GAT kontert DUH-Vorwürfe

GAT kontert DUH-Vorwürfe
Einbau eines Rußfilters © Foto: Vergölst

Der Filterhersteller GAT verwehrt sich gegen Vorwürfe der Deutschen Umwelthilfe. «Wir wären aus kaufmännischer Sicht verrückt, wenn wir auf Zeit spielen würden», sagte GAT-Pressesprecher Thomas Kappler der Autogazette.

Von Thomas Flehmer

Der Skandal um nutzlose Rußpartikel-Filter geht in die nächste Runde. Am Freitag konterte der Filter-Hersteller GAT die von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erhobenen Vorwürfe, die Firma spiele auf Zeit, um die Frist der Gewährleistung beim Austausch von nutzlosen Rußfiltern zu umgehen. «Wir wären aus kaufmännischer Sicht verrückt, auf Zeit zu spielen», sagte GAT-Pressesprecher Thomas Kappler der Autogazette, «wir verkaufen Rußfilter, und wenn wir nichts zu verkaufen haben, stehen wir bald vor der Insolvenz.»

Absage an Austausch mit Fremdfiltern

Zugleich erteilte Kappler der Forderung der Servicekette Pit Stop, eine verbindliche Erklärung zur Abwicklung etwaiger Ansprüche von Kunden im Zusammenhang mit minderwirksamen Dieselpartikelfilter abzugeben, eine Absage. Kappler verwies auf die am vergangenen Mittwoch geschlossene Kulanzregelung, an der alle Hersteller teilgenommen hätten. «Wir werden auf unsere Kosten keine Fremdfabrikate einbauen lassen. Es kann nicht sein, dass das Unternehmen durch solche Maßnahmen in die Insolvenz getrieben wird», sagte Kappler.

Am Mittwoch hatte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug, erläutert, dass Händler und Hersteller zeitnah für 2008 «solche Systeme» anbieten werden, solange für «einzelne Fahrzeugtypen keine geeigneten Filter sofort verfügbar seien.» GAT hatte schon am Mittwoch angekündigt, diese Forderungen zu erfüllen.

Noch in diesem Jahr beantragungsreif

«Wir entwickeln seit über einem halben Jahr neu, durch die Situation der letzten Monate haben wir die Entwicklung beschleunigt. Wir sind jetzt bei 90 Prozent und rechnen damit, dass das neue System noch in diesem Jahr beantragungsreif sein wird», so Kappler.

Die Firma Bosal, die sich gegen den Begriff «Betrugsfilter» wehrt, hat bereits am 16. November beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) eine Arbeitserlaubnis (ABE) für ein neues System beantragt und rechnet noch in diesem Jahr mit einer Genehmigung.

Freie Wahl für Autofahrer

Der Sprecher rechnet wie das KBA mit einer Bearbeitungszeit von vier bis sechs Wochen, bis das neue System die ABE vom KBA erhalte. Solange appelliert Kappler an die Vernunft der Verbraucher, die ja immerhin keine finanziellen Nachteile in Kauf nehmen müssten, da das Umweltministerium den Autofahrern freie Hand gelassen hatte, ob sie ihren defekten Filter austauschen wollen oder nicht.

Selbst bei einem Verzicht auf einen kostenlosen Austausch würden die Halter keine Steuernachteile hinnehmen müssen und könnten trotzdem die Feinstaubplakette behalten.

Vertrauen zurückgewinnen

Dass durch den Skandal und die gleichzeitigen Ermittlungen der Essener Staatsanwaltschaft wegen Urkundenfälschung das Vertrauen der Verbraucher auf neue Produkte aus Gladbeck gering ist, kann Kappler nachvollziehen. «Das ist für uns eine große Herausforderung, das angekratzte Vertrauen wieder herzustellen, aber das müssen wir ausbaden.» Im Hinblick auf ein neues Filtersystem ist der Pressesprecher dabei optimistisch. Zu den gegenwärtigen Ermittlungen kann er sich nicht äußern, erwartet aber in der kommenden Woche erste Erkenntnisse.

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