeuge rund 25 Prozent weniger CO2 aus als Verbrenner.

Fast Lane für TGI-Modelle

Kunden, die nach einer klimafreundlichen Alternative zum Verbrenner oder auch zu einem Elektroauto suchen, bieten die Spanier zudem die Möglichkeit, ihr Erdgasauto innerhalb von drei Wochen nach der Bestellung zu bekommen. Dazu hat man das Programm „Seat Fast Lane“ aufgelegt.

Trotz aller Vorteile kommt der Erdgasantrieb bei den Neuzulassungen nach wie vor auf enttäuschende Zulassungszahlen. So entschieden sich im August nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes gerade einmal 710 Käufer für eine Erdgasvariante, ein Rückgang von über 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Unter den Antriebsarten kommt CNG damit gerade einmal auf einen Anteil von 0,2 Prozent. Das sind Zahlen, die auch Bauer kennt. „Doch wir glauben an CNG. Wenn mich mal jemand fragt, ob ich auch alles getan habe, dem Erdgasantrieb einer breiten Käuferschicht schmackhaft zu machen, dann kann ich guten Gewissens Ja sagen.“

Über 100.000 Autos bis August

Der Seat Mii eelctric ist das erste reine E-Auto der Spanier. Foto: Seat

Bauer jedenfalls kann sich derzeit mit Blick auf den Absatz seiner Marke zufrieden zurücklehnen. Nach acht Monaten hat man bereits über 102.000 Autos verkauft, ein Zuwachs von 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. „Ein toller Wert, besonders stolz bin ich jedoch darüber, dass wir nur einen Eigenzulassungsanteil von gerade einmal 18 Prozent haben, ein extrem niedriger Wert im Vergleich zu unseren Mitbewerbern“, so Bauer. Er geht davon aus, dass er dieses zweistellige Wachstum auch bis Ende des Jahres halten kann. Hinter der Schwestermarke Skoda (147.000) ist Seat damit die zweitbeste Importeursmarke in Deutschland.

Mit Beginn des neuen Jahres schickt Seat mit dem Mii electric dann auch sein erstes Elektromodell auf den Markt. Der Kleinstwagen wird vor Abzug der Kaufprämie für einen Preis von 20.650 Euro angeboten. Mit ihm will Seat nicht nur Pflege- und Lieferdienste ansprechen, sondern auch Privatkunden. „Ihm liefern wir ein echt alltagstaugliches Auto mit einer elektrischen Reichweite von 260 Kilometern.“ Von daher zeigt sich Bauer zuversichtlich, dass man mit dem Mii electric mit einem ausgesprochen konkurrenzfähigen Modell in die Elektromobilität startet.