Schaeffler stärkt Kompetenz beim autonomen Fahren

Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld (r.) mit Aufsichtsratschef Georg Schaeffler. © dpa

Schaeffler kauft im Bereich autonomes Fahren zu. Der Zulieferer übernimmt die Technologie eines schwäbischen Mittelständlers.

Die Technologie ermöglicht es Autos, ohne menschliche Beteiligung in der Spur zu bleiben. Dies teilte der Konzern am Montag mit. „Das ist ein weiterer Schritt, um unsere technologische Kompetenz durch fokussierte Zukäufe voranzubringen“, sagte der Schaeffler-Vorstandsvorsitzende Klaus Rosenfeld der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX.


Die Schaeffler-Aktien legten auf die Nachricht hin zu, mit einem Plus von 2,81 Prozent stehen sie zur Stunde an der MDax-Spitze.  Die Struktur des Deals ist komplex: Der Zulieferer gründet ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Firma Paravan, in das die „Space-Drive“-Technologie des Unternehmens wandert. Schaeffler hält 90 Prozent an dem Joint Venture, Paravan-Gründer Roland Arnold die übrigen 10 Prozent. Arnold führt die Firma.

Technologie für behinderte Autofahrer entwickelt

Die Technologie, die eigentlich für behinderte Autofahrer entwickelt wurde, macht es möglich, dass Autos rein über elektronische Signale fahren und bremsen. Ein besonderer Vorteil an dem Zukauf ist für den Zulieferer, dass die Technik schon auf den Straßen zugelassen ist – laut der Pressemitteilung als Einzige ihrer Art. Damit spart Schaeffler sich lange Wartezeiten bei den Behörden. „Die Technologie ist erprobt und einsatzbereit“, fasst Rosenfeld zusammen.

Schaeffler dürfte in den nächsten Jahren daran arbeiten, die Technik von einem System für behinderte Autofahrer zu einem Massenprodukt weiterzuentwickeln – und sie, wenn sie marktreif ist, den Autoherstellern anzubieten. Der Markt für autonomes Fahren ist noch überschaubar. Rosenfeld ist aber davon überzeugt, dass sich das ändern wird. „Das kann durchaus in einigen Jahren ein Milliardenmarkt werden“, prognostiziert er.

Der Zulieferer aus Herzogenaurach hatte angekündigt, keine Megadeals im Sinne zu haben, sondern selektiv Firmen im Wert von 100 bis 500 Millionen Euro übernehmen zu wollen. Anzunehmen ist, dass dieser Zukauf in den Bereich fällt – auch wenn Schaeffler selbst keinen Kaufpreis nennt. (dpa)

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