Feinstaubgefahr durch Benzin-Direkteinspritzer

Überschreitung der Grenzwerte

Auch bei Benzinmotoren ist die Feinstaub-Belastung hoch © GTÜ

Nicht nur Diesel werfen Feinstaub-Partikel in die Luft. Umweltverbände fordern deshalb die Einführung eines Partikelfilters auch für Ottomotoren.

Eine oftmals unterschätzte Gefahr geht von modernen Benzinern mit Direkteinspritzung aus. Sie sollen viele, gesundheitsschädliche Partikel ausstoßen. Umweltverbände fordern deshalb einmal mehr die Einführung eines Partikelfilters auch für Ottomotoren.

Bis zu siebenfach höherer Auswurf als beim Diesel

Durch die Direkteinspritzung sollen die modernen Benziner nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) große Mengen ultrafeiner Partikel produzieren. Deutlich überschreiten sie die gesetzlichen Grenzwerte, die für Diesel-Pkw gelten. Ein benzingetriebener BMW 1er beispielsweise soll bei einer unabhängigen Messung einen bis zu siebenfach höheren Partikelausstoß aufgewiesen haben als gesetzlich für Diesel-Pkw erlaubt ist. Auch ein VW Golf mit 1,2-Liter-TSI-Benziner überschreitet demnach den Grenzwert. Hiervon geht eine große Gesundheitsgefahr aus: Die Partikel können tief in die Lunge eindringen und in den Blutkreislauf gelangen, Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems sind die Folge.

Das "neue Feinstaubproblem" soll nun auch wissenschaftliche Erkenntnisse des Helmholtz Zentrums München belegen. Umweltverbände wie die DUH und der Verkehrsclub von Deutschland (VCD) sehen deshalb die Politik in der Pflicht. Sie dürften sich nicht länger von den Automobilherstellern hinhalten und aufweichen lassen und fordern eine schnelle Einführung wirksamer Grenzwerte für Benziner - und damit verbunden einen Partikelfilter für den Ottomotor. (mid)


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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.