Schaeffler reduziert Beteiligung an Continental

7,8 Millionen Aktien verkauft

Der Autozulieferer Schaeffler hat Aktien verkauft um Schulden abzubauen.
Der Autozulieferer Schaeffler hat Aktien verkauft um Schulden abzubauen. © dpa

Der Autozulieferer Schaeffler zieht sich bei Continental weiter zurück. Insgesamt trennte sich das Unternehmen von 7,8 Millionen Aktien und nahm damit 950 Millionen Euro ein. Weitere Aktienverkäufe seien nicht geplant.

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler nutzt den Kursanstieg der Continental-Aktie und zieht sich bei dem Hannoveraner Konzern weiter zurück. So warf Schaeffler am Dienstag weitere Conti-Aktien auf den Markt. Durch die Platzierung von 7,8 Millionen Papieren sinke die Beteiligung von knapp 50 auf 46 Prozent, teilte das Familienunternehmen am Dienstag in Herzogenaurach mit. Mit dem Erlös von 950 Millionen Euro zahlt Schaeffler Schulden zurück.

Das im Dax notierte Papier verlor zu Handelsbeginn knapp vier Prozent auf 121,95 Euro. In den vergangenen Monaten hatte die Aktie jedoch deutlich zugelegt - seit Mitte April stieg sie um rund 50 Prozent. Am Freitag vergangener Woche war die Aktie mit 128,60 Euro so teuer wie noch nie. Schaeffler platzierte die Papiere am Dienstag über die Investmentbank Goldman Sachs für 122,50 Euro.

Kein Verkauf weiterer Conti-Aktien

In den kommenden sechs Monaten sollen keine weiteren Conti-Aktien auf den Markt kommen, kündigte Schaeffler an. Der fränkische Zulieferer bekräftigte die langfristig ausgelegte strategische Beteiligung an dem niedersächsischen Unternehmen. Neben dem Erlös aus dem Aktienverkauf steckt Schaeffler weitere 325 Millionen Euro in den Schuldenabbau. Die roten Zahlen sinken damit von 10,3 auf rund neun Milliarden Euro.

Schaeffler hatte 2008 versucht, den deutlich größeren Autozulieferer und Reifenhersteller Continental zu übernehmen. Die Finanzkrise und der Widerstand Contis machten den Franken allerdings einen Strich durch die Rechnung. Das Unternehmen durfte sich letztendlich direkt nur mit knapp 50 Prozent beteiligen. Die darüber hinaus angebotenen Aktien mussten bei Banken gelagert werden. Diese indirekte Beteiligung hat Schaeffler in der Zwischenzeit schon wieder abgestoßen.

Zudem verhinderte eine von Altkanzler Gerhard Schröder ausgehandelte Investorenvereinbarung einen zu starken Einfluss auf die Geschäftspolitik. Da außerdem der Kurs der Continental-Aktie nach der Übernahme wegen der Finanzkrise abschmierte, wäre Schaeffler beinahe selbst gegen die Wand gefahren. Schaeffler hatte den Anteilseignern von Conti 75 Euro je Aktie bezahlen müssen - im Frühjahr 2009 war die Aktie zeitweise nur noch elf Euro wert. (dpa)