Saab erwartet in Deutschland Ansturm auf Restbestände

Nach Insolvenzantrag

Jan-Philipp Schuhmacher ist Country Director bei Saab © Saab

Nach dem Weg in die Insolvenz müssen sich Saab-Fahrer in Deutschland keine Sorgen machen. Die Ersatzteilversorgung sei weiter gesichert, sagte Country-Director Jan-Philipp Schuhmacher der Autogazette.

Gehofft hatten sie auch in Deutschland bis zum Schluss. Doch am Ende kam alles anders. Die Traditionsmarke Saab hat am Montag Insolvenz angemeldet. "In dieser Form hatte ich den Ausgang nicht erwartet", sagt Jan-Philipp Schuhmacher der Autogazette. Zwar wusste der Country Director der Saab Deutschland GmbH, dass die Zeit knapp werden würde, aber die Beantragung der Insolvenz kam dann doch überraschend. "Ich hatte viel Hoffnung in der Vergangenheit, letztendlich hat die generelle Ablehnung der Lizenzerteilung durch General Motors das Aus gebracht."

Ersatzteilversorgung und Service bei Saab gesichert

Der ehemalige National Sales Manager von Land Rover Deutschland hatte erst am 1. April 2011 das Amt bei Saab übernommen, kurz bevor die Produktion im Saab-Stammwerk Trollhättan eingestellt wurde. Nun wartet er mit seinen zehn Mitarbeitern auf den Insolvenzverwalter, der in Schweden am Dienstag einbestellt wurde. Schuhmacher selbst rechnet damit, dass für die Niederlassung in Deutschland ein deutsches Anwaltsbüro beauftragt wird.

Keine Sorgen müssen die Saab-Fahrer in Deutschland haben. "Die Ersatzteilversorgung ist nach wie vor sichergestellt", sagt der 39-Jährige, "auch die Serviceleistungen werden von den 75 Vertriebshändlern weiter durchgeführt." Da diese Mehrmarkenhändler seien, ist die Versorgung gesichert.

Preisanstieg bei gebrauchten Saabs erwartet

Trotz der Insolvenz erwartet Schuhmacher einen Nachfrageboom nach Saabs, seien es nun Neu- oder Gebrauchtwagen, die Händler auf ihren Höfen stehen haben. "Ich glaube, dass nun ein großer Ansturm auf die verbliebenen Fahrzeuge einsetzen wird. Die Fangemeinde ist sehr groß – und alle haben gehofft."

Während derzeit in Deutschland die Autohersteller mit einer Vielzahl von Rabattaktionen die Kunden zum Neuwagenkauf bringen wollen, sieht Schuhmacher bei den Restbeständen einen gegenläufigen Trend. Die Preise – zumindest für die Gebrauchten – werden ansteigen, "sogar deutlich". Die Nachfrage nach Fahrzeugen der schwedischen Traditionsmarke hielt sich in diesem Jahr indes in Grenzen. Von Januar bis November wurden laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Deutschland gerade mal 487 Fahrzeuge verkauft. (AG/TF)