Porsche Macan: Für Chinesen der Einstieg in die Marke

Weltpremiere des Kompakt-SUV

Porsche Macan: Für Chinesen der Einstieg in die Marke
Porsche-Vertriebsvorstand Detlev von Platen bei der Weltpremiere des Macan. © Mertens

Der Autobauer Porsche hat in Shanghai die Weltpremiere des neuen Macan gefeiert. Dass die Vorstellung des neuen SUVs in der chinesischen Metropole stattfand, ist kein Zufall.

„China kommt auf einen SUV-Anteil von 80 Prozent am Absatz“, sagt Porsche-Vertriebschef Detlev von Platen bei der Präsentation des neuen Modells am Mittwoch. Der chinesische Markt ist für die VW-Tochter mittlerweile der größte Einzelmarkt. Hier wurden im Vorjahr 71.500 Fahrzeuge abgesetzt. Tendenz steigend. Davon entfielen 40 Prozent allein auf den Macan. Seit dem Marktstart im Jahr 2014 wurden von ihm weltweit 350.000 Einheiten abgesetzt, auf China entfielen davon allein 100.000 Fahrzeuge. So sehen Erfolgsgeschichten aus.


„Der Macan ist für die chinesischen Kunden der Einstieg in die Marke“, sagt Porsche-China-Chef Jens Puttfarcken. Und die Kunden des Macan sind dabei deutlich jünger als die in Deutschland. Während hierzulande das Durchschnittsalter der Porsche-Kunden bei 50+ liegt, sind es in China gerade einmal 35 Jahre.

Macan-Kunden entdecken auch Zweitürer von Porsche

Es sind Kunden, die sich nach dem ersten Kennenlernen mit dem Macan auch später der Marke verbunden fühlen. Sie würden dann auch die zweitürigen Sportwagen von Porsche wie den 911 oder auch den Cayman für sich entdecken, so der China-Chef.

Für dieses Jahr erwartet Porsche in China auch angesichts des Marktstarts des Macan einen Absatz von 80.000 Fahrzeugen. Damit würde man stärker wachsen als im Vorjahr, als Porsche in China einen Zuwachs von zehn Prozent erzielen konnte. In den ersten sechs Monaten lag die Zahl der an Kunden ausgelieferten Fahrzeuge bei 33.000. Es sind rund 3000 weniger, als man in diesem Zeitraum hätte verkaufen können. Der Grund dafür: die hohen Importzölle in China. Aufgrund derer wurden die Autos in drei Häfen „zwischengeparkt“.

Diesel bleibt wichtig

Wie Vertriebschef von Platen sagte, werde es den Macan vorerst nicht mit einem Diesel geben. Er wird zunächst als Vierzylinder, dann als S-Version und später als Turbo angeboten. Als 3,0 Liter hat er 354 PS, als Turbo mit 2,9 Liter Hubraum werden es 440 PS sein.

Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche will sich aber nicht persé vom Selbstzünder verabschieden. „Die Diskussion um den Diesel wird vor allem in Deutschland geführt, in China oder den USA, wo wir keine Diesel anbieten, spielt er keine Rolle“, sagt von Platen.

Der Diesel sei trotz aller Diskussionen nach wie vor ein interessanter Antrieb, der auch für die Erreichung der CO2-Grenzwerte wichtig sei, sagte der Vertriebschef. Platen zeigte sich zuversichtlich, dass Porsche die ab 2021 geltenden CO2-Grenzwerte von 95 g/km erreichen werde, auch wenn das für einen Sportwagenbauer durchaus ein anspruchsvolles Unterfangen sei.

Hohe Nachfrage nach Plug-in-Hybriden

Der Porsche Macan kommt im November in Deutschland auf den Markt. Foto: Mertens

Zur Erreichung der CO2-Grenzwerte dürfte auch die hohe Nachfrage nach dem Panamera Plug-in-Hybrid beitragen. Auf ihn entfallen mittlerweile 60 Prozent des Absatzes der Baureihe. Der Panamera wird von den Schwaben übrigens nicht mehr mit einem Diesel angeboten. Für den Macan, so von Platen, sei trotz des Erfolges beim Panamera übrigens kein Plug-in-Hybrid zu erwarten.

Aber auch so ist der Neue attraktiv genug: Neben verbesserten Fahrassistenten wie einem neuen Staupiloten (er funktioniert bis Tempo 60 km/h) wird der Macan auch mit einer beheizbaren Frontscheibe zu haben sein. Und natürlich wird er auch voll vernetzt sein und über eine intelligente Sprachsteuerung verfügen. Insbesondere für die Kunden in China wird es zum Marktstart auch die neuen Farben „Miamiblau“ und „Mambagrünmetallic“ geben. Es sind Lackierungen, die auf jeden Fall dafür sorgen, dass man mit dem Macan auffällt. „Während bei uns gedeckte Farben wie silber dominieren, mögen es die Chinesen besonders knallig.

Mit Blick auf den Vertrieb will Porsche in China verstärkt auf den Online-Vertrieb setzen, also die Kunden stärker als bislang über die verschiedenen digitalen Plattformen ansprechen. Eines soll dabei aber immer gewährleistet sein: das Auto wird von einem der bislang 106 Händler verkauft. „Es wird keinen Direktverkauf über das Internet geben“, stellt Platen klar. Zu Preisen seines neuen SUVs sagte Porsche nur soviel, dass er sich auf den Niveau des Vorgängers bewegen soll. Und der startet bei etwas mehr als 56.000 Euro.

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