Seat Arona: Kunde hat Qual der Wahl

Der Seat Arona hinterlässt einen guten Eindruck. © Seat

SUVs kommen beim Kunden an. Insbesondere die kleinen Crossover sind beliebt. Der Seat Arona versucht sich dabei im hart umkämpften Segment mit einem breiten Antriebsangebot zu behaupten.

Die kleinen Crossover sind aktuell einer der stärksten Treiber des SUV-Trends. Seit knapp einem Jahr wirbt der Seat Arona im heiß umkämpften Segment um Kunden. Locken will er mit sportlichen Akzenten, umfangreicher Optionsliste – und einem ebenso günstigen wie umweltschonenden Erdgasantrieb.


Im Modelltrio mit VW T-Cross und Skoda Kamiq nimmt der Seat Arona die Mittelposition ein. Etwas größer als der Wolfsburger, aber kleiner als der Tscheche gibt er den klassischen Stadt-Crossover für alle, denen ein Ibiza zu eng oder zu langweilig ist. Der Kleinwagen bildet die Basis des Arona, der beim Platzangebot eine halbe Nummer größer ausfällt. Die Sitzposition ist zudem leicht erhöht, ein richtiger Hochsitz ist der Spanier jedoch nicht. Ein modisches Äußeres und ein recht straffes Fahrwerk unterstreichen die sportliche Positionierung von Seat innerhalb der VW-Volumenmarkenwelt.

Wie im SUV-Segment üblich, gibt es den Arona nur in einer einzigen Karosserievariante. Mit 4,14 Metern Länge und 1,55 Metern Höhe rangiert der Crossover größenmäßig eher am unteren Ende seines Segments. Das Platzangebot für die Passagiere ist trotzdem gut, der Kofferraum hingegen fällt eher durchschnittlich aus. Auch in Sachen Variabilität verzichtet der Fünfsitzer auf besondere Akzente wie etwa eine verschiebbare Rückbank oder Stausysteme für den Laderaum.

Auch Erdgas im Angebot

Beim Antrieb bedient sich der Arona aus dem gut gefüllten Konzernregal und wirft dabei bis zu 150 PS (ab 23.320 Euro) in den Ring – in dieser Klasse vor allem bei Importmarken keine Selbstverständlichkeit. Beim Top-Motor handelt es sich um den aus diversen VW-Modellen bekannten 1,5-Liter-Turbobenziner mit vier Zylindern, unter ihm rangieren zwei Dreizylinder-Turbos mit 1,0 Litern Hubraum und 95 PS (ab 16.70ß Euro) beziehungsweise 115 PS (ab 20.120 Euro). Der größere der beiden bietet dank seines quirligen Charakters bereits durchaus ansprechende Fahrleistungen.

Alternativ ist ein 1,6-Liter-Diesel mit 95 PS zu haben (ab 19.860 Euro), die anfangs angebotene Variante mit 115 PS ist bereits wieder aus dem Programm geflogen. Wohl auch, weil mit dem 90 PS starken Erdgasantrieb auf Basis des Dreizylinder-Benziners mittlerweile ein durchaus überzeugende Spritspar-Alternative zum Selbstzünder zu haben ist (ab 20.320 Euro). Der TGI-Antrieb ist aktuell der einzige im Segment, zu seinen Vorteilen zählen vor allem die geringen Kraftstoffkosten und gute Umwelteigenschaften. Allerdings ist das Tankstellennetz in Deutschland noch sehr weitmaschig.

Vier Ausstattungslinien im Angebot

Vier Ausstattungslinien stehen zur Wahl, wobei die Basisvariante („Reference“) so mager ausfällt, dass sie nicht einmal für ausgewiesene Sparfüchse attraktiv ist. Ihre einzige Funktion ist es, den Einstiegspreis in die Baureihe auf optisch nette 16.790 Euro zu senken. Attraktiv wird der Kauf erst ab dem mehr als 2.000 Euro teureren Niveau „Style“, das neben zahlreichen Optik-Ugrades auch Selbstverständlichkeiten wie Klimaanlage und Infotainment-System bietet. Zudem steht erst ab dieser Stufe der Großteil des Motorenangebots zur Wahl. Den stärksten Benziner gibt es aber auch auf dem nächsten Level, „Xcellence“ noch nicht.

Dafür sind dann noch mehr Designextras für außen und innen sowie zahlreiche Komfort-Details an Bord. Besonders sportlich tritt der Seat schließlich in der „FR“-Ausführung auf – zum Lieferumfang zählen dann unter anderem Sportsitze, spezielle Stoßfänger und ein aufgepeppter Innenraum. Insgesamt fällt beim Arona ein starker Fokus auf Optik auf; zu den ungewöhnlicheren Optionen zählt ein farblich abgesetztes Dach, wahlweise in Grau, Schwarz oder Orange (400 Euro bei „Style“, darüber inbegriffen). Aber auch die Sicherheitsausstattung kommt nicht zu kurz: Ein City- Notbremssystem mit Fußgängererkennung ist Serie, ab 610 Euro Zuzahlung ist auch ein Assistentenpaket mit Totwinkelwarner und Rückfahrkamera an Bord. Für das Basismodell sind die Helfer allerdings nicht zu haben. (SP-X)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.