Autobauer bei Rabatten für Neuwagen auf Sparkurs

Studie des CAR

VW in Wolfsburg. Foto: dpa
Auslieferungsturm von Neuwagen von Volkswagen in Wolfsburg. © dpa

Die Konjunktur in Deutschland schwächelt. Darauf reagieren auch die Autobauer und haben das Rabatt-Niveau für Neuwagen erstmals in diesem Jahr zurückgefahren. Vorreiter ist Marktführer VW.

So gingt das Rabattniveau nach der aktuellen Studie des Centers Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen im Mai bei den Kundenvorteilen um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Anzahl der Sonderaktionen, die die Hersteller für ihre Modell im Handel aufgelegt haben: sie lag im Mai bei 491, ein Rückgang von 76 Sonderkationen.


Wie der Wissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer in seiner Studie feststellte, sind die Rabatte für die 30 meistverkauften Neuwagen bei den vier großen Internethändlern auf 18,4 Prozent gesunken. Ebenfalls gesunken ist der Anteil der Eigenzulassungen: er sank auf 25,6 Prozent. Das ist zugleich die niedrigste Eigenzulassungsquote seit 19 Monaten. Bei den Eigenzulassungen führt Hyundai das Feld mit 39,7 Prozent gefolgt von Fiat (37,6 Prozent) und Toyota (36,3 Prozent) an. VW kommt auf einen Anteil von 25,0 Prozent, Opel auf 34,9 Prozent. Das Schlusslicht bilden Skoda (19,9 Prozent) und Ford (14,3 Prozent) gefolgt von Seat (14,2 Prozent).

Rabatt für Golf 1.6 TDI sinkt um 6,5 Prozent

Dudenhöffer führt den Rückgang der Rabatte für Neuwagen unter anderen auf die abebbende Diskussion zu Dieselfahrverboten und das Auslaufen der Diesel-Eintauschprämien zurück. So endeten bei VW und Opel die Dieselprämien bereits im April. Auswirkung auf das gesunkene Rabatt-Niveau habe auch der Umstand gehabt, dass VW die Rabatte für den Golf und Tiguan gesenkt hätte.

So sei beispielsweise der Rabatt für den Golf 1.6 TDI Comfortline Variant um 6,5 Prozent auf 14 Prozent zurückgeschraubt worden. „VW testet den Golf-Käufer auf seine Zahlungsbereitschaft“, so Dudenhöffer. Ein Ähnliches Bild zeigt sich auch beim Tiguan: beim SUV der Wolfsburger ging der Rabatt um 4,9 Prozent auf 14,3 Prozent zurück.

Hoher Nachlass auf Seat Leon

Wer auf die Sonderaktionen der Autobauer schaut, der erhält laut der Studie beispielsweise einen Seat Leon (Sonderleasing, 24 Monate, 10.000 Kilometer Jahresfahrleistung) für einen Rabatt von 33,5 Prozent (Kundenvorteil 7428 Euro). Für einen Fiat 500 ist ein Rabatt von 33,4, Prozent und für einen Peugeot 108 ein Nachlass von 33,1 Prozent zu erzielen.

Ob das Absinken der Rabatte sich fortsetzt, sei derzeit schwer zu sagen, stellt Dudenhöffer fest. Der Wissenschaftler geht aber davon aus, dass angesichts der schwächeren Konjunktur der Abbau der hohen Rabatte langsamer erfolgen wird. „Die nächsten Monat werden schwere im Verkauf und da sprudeln oft wieder die Rabatte“, so der Autoexperte. Dudenhöffer rät Neuwagenkäufer deshalb dazu, den Markt zu beobachten und „nicht gleich einen Kaufvertrag“ zu unterschreiben.

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