Porsche nutzt «Seidenstraße» für China-Exporte

Porsche nutzt nun auch den Zug für den Export seiner Fahrzeuge nach China. © Porsche

Porsche exportiert seine Fahrzeuge nach China nicht mehr nur per Schiff an. Der Sportwagenbauer nutzt dafür auch den Zug über die «Neue Seidenstraße».

Die Autos werden neuerdings zweimal pro Woche per Güterzug in die Millionenstadt Chongqing im Südwesten Chinas geliefert -jeweils maximal 88 Stück in höchstens 44 Containern pro Zug, wie ein Porsche-Sprecher sagte.


Die rund 11.000 Kilometer lange Fahrt beginnt den Angaben zufolge in Bremerhaven und führt über Polen, Weißrussland, Russland und Kasachstan in die südwestchinesische Metropole Chongqing. Von dort werden die Neufahrzeuge an die regionalen Händler ausgeliefert. Sie dauert etwa 18 Tage, wie eine Sprecherin des Osnabrücker Logistik-Unternehmens Hellmann sagte, das die Transporte seit Anfang April organisiert.

Schiff spielt weiterhin wichtigste Rolle

Den weitaus größten Teil seiner Fahrzeuge – im vergangenen Jahr waren es mehr als 80.000 Stück – bringt Porsche allerdings nach wie vor auf dem deutlich weiteren Seeweg nach China. Das dauert drei Wochen länger als der Transport per Zug. Die Transportlaufzeit vom Werk zu den Porsche Zentren in China über das Wasser beträgt gut 50 Tage und der  Seeweg nach Guangzhou, Shanghai oder Tianjin beträgt 18.500 Kilometer. China ist für den Sportwagenbauer der wichtigste Einzelmarkt. Im Vorjahr wurde 31 Prozent des Gesamtabsatzes in China gemacht.

China wichtigster Einzelmarkt

Anders als viele andere Hersteller produziert Porsche nicht in China und muss deshalb alle Fahrzeuge dorthin exportieren. Hellmann bringt nach eigenen Angaben aber auch für andere Hersteller und Importeure Autos per Zug nach China. Eine Daimler-Sprecherin sagte, der Konzern nutze den Schienenweg in einem Pilotprojekt. Standardmäßig gingen Fahrzeuge und Fahrzeugteile aber per Schiff nach China.

Die «Neue Seidenstraße» umfasst nicht nur eine Bahnstrecke, sondern ist ein gigantisches chinesisches Vorhaben zum Bau auch von Häfen, Straßen, Schienenstrecken und anderen Infrastrukturprojekten und soll neue Handelswege zwischen China und anderen Teilen der Welt ebnen. International ist dieser neue Transportweg jedoch umstritten. (AG/dpa)

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein
Bitte geben Sie Ihren Namen ein