Frühjahrsputz: So bleibt der Oldtimer in Schuss

Auf die richtige Pflege des Oldtimers kommt es an.
Auf die richtige Pflege des Oldtimers kommt es an. © ADAC

Temperaturen von 15 Grad und mehr sorgen bereits im Februar für Frühlingsgefühle. Fahrer eines Oldtimers sollten ihr Gefährt vor der ersten Ausfahrt aber aufpolieren.

Auch nach einem milden Winter ist es nötig, ein Auto buchstäblich vom Dach bis zu den Reifen fit für die Straße zu machen. Das gilt natürlich nicht nur für die Fahrzeuge, die rund ums Jahr über die Straße rollen, sondern auch für die, die im Winter geschützt vor Wind und Wetter in der Garage stehen.


Oldtimer brauchen besondere Pflege. Für Oldies, die auch im Winter gefahren werden, ist die Außenpflege besonders wichtig. Das nasse Wetter und die niedrigen Temperaturen greifen ein altes Fahrzeug besonders stark an. Dreckige Straßen, Splittreste und aufspritzende Schmutzwasserpfützen vermengen sich mit Streusalz.

Schmutz setzt Lack zu

Die Rückstände bleiben in den Felgen hängen und setzen dem Lack zu. Oldtimer-Besitzer sollten zwar im Winter regelmäßig Dreck und Salz entfernen, doch eine besonders gründliche Reinigung beim Frühjahrsputz ist in jedem Fall werterhaltend.

Die beste Art der Reinigung für einen Oldtimer ist die manuelle Wäsche. Es empfiehlt sich, einen Waschplatz bei einer nahegelegenen Waschstraße anzufahren, um die Grundreinigung durchzuführen. Bei der manuellen Reinigung fallen schadhafte Stellen am Lack sofort auf. Gleichzeitig ist es möglich, die Scheinwerfer und die Scheiben intensiv bei Tageslicht zu überprüfen. Sämtliche festgestellten Schäden sollten soweit wie möglich beseitigt werden.

Tipp: Auch, wenn die erste frühlingshafte Wetterlage schon im März ideale Ausflugsbedingungen für eine Spritztour mit dem Oldtimer bietet, kann der Winter noch einmal zurückkommen. Es ist durchaus möglich, dass die Außenreinigung nach einem Kälteeinbruch im April erneut vorzunehmen ist, weil der salzige Straßendreck am Auto Schäden anrichten kann. Oldtimer-Besitzer sollten deshalb die Pflegeutensilien bis Mitte Mai – je nach Region auch länger – zur Hand haben.

Reifen prüfen und wechseln

In Abhängigkeit von der Region, in der der Oldtimer fährt, steht der Reifenwechsel zwischen April und Ende Mai an. Sobald kein Glatteis und kein Schnee mehr zu erwarten ist, ist es Zeit, die Winterreifen zu entfernen und Sommerreifen aufzuziehen. Fahrzeuge, die den Winter in der Garage gestanden haben, brauchen ein Reifencheck.

Zum einen gilt, dass Reifen mit zu geringer Profiltiefe auszuwechseln sind. Zum anderen werden Pneus durch Witterungseinflüsse und Temperaturschwankungen so stark in ihrer Funktionalität beeinträchtigt, dass sie bereits gewechselt werden müssen, obwohl die Profiltiefe noch reicht. Zu groß ist die Gefahr, dass ein Reifen unerwartet kaputtgeht. Außerdem verliert das Gummi über die Jahre an Flexibilität, was sich auf die Bodenhaftung auswirkt. Die Oberfläche verhärtet und der alte Reifen gewährleistet keine sichere Fahrt mehr.

Spätestens nach 6 Jahren sind die Reifen zu wechseln. Das Alter eines Standard-Reifens lässt sich anhand einer vierstelligen Kennnummer feststellen, die als DOT-Nummer (Department of Transportation) bezeichnet wird. Die Ziffern sind in einem Oval am Reifen aufgebracht. Steht zum Beispiel die Zahl 1115 im Oval, dann bedeutet das, dass der Reifen in der elften Woche des Jahres 2015 produziert wurde. Der Wechsel sollte somit spätestens in der elften Woche 2021 erfolgen.

Reifenschonung im Winterlager

Besitzer von Fahrzeugen mit niedriger Jahresleistung können einiges tun, um die Qualität eines Reifens möglichst lange auf hohem Niveau zu halten. Die regelmäßige Reinigung und Pflege ist eine wichtige Maßnahme. Reifenpflege ist nicht allein aufgrund der optischen Verbesserung ratsam, sondern vor allem auch aufgrund der Haltbarkeitsverlängerung.

