Ersatzanspruch erlischt

Falsche Angaben

Unfallschaden © Foto: dpa

Wer als Geschädigter Anspruch auf Ersatzleistungen durch die Versicherung erhebt, muss selbst auf die korrekte Beschreibung des eingetretenen Schadens achten. Sonst kann das böse Folge haben.

Gibt der Halter eines Autos an, dass ihm das Fahrzeug gestohlen worden sei, so muss seine Teilkaskoversicherung den Schaden nicht ersetzen, wenn der Bestohlene die Frage im Formular für die Schadenanzeige nach Vorschäden bewusst falsch beantwortet, um sich eine höhere Versicherungsleistung zu erschleichen.

Unfälle verschwiegen

Hier hatte der Autofahrer lediglich einen Auffahrunfall mit defekter Stoßstange angegeben, obwohl das Auto innerhalb eines Jahres in zwei größere Unfälle verwickelt gewesen war, bei denen jeweils erhebliche Karosserieschäden verursacht wurden. Ermittelt die Versicherung im Gegenzug, mit Hilfe der so genannten Uniwagnis-Datei, einer gemeinsamen Warn- und Hinweisdatenbank der im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft organisierten Versicherungsunternehmen, eine tatsächlich viel höhere Vorschäden am Auto, so geht der Versicherte wegen der falschen Angaben leer aus, urteilen die Richter am Oberlandesgericht Hamm (AZ: 20 U 109/07).

Unbewiesene Behauptungen

Er kann der Versicherung auch nicht vorwerfen, die Assekuranz hätte sich bereits vorher der Datenbank bedienen können. Das Gericht machte deutlich, dass der Versicherungsnehmer nicht ohne weiteres davon ausgehen kann, dass die Versicherung die Vorschäden bereits kannte, als sie ihm den Fragebogen ausfüllen ließ. (AG)