Schuberth bietet Notrufsystem für Motorradfahrer

Erhöhung der Sicherheit

Schuberth bietet Notrufsystem für Motorradfahrer
Das RiderEcall von Schuberth wird am Lenker angebracht. © Schuberth

Notrufsysteme für Autos gibt es bereits seit vielen Jahren. Doch für Motorradfahrer gab es dieser Sicherheitsfeature bisher nicht. Nun bietet der Helmhersteller Schuberth ein entsprechendes Sicherheitssystem an.

Ein Notrufsystem kann Leben retten. Das haben Autohersteller wie beispielsweise Volvo und Mercedes bereits vor Jahren erkannt. So bietet der schwedische Autobauer sein System „OnCall“ schon seit dem Jahr 2007 an und der deutsche Premiumhersteller Mercedes hat die Infrastruktur mittlerweile so weit ausgebaut, dass er den Kunden sein System „eCall“ in 19 europäischen Ländern anbieten kann.

Für Motorradfahrer, dessen Unfallrisiko weitaus höher ist als das von Autofahrern, gab es ein derartiges Notrufsystem bisher nicht. Doch das wird jetzt anders. Der deutsche Helmhersteller Schuberth bietet für Motorradfahrer ab sofort das automatische Notruf- und Ortungssystem „RiderEcall“ an, wie das Unternehmen in Magdeburg mitteilte.

System besteht aus Motorrad- und Helmeinheit

Das Schuberth-System besteht dabei aus einer Motorrad- und einer Helmeinheit, die über Funk miteinander verbunden sind. Dabei werden mittels fünf Sensoren – insbesondere Beschleunigungs- und Neigungssensoren – die Fahrbedingungen ständig überwacht. Für den Fall, dass gleichzeitig zwei oder mehrere Sensoren einen Alarm auslösen, sendet das System eine SMS an die Notruf- und Service-Leitstelle, wobei die Kurznachricht bereits die GPS-Koordinaten übermittelt.



Parallel dazu baut „RiderEcall“ eine Telefonverbindung zur Notrufzentrale auf. Dabei wird versucht, über den Lautsprecher und das Mikrofon einen Kontakt mit dem Motorradfahrer aufzunehmen. Sollte der Motorradfahrer Hilfe anfordern oder dazu selbst nicht mehr in der Lage sein, werden die GPS-Koordinaten an die nächste Rettungsleitstelle weitergegeben. Wie Schuberth mitteilte, wird die Infrastruktur für die Notruf- und Serviceleitstelle von Bosch angeboten, die Verwaltung des „RiderEcall“ fällt in die Zuständigkeit der Björn Steiger Stiftung.

Zeit entscheidet über Leben und Tod

„Ein wesentlicher Faktor bei der Rettung von verunfallten Motorradfahrern ist Zeit. Häufig entscheiden nur wenige Minuten über Leben und Tod. Ich bin davon überzeugt, dass mittels des automatischen E-Call-Systems geeignete Rettungsmaßnahmen künftig schneller und zielgenauer eingeleitet werden und damit Leben gerettet und potentielle Unfallfolgen minimiert werden können“, sagte Florian Schueler, Unfallforscher am Institut für Rechtsmedizin am Klinikum Freiburg.

Das System funktioniert laut Angaben des Herstellers nicht nur bei Schuberth-Helmen, sondern kann auch bei Helmen fast aller anderen Hersteller eingesetzt werden. Der „RiderEcall“ ist ab sofort in Deutschland, Österreich und der Schweiz einsatzbereit. In Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien, Spanien und Großbritannien wird das System ab dem 15. Mai zum Einsatz kommen. Der Preis des Systems beträgt 499 Euro. (AG/FM)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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