Die beste Möglichkeit, die Lebenszeit des Reifens zu verlängern ist, das Fahrzeug im Winter auf Reifenschuhe zu stellen. Man bezeichnet sie auch als Reifenwiege oder Reifenkissen. Diese schützen die Pneus vor dem gefürchteten Standplatten, der einen Reifenwechsel zwingend erforderlich macht.

Innenreinigung beginnt mit Dichtungskontrolle

Die Innenraumreinigung startet mit der Kontrolle der Gummidichtungen. Hier sollten keine groben Beschädigungen oder Risse zu finden sein. Falls nennenswerte Schäden vorhanden sind, sollte die Dichtungen erneuert werden. Sind die Gummidichtungen in Ordnung, sorgt Gummipflege für anhaltende Elastizität. Gelenke, Schlösser und Scharniere werden überprüft, gereinigt und mit einem Schmiermittel wieder gängig gemacht.

Der Porsche 911 Carrera RS 2.7. Foto: Porsche
Seltene Oldtimer wollen gut gepflegt sein. Foto: Porsche

Den Sitzen und Ritzen sowie Fugen und Ecken kommt eine Sonderbehandlung zu – und zwar bevor es mit der Innenraumpflege weitergeht. Ein leistungsfähiger Staubsauger mit einem umfassenden Sortiment an Aufsätzen hilft dabei, Staub und Flusen auch aus dem letzten Winkel zu entfernen. Besonders hilfreich sind Geräte, die schmale Aufsätze mit langen, mittelharten Staubpinselborsten beinhalten. Mit diesen lassen sich auch aus den engen Stoßfugen festsitzende Staubreste und anderer Unrat zuverlässig lösen, weil die Kombination aus sanftem Druck, vorsichtig reibenden Bewegungen und unterstützender Saugkraft dem Dreck keine Chance lässt.

Tipp: Steht die Neuanschaffung eines Staubsaugers an, sollten Oldtimer-Besitzer unbedingt auf das mitgelieferte Zubehör achten und die Produkte miteinander vergleichen. Staubpinsel und ein handlicher Polstersauger für die Sitze sollten inbegriffen oder zumindest nachbestellbar sein. Auch könnte ein Gerät mit zusätzlichem Akku-Sauger interessant sein, weil sich der handliche Kleinsauger gut für die Reinigung zwischendurch eignet.

Motorwäsche ist etwas was für Profis

Ist der intensive Saugdurchgang erledigt, sind die Polster intensiv nach Flecken zu untersuchen. Diese lassen sich mit milden Polsterreinigern entfernen, die zusätzlich für frischen Duft sorgen. Danach geht es an den Rest im Innenraum. Alle Kunststoffteile sind mit speziellem Reinigungsmittel zu säubern. Gleiches gilt für Metall und Holz. Da kein Staub und kein grober Schmutz mehr die Oberflächen verunreinigt, können die Pflegemittel ihre volle Wirkung entfalten.

Eine Motorwäsche ist nur dann nötig, wenn der Motor zum Beispiel Öl verliert oder einen anderen Mangel aufweist. Die Motorwäsche hilft dabei, den Fehler zu finden. Wer dennoch aus rein ästhetischen Gründen einem blitzblanken Motor wünscht, sollte diese Arbeit dem Profi überlassen, das findet auch der Autoclub Europa (ACE).

Die Reinigung darf ohnehin nur dort gemacht werden, wo die herabfallenden Schadstoffe aus dem Motorraum umweltfreundlich entsorgt werden. Doch ein Blick unter die Motorhaube ist beim Frühjahrsputz trotzdem nötig. Laub und anderer Unrat sollte per Hand entfernt werden, damit sich dieses nicht zersetzt und zu einer fauligen Masse entwickelt. Der Staubsauber aber darf hier nicht zum Einsatz kommen, auch wenn es verlockend ist, den groben Schmutz einfach wegzusaugen. Es besteht die Gefahr, dass ölige oder schleimige Bestandteile das Gerät irreparabel schädigen.

Die Reinigung des Cabriodachs erfordert ein hohes Maß an Sorgfalt. Der Beitrag „Vorsicht bei der Pflege des Cabriodachs“ erklärt die perfekte Cabriodach-Reinigung im Detail.