ADAC sieht keine Alternative zu E10

Trotz Desaster bei Einführung

Super E10 ist unbedenklich für Oldtimer. © dpa

Die Einführung des Biokraftstoffes E10 war ein Desaster. Dennoch dürfe die Einführung jetzt nicht gestoppt werden, sagte ADAC-Präsident Meyer.

Die Einführung des Biokraftstoffes E10 war ein Desaster. Dennoch dürfe die Einführung jetzt nicht gestoppt werden, sagte ADAC-Präsident Meyer.

Trotz der weiter geringen Nachfrage bei den Autofahrern sieht der ADAC keine Alternative zum Biosprit E10. "Auf gar keinen Fall darf die Einführung von E10 jetzt gestoppt werden", sagte ADAC-Präsident Peter Meyer der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Der Regierungsbeschluss, an E10 festzuhalten, stehe. "Auch wenn die FDP das anders sehen möchte." Die Ölkonzerne seien gefordert, ihre Versäumnisse aufzuarbeiten und mit einer gezielten Kampagne das Image von E10 aufzupolieren. "Eine neue Bezeichnung würde aus meiner Sicht helfen, denn E10 hört sich eher an wie eine Position beim Spiel "Schiffe versenken"".

Strafzahlungen bei E10 spiegeln sich im Preis wider

Nach Angaben von Meyer sind seit der Einführung von E10 mögliche Strafzahlungen wegen Nichterfüllung der Quote voll auf den Tankstellen-Preis aufgeschlagen worden. "Wer kein E10 tanken konnte oder wollte, musste bis zu neun Cent mehr pro Liter bezahlen. Der aktuelle Aufschlag von drei Cent deckt mögliche Strafzahlungen voll ab. Weitere Erhöhungen sind nicht akzeptabel", sagte Meyer der Zeitung.

Der Absatz liege derzeit mit 30 Prozent an den Tankstellen, die bereits über E10 verfügten, weit unter den Erwartungen. Schuld daran sei die Mineralölindustrie. "Schließlich wurde von dort nichts unternommen, um die Akzeptanz bei den Verbrauchern zu verbessern." Dagegen sei den Konzernen bei der Einführung teurer Edelspritsorten kein Aufwand zu hoch. Rechtlich gebe es keine Handhabe, gegen die Preisgestaltung der Ölkonzerne vorzugehen, räumte Meyer ein.

Das Bundesumweltministerium hatte kürzlich Forderungen der FDP nach Änderungen der bisherigen Biokraftstoff-Strategie wegen der Absatzprobleme zurückgewiesen. "Die Bundesregierung hält an E10 fest. Es ist ein Beitrag, die Vorgaben der Europäischen Union für Klimaschutz im Verkehrssektor zu erfüllen", betonte die Parlamentarische Staatssekretärin Katherina Reiche (CDU). FDP-Fraktionsvize Patrick Döring hatte zuvor das bisherige Vorgehen in Sachen E10 für gescheitert erklärt und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) zum Handeln aufgefordert. (dpa)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.