«Porsche und Daimler nicht in Schmuddelecke stellen»

Appell an die Grünen

«Porsche und Daimler nicht in Schmuddelecke stellen»
Der Porsche Panamera Hybrid ist das sparsamste Modell der Stuttgarter © Porsche

Nach dem Machtwechsel in Baden-Württemberg sorgen sich Porsche und Daimler um die zukünftige Industriepolitik der Grünen. Porsche positioniert sich durch Betriebsratschef Hück schon einmal als umweltfreundlicher Hersteller.

Der Porsche-Betriebsratsvorsitzende Uwe Hück hat an die Grünen appelliert, keine Ängste in der Autoindustrie zu schüren. "Porsche und Daimler sollten nicht in die Schmuddelecke gestellt werden. Beide Unternehmen bauen schon jetzt umweltfreundliche Autos und verkaufen sie nicht nur in Deutschland, sondern weltweit", sagte Hück in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Grund für die Mahnung des obersten Arbeitnehmervertreters bei der Stuttgarter Sportwagenschmiede sind jüngste Aussagen des designierten Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) zur Zukunft der Autobranche.

Grüne: Weniger Autos sind besser als mehr

Er hatte in einem Zeitungsinterview gesagt: "Weniger Autos sind natürlich besser als mehr. Wir müssen in Zukunft Mobilitätskonzepte verkaufen und nicht nur Autos." Zugleich warb Kretschmann für den Bau spritsparender Fahrzeuge. Sorgen müsse sich die Automobilindustrie in Baden-Württemberg wegen der Wahl eines Grünen zum Ministerpräsidenten nicht machen, "aber sie muss in Zukunft Autos bauen, die viel weniger Sprit verbrauchen".

Dazu erklärte Hück: "Die modernste Antriebstechnik machen wir heute schon. Der Panamera Hybrid verbraucht lediglich 6,9 Liter auf 100 Kilometern." Was den wortgewaltigen Betriebsratschef aber viel mehr ärgert: "Kretschmann war bisher weder bei Daimler noch bei Porsche, um mit den Arbeitern und Ingenieuren zu diskutieren. Das passt nicht zu seiner Ankündigung, einen anderen Politikstil umzusetzen und den Bürgern zuzuhören. Er hat mit uns noch nicht einmal geredet und sich angehört, an was wir arbeiten."

Hück hatte sich im Wahlkampf für die SPD engagiert, weil die Partei nach seinen Worten für eine zukunftsorientierte und auf soziale Gerechtigkeit ausgerichtete Wirtschaftspolitik steht. Als SPD-Landeschef Nils Schmid den Gewerkschafter Rudolf Luz für die Themen Arbeit und Beschäftigung in seinem Regierungsteam präsentierte, waren mit Hück auch Daimler-Betriebsratschef Erich Klemm, der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber und der baden-württembergische IG-Metall-Chef Jörg Hofmann aufmarschiert, um den Schulterschluss zwischen SPD und Gewerkschaften zu demonstrieren. (dpa)

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