Rewaco CT 1700 V: Vegas auf drei Rädern

Auch mit Pkw-Führerschein

Mit 90 PS ist die Rewaco CT 1700 V ausreichend motorisiert.
Mit 90 PS ist die Rewaco CT 1700 V ausreichend motorisiert. © AG/Flehmer

Gemütlich und an frischer Luft über die Landstraße? Die Rewaco CT 1700 V bietet das besondere Gefühl auch denjenigen, die lediglich einen Pkw-Führerschein besitzen.

Von Thomas Flehmer

Ein neues Modell führt der Trike- und BikeConversion-Spezialist Rewaco im Schaufenster. Die CT 1700 V ist eine um ein drittes Rad erweiterte Vegas des amerikanischen Motorradherstellers Victory. Bis zum Fahrersitz ist das Bike original erhalten worden, dahinter wurden zwei Räder mit einem Sozius verbaut. Der Vorteil des BikeConversions liegt auf der Hand – gerade für die ältere Generation: Dank des dritten Rades gilt die CT 1700 V nicht als Motorrad und kann auch mit dem normalen Pkw-Führerschein gesteuert werden.

Rewaco CT 1700 V schafft 165 km/h

66 kW/90 PS liefert der Zweizylinder-Viertakter sowie ein Drehmoment von 140 Newtonmetern, die bei 2700 Umdrehungen ihre maximale Kraft erhalten. Genügend, um die Landstraße unsicher zu machen. Aber auch für die Autobahnfahrt eignet sich die verwandelte Vegas. Hier kann ein Tempo bis 165 km/h erzielt werden. Doch das Metier ist ganz klar der ländliche Asphalt.

Die 425 Kilogramm schwere Maschine lässt sich trotz des üppigen Gewichtes gut lenken. Die Kurven müssen aber vorsichtiger als bei einem Zweirad genommen werden, auch wenn das spezielle CTAF-Fahrwerk nach dem Prinzip der Einzelradaufhängung arbeitet. Man kann sich halt nicht in die Kurven legen, sondern fährt aufrecht hindurch.

Schwalben-Fahrer im Vorteil

Doch für ungeübte Motorradfahrer sollte das auch zum Vorteil gedeihen. Diese sollten sich erst auf ruhigen Wegen an die Sechsgang-Schaltung gewöhnen und ein paar Proberunden drehen. Sehr hilfreich ist dabei die Fußbremse, die ausgeglichen eingreift und den Laien nicht verwirrt, ob er zunächst links oder rechts den Zug bedienen muss. Wer allerdings früher eine Schwalbe benutzte, kommt mit der Technik sehr schnell klar.

Ist die Eingewöhnungsphase vorbei, kann die Landstraße sehr schnell genossen werden – vor allem dann, wenn das Wetter mitspielt. Gemütlich cruisen bei 100 km/h, da erwacht das alte Herz und vermisst im Nachhinein, nie den Motorradführerschein erworben zu haben. Aber das dritte Rad verleiht dabei sehr viel Sicherheit, weil ein Umkippen halt nicht passieren kann.

Keine Probleme mit er Rewaco CT 1700 V auf unwägsamen Wegen

Mit 90 PS ist die Rewaco CT 1700 V ausreichend motorisiert.
Die beiden Räder der Rewaco CT 1700 V haben nicht nur Vorteile AG/Flehmer

Auf holprigen Straßen ist die Federung so gut, dass die Unwägsamkeiten keine Probleme bereiten. Zur Not wird kurz das verlängerte Rückgrat aus dem Sattel gehoben. Auf die Fahrt sollte übrigens immer ein Sechskantschlüssel mitgenommen werden. Wie schon bei der umgebauten Triumph CT 2300 T löste sich auch bei der CT 1700 V der linke Außenspiegel.

Sicher kann das BikeConversion auch im Stadtverkehr mithalten, doch dann kommen die Nachteile zum Vorschein. Mit 1,49 Metern ist die Victory zu breit, um sich im Stau vorbeizuschwängeln, auch die Parkplatzsuche dauert länger als bei Zweirädern. Somit ist der Einsatz zumeist auf die Ausfahrt am Wochenende begrenzt, macht dann aber auch mehr Spaß als in einer vollen Stadt. Um in den Genuss des wochenendlichen Spaßes zu gelangen, müssen zunächst aber 26.890 Euro beim Händler abgegeben werden, ehe die CT 1700 V das Schaufenster verlässt.

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.