Porsche Boxster: 25 Jahre Fahrspaß

Roadster feiert Jubiläum

Porsche Boxster: 25 Jahre Fahrspaß
Der Porsche Boxster zählt zu den meistverkauften zweisitzigen Cabrios. © Porsche

Porsche kann mehr als nur den 911er. Mit dem Boxster hat man den erfolgreichsten Roadster aller Zeiten gebaut. Jetzt feiert er Jubiläum.

Raus aus der Tristesse der weltweiten Sportwagenrezession um 1990, rauf zum Zenit des Roadster-Hypes: Das gelang Porsche dank des Boxster, der heute mit rund 350.000 gebauten Einheiten zu den meistverkauften offenen Zweisitzern aller Zeiten zählt.


Vor 25 Jahren stellte der Roadster mit wassergekühltem Sechszylinder-Boxer in Mittelmotorbauweise klar: Hier kommt eine Fahrspaßmaschine, deren Konzept an Kult-Klassiker aus den Roaring Fifties erinnert, also Porsche 356 Speedster, den 550 Spyder von Hollywood-Superstar und Hobby-Rennfahrer James Dean oder den unter Hans Herrmann siegreichen 718 RS 60 Spyder.

Bestellungen haben Kapazitäten übertroffen

Schon 1997 übertrafen die Bestelleingänge für den Boxster die Kapazitäten im Stammwerk Zuffenhausen und so startete beim Karossier Valmet im finnischen Uusikaupunki eine zusätzliche Fertigung. Am Ende des Geschäftsjahres 1997/98 wies Porsche den höchsten Jahresüberschuss der Unternehmensgeschichte aus, ein Resultat, von dem wenige Jahre zuvor kaum jemand zu träumen wagte.

Schließlich war es zu Beginn der 1990er Jahren gar nicht gut bestellt um die Profitabilität des schwäbischen Sportwagenspezialisten. Besonders für die USA, weltweit wichtigster Sportwagenmarkt, benötigte Porsche dringend einen neuen Pulsbeschleuniger. Im Januar 1993 war es soweit. Bei der Autoshow in Detroit präsentierte Porsche die Studie eines zweisitzigen Roadsters, der auf Anhieb die Herzen der Messebesucher und Medien gewann.

Kurzzeitig gab es auch eine spartanischeren Porsche Spyder. Foto: Porsche

Sein Name war Programm: Boxster war ein Silbenkurzwort aus Boxer und Roadster.
Sein Verdeck versteckte der Boxster elektrisch in damals spektakulär schnellen zwölf Sekunden, nicht wenige Käufer zelebrierten diesen Showeffekt bei Ampelstopps. Allerdings verblüffte die erste Boxster-Generation auch durch ihre teils puristische Machart mit reichlich Hartplastik im Interieur. Die Open-Air-Fans kümmerte das nicht, sie freuten sich über den im Sommer 1999 nachgelegten Boxster S mit 252 PS kräftigem 3,2-Liter-Boxer für stürmische 260 km/h.

2004 kam Generation zwei

Ende 2004 debütierte die zweite Boxster-Generation (Typ 987) in verfeinerter Formensprache und mit Scheinwerfern, die Kritiker nicht länger an Spiegeleier erinnerten. Vor der Hinterachse arbeiteten nun bis 280 PS freisetzende Sechszylinder, genug Power, um diesen Porsche in einem global rückläufigen Roadstermarkt glänzen zu lassen. Fast 80.000 Einheiten wurden bis 2011 abgesetzt, darunter auch Sammlereditionen wie der 303 PS abgebende Boxster RS 60 Spyder von 2007 oder der Boxster Spyder von 2009.

Alles neu machte die dritte Boxster-Generation (Typ 981), die im März 2012 auf dem Genfer Salon debütierte. Die flache Leichtbaukarosserie kennzeichnete scharfe Konturen, und feurig wie Chili gaben sich auch die Boxer-Direkteinspritzer, die im 2014 bereitstehenden Boxster GTS sogar 330 PS auf den Asphalt brachten. Noch feuriger gewürzt war nur der Boxster Spyder: Sein 3,8-Liter-Sechszylinder hielt 375 PS bereit. Rund 55.000 Einheiten des Boxster (981) verkaufte Porsche in nur vier Jahren. Das war rekordverdächtig, zumal der Roadster seit Herbst 2005 auch die Basis bot für das technisch eng verwandte Mittelmotor-Sportcoupé Cayman.

Typ 982 mit Vierzylindern

Der Porsche 718 T wird vom Basismotor mit 300 PS angetrieben. Foto: Porsche

Was konnte da noch kommen? Genau 20 Jahre nach dem ersten Boxster debütierte die aktuelle Generation (Typ 982) und das unter dem neuen Namen 718 Boxster. Für Vortrieb sorgten jetzt effiziente Vierzylinder, ganz so wie beim namensgebenden historischen Mittelmotorsportler Porsche 718 von 1957.

Allerdings brachte die moderne Turboaufladung bereits beim Zweiliter-Basis-Boxster bullige 380 Nm hervor, 100 Nm mehr als beim Sechszylinder-Vorgänger. Trotzdem forderten nicht wenige Fans für den 718 Boxster einen klassischen Sechszylinder – und Porsche folgte diesem Ruf mit einem 4,0-Liter-Motor für Boxster GTS, Spyder und das jüngste Jubiläumsmodell „Boxster 25 Jahre“. Porsche versteht offenbar, was die Kunden wollen, vielleicht überlebte der Boxster deshalb schon so viele Wettbewerber. (SP-X)

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