Porsche bekommt grünes Licht für fünfte Baureihe

Hauptversammlung in Stuttgart

Porsche bekommt grünes Licht für fünfte Baureihe
Der Porsche Panamera steht als Testfahrzeug bereit. © Porsche

Kurz vor der Hauptversammlung von Porsche hat VW-Chef Martin Winterkorn den Sportwagenbauer mit mehr Macht versehen. Zugleich wurde der Bau einer fünften Baureihe durch den Aufsichtsrat beschlossen.

VW-Konzernchef Martin Winterkorn bringt zu der wichtigen Hauptversammlung für die Verschmelzung von Porsche und VW Geschenke mit. Einen Tag vor dem Aktionärstreffen in Stuttgart sicherte der Manager den Schwaben am Montag auf einer Betriebsversammlung zu, für den Sportwagen- sowie den Modulbaukasten für große Luxuslimousinen wie den Panamera im Volkswagen-Konzern verantwortlich zu sein.

Rückkehr in Gewinnzone

Für positive Stimmung bei der Hauptversammlung des Sportwagenbauers wird auch die am Montag präsentierte Rückkehr in die Gewinnzone der Porsche-Dachgesellschaft sorgen. Der Aufsichtsrat gab außerdem am Abend grünes Licht für eine fünfte Baureihe. Mit dem Cajun, dem kleinen Bruder des Geländewagens Cayenne, wollen die Stuttgarter vor allem jüngere Käuferschichten für ihre sportlichen Geländewagen begeistern. Porsche-Chef Matthias Müller hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Oktober eine Offensive mit neuen Modellen und Baureihen angekündigt. So will er das mittelfristige Ziel erreichen, 150 000 Fahrzeuge pro Jahr abzusetzen. Zuletzt waren es knapp 82 000 Autos.

155 Millionen Euro fuhr die Porsche SE unter dem Strich im ersten Quartal des Rumpfgeschäftsjahres 2010 ein. Nach den ersten drei Monaten des Vorjahres musste die Porsche Automobil Holding SE noch einen Verlust nach Steuern von 431 Millionen Euro verbuchen. Für das gesamte Rumpfgeschäftsjahr 2010 (August bis Ende Dezember) rechnet Porsche mit einem ausgeglichenen Konzernergebnis. 2011 soll wieder ein Nettogewinn eingefahren werden.
Auch operativ ist Porsche wieder auf der Spur.

Vor wenigen Tagen wurde mitgeteilt, dass von August bis Ende Oktober mit 21 218 Sport- und Geländewagen 86,4 Prozent mehr Fahrzeuge als im von der Krise geprägten Vorjahreszeitraum verkauft wurden. Der Umsatz legte im ersten Quartal um mehr als 80 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn verachtfachte sich nahezu auf 395 Millionen Euro.

Dürheimer wird Bugatti-Chef

Der künftige gemeinsame Kurs der beiden Autobauer wurde am Montag auch durch eine weitere Personalrochade zwischen den beiden Unternehmen dokumentiert: Porsche-Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer verlässt die Schwaben und wird von Februar an Chef der VW- Konzernmarken Bentley und Bugatti. Er folgt auf Franz-Josef Paefgen, der sich in den Ruhestand verabschiedet. Neuer Vorstand Forschung und Entwicklung der Porsche AG wird der VW-Motorenentwickler Wolfgang Hatz.

Der Porsche Speedster Porsche

"Die Botschaft ist klar: Der Konzern setzt voll und ganz auf Porsche-Kompetenz", sagte Winterkorn zu dem Personaltausch. Zuvor waren bereits der neue Porsche-Lenker Matthias Müller von Wolfsburg nach Stuttgart und im Gegenzug Ex-Vorstandschef Michael Macht in den VW-Vorstand gewechselt. "Wolfgang Hatz verfügt über langjährige Erfahrungen bei Volkswagen und bringt alle Voraussetzungen mit, um die Position des Standortes Weissach als Kompetenz-Zentrum für die Entwicklung von Sportwagen weiter auszubauen", erklärte dann auch Müller. "Das 150-Millionen- Euro-Investment und die mehr als 100 neuen Ingenieur-Jobs hier am Standort zeigen, dass wir es ernst meinen", flankierte Konzern-Chef Winterkorn die Entscheidung. Porsche soll nach dem verlorenen Machtkampf im nächsten Jahr in den VW-Konzern als zehnte Marke integriert werden. Grundvoraussetzung dafür ist eine Kapitalerhöhung, die bis zu fünf Milliarden Euro bringen soll. Mit dem Geld soll auch der Schuldenberg der Porsche SE verringert werden.

Die Familien Porsche und Piëch haben bereits signalisiert, die Kapitalerhöhung mitzutragen. Überzeugt werden müssen auf der Hauptversammlung an diesem Dienstag noch die größtenteils aus Fonds und Privatanlegern bestehenden Vorzugsaktionäre. Auf der Holding lasten wegen der gescheiterten VW-Übernahme noch immer Schulden von rund sechs Milliarden Euro. Unter dem Dach der Porsche-Holding sind die Porsche AG und die Anteile der Stuttgarter an VW gebündelt. (dpa)

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