Schindelhauer: Mit Karl und Heinrich ins E-Bike-Zeitalter

So schaut das Heinrich von Schindelhauer aus. © Schindelhauer

Das Berliner Start-Up Schindelhauer bietet bereits seit Jahren Premium-Bikes. Nun bietet die Fahrradmanufaktur auch erstmals E-Bikes an.

Dabei setzt Schindelhauer auf ein modern-puristisches Design und hochwertige Materialien. Die Bikes der Berliner sind dabei mit einem wartungsarmen Riemenantrieb unterwegs. Seit gut neun Jahren verkauft das kleine Berliner Unternehmen ausschließlich konventionell getriebene Fahrräder. Jetzt bringt Schindelhauer erstmals auch E-Bikes.


Das Unternehmen im Berliner Kiez Kreuzberg benennt seine Modelle seit jeher mit treu-deutschen Vornamen. Zum Beispiel Siegfried, Ludwig oder Wilhelm bei Herrenrädern, ohne Oberrohr heißen sie Frieda oder Lotte. Eine Logik, die auch im Elektrozeitalter gelten wird. Die ersten E-Modelle hören auf die Namen „Heinrich“ bzw. „Hannah“ oder „Karl“. Deutsche Wertarbeit mit Bezeichnungen, die überall auf der Welt als typisch deutsch gelten. „Wir exportieren aus Deutschland in mehr als 30 Länder“, sagt Jörg Schindelhauer (37), Produktmanager des Unternehmens.

Akku befindet sich im Unterrohr

Das Konzept, anspruchsvolle und zugleich unkomplizierte Fahrräder zu bauen, wird bei den „Pedelecs“ fortgesetzt. Der Akku ist nicht wie bei manchen Billigmodellen irgendwo am Rahmen angeflanscht oder unterm Gepäckträger montiert, sondern aufwendig und unsichtbar ins dadurch deutlich dickere Unterrohr integriert. Der Bosch-Elektromotor findet seinen Platz zwischen den Pedalen.

Der Antrieb von Bosch. Foto: Schindelhauer

Jörg Schindelhauer erklärt: „Der Kunde wird kein Kabel entdecken. Ob Kabel für die hydraulischen Scheibenbremsen, Schaltung, Licht oder Motorbedienung, alles verschwindet durch das Steuerrohr in Gabel und Alu-Rahmen. Der Motor liefert 250 Watt und ein Drehmoment von 50 Newtonmetern. Die Unterstützung beim Treten ist bis 25 km/h möglich. “. Der herausnehmbare Akku mit seinen 500 Wattstunden Energiegehalt reicht je nach Fahrweise für eine Trethilfe zwischen 80 und 200 Kilometer, ist nach rund vier Stunden Ladezeit an der Haushaltssteckdose wieder fit für die nächste Tour.

Bordcomputer ebenfalls von Bosch

Am Lenker verrät der Purion-Bordcomputer, der ebenfalls von Bosch stammt, per Daumenklick alle wichtigen Fahrdaten wie Reichweite, Ladezustand oder zurückgelegte Strecke. Mit ihm kann auch die Stärke der Trethilfe gewählt werden, von „Turbo“ für maximale Motorkraft bis „Eco“ für sanfte Unterstützung und maximale Reichweite. Wer will, kann auch einen Computer anklemmen, der sich mit einer Smartphone-App koppeln lässt.

Die E-Bikes verfügen über eine allen Vorschriften genügende Beleuchtung. Pfiffig bei den Modellen Karl und Adam ist das fest in die Sattelstütze integrierte Lightskin-LED-Rücklicht. Beim Heinreich befindet sich das Supernova-Rücklicht am Schutzblech. Gebremst wird mit 16-Zentimeter-Scheiben, die hydraulisch aktiviert werden. Das eher sportlich ausgelegte Modell „Karl“ kommt ohne Schaltung aus, die nötige Tretarbeit wird von dem E-Motor erleichtert. Es ist vor allem für die Stadtbetrieb gedacht, wiegt 19,7 Kilo und kostet 4000 Euro. Gegen Aufpreis gibt es Schutzbleche oder einen Front-Gepäckträger.

Heinrich kostet 4400 Euro

Schindelhauer bringt das E-Bike Karl auf den Markt. Foto: Schindelhauer

Das alles ist beim auch für längere Touren geeigneten „Heinrich“ im Preis von 4.400 Euro bereits mit drin. „Unser vielseitigstes Modell“, sagt Jörg Schindelhauer und setzt auf Umsteiger vom Auto und bisherige Nicht-Radler. „Dank des Hochleistungs-Akkus und der serienmäßigen Shimano-Achtgangschaltung bietet es genug Freiheit für entspannte Fahrten ins Umland oder vom Umland in die Stadt“. Das gilt ebenso für das technisch identische und gleichteure Damenmodell „Hannah“. Ein elektrifiziertes Sportmodell mit Namen „Adam“ soll im Sommer erscheinen, hat einen Nabenmotor, wiegt nur 13,7 Kilo und soll 3800 Euro kosten.

Das ehrgeizige Unternehmen (15 Mitarbeiter) folgt mit seiner Geschäftsidee bekannten Vorbildern wie zum Beispiel Apple. Das Design und die technische Entwicklung finden daheim in Deutschland statt. Die Produktion übernehmen spezialisierte Firmen unter anderem in Taiwan. Ähnliches gilt für eine Fülle von Accessoires von der Trinkflasche über spezielle Satteltaschen bis zur passenden Fahrradbekleidung. Sogar eine eigene Kaffeesorte mit Namen Schindelhauer können die Fans ordern. Die wird von der benachbarten „Kiezrösterei Kreuzberg“ geliefert. (SP-X)