Raser-Unfall auf Ku´damm: Angeklagter gesteht

Raser-Unfall auf Ku´damm: Angeklagter gesteht
Das Landgericht Berlin verhandelt immer wieder Prozess gegen Raser. © dpa

Ein Raser wollte eine Bekannte auf dem Berliner Ku´damm beeindrucken: die Folge waren zwei schwerverletzte Frauen. Nun hat der Angeklagte die Vorwürfe eingeräumt.

Der Verteidiger verlas am Landgericht der Hauptstadt am Donnerstag eine Erklärung für den 29-Jährigen. Demnach habe dieser das Gaspedal voll durchgedrückt, um seine Beifahrerin zu beeindrucken. Ihm sei bewusst gewesen, dass er durch maximale Beschleunigung andere Verkehrsteilnehmer gefährden könnte. Den Unfall habe er aber nicht gewollt, hieß es.


Dem Angeklagten werden ein verbotenes Fahrzeugrennen sowie gefährliche und schwere Körperverletzung vorgeworfen. Er soll am Abend des 31. August 2020 in einem Mietfahrzeug mit 530 PS den Ku’damm mit bis zu 132 Stundenkilometern entlanggerast sein und den Wagen auch dann nicht abgebremst haben, als ein mit zwei Frauen besetztes Auto die Straße queren wollte.

Opfer dauerhaft gelähmt

Die Wucht der Kollision war so stark, dass mehrere parkende Fahrzeuge auch durch herumfliegende Autoteile beschädigt wurden, hieß es. Die Fahrerin des anderen Wagens wurde bei der Kollision lebensgefährlich verletzt und ist laut Gericht dauerhaft gelähmt. Sie kam nicht zum Prozessauftakt. Der Angeklagte soll zusammen mit den weiteren Insassen des Mietautos den Unfallort verlassen haben. Er wurde erst einen Monat später festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte ließ über seinen Anwalt weiter erklären, er sei damals mit einer Urlaubsbekanntschaft und einem Freund unterwegs gewesen. Das Auto habe er extra für den Besuch der Frau gemietet. „Mir ist bewusst, dass ich den beiden Geschädigten durch mein Verhalten großes Leid zugefügt habe“, hieß es in der Erklärung weiter. Dem Geständnis ging eine sogenannte Verständigung von Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung voraus. Demnach werden Unfallflucht und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr nun nicht mehr verhandelt. (dpa)

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