Peugeot Metropolis 400: Facelift für den Dreirad-Roller

Peugeot hat dem Dreirad-Roller Metropolis ein weitere Frischzellenkur gegönnt. © Peugeot

Peugeot hat dem Dreiradroller Metropolis zum neuen Modelljahr ein umfassendes Facelift spendiert. Die Überarbeitung hat Scooter gut getan.

So fährt der seit 2013 angebotenen Dreirad-Roller Metropolis nun mit einer moderneren Optik und Euro-5-Abgasnorm vor. Zudem bietet der mächtige Scooter ein schickes Cockpit mit großem Display samt moderner Konnektivitätstechnik.


Die mittlerweile zum indischen Mahindra-Konzern gehörende Zweiradsparte von Peugeot bleibt weiterhin mit der Pkw-Sparte der Löwenmarke verbandelt. Deshalb wird auch in Zukunft eine übergreifende Peugeot-Identität die Produkte der Motocycles-Abteilung prägen.

Komplett überarbeitete Front

Auffälligste Neuerung ist die komplett überarbeitete Front mit Voll-LED-Leuchten, welche das von 508 und 208 her bekannte Tagfahrlicht-Thema mit den stilisierten Löwen-Reißzähnen zitiert. Auch das Krallenthema der LED-Rückleuchten hat der Metropolis in modernisierter Form übernommen.

Front- und Heckleuchten integrieren zudem die Blinker, die bisher als klassische Ausleger montiert waren. Schließlich wurden die lackierten Verkleidungsteile überarbeitet und wie bei den Autos von Peugeot mir besonders scharfkantigen Charakterlinien aufgepeppt, was dem Fahrzeug ein einen dynamischerenAuftritt verleiht.

Ausgesprochen bequem

Feine Sache: Das Cockpit des Peugeot Metropolis kann Smartphone-Inhalte spiegeln. Foto: Peugeot

Insgesamt wirkt der Metropolis dank dieser Maßnahmen moderner, doch wie alle Dreiradroller sieht er mit seinen ausladenden Proportionen und dem wuchtigen Vorbau eher plump als schnittig aus.

Dafür ist er betont bequem. Zwischen der auch nach längerer Fahrzeit angenehmen Sitzbank und der wuchtigen Frontverkleidung befindet sich ein tiefer Durchstieg ohne störenden Tunnel. Hier kann man entspannt seine Beine unterbringen und auf Wunsch zwischen diesen auch eine Einkaufstasche platzieren.

Neues Kombiinstrument

Spannend ist von hier der Blick auf das neue Kombiinstrument, welches ähnlich wie die Autos von Peugeot einen Mix aus großem Display und analogen Rundinstrumenten bietet. Wichtigste Neuerung ist das 5 Zoll große TFT-Display in der Mitte, das in der höheren Ausstattungsversion die Möglichkeit zum Spiegeln von Smartphone-Inhalten bietet.

Um diese i-Connect genannten Technik zu nutzen, braucht man eine spezielle Peugeot-App, die unter anderem eine GPS-Navigation beinhaltet.

Verzicht auf Zündschloss

Wie mittlerweile bei vielen Pkw wird auch beim Metropolis auf ein Zündschloss verzichtet. Als Fahrer trägt man stattdessen einen Signalgeber in der Tasche, den das Fahrzeug erkennt und automatisch freischaltet.

Der Fahrer muss nur noch einen Schalter drücken, um die Zündung und damit auch den Bordcomputer des Rollers zu aktivieren, der einige Sekunden für das Hochfahren benötigt. Ein kurzer Druck auf dem Startknopf erweckt den unvermindert 36 PS starken Einzylinder mit kernigem Klang zum Leben. Schaltarbeit ist dank CVT-Automatikgetriebe nicht nötig, ein einfacher Dreh am Gasgriff lässt den 400er schnatternd anfahren.

Behäbiger Antritt

Und das eher behäbig als spitzig, was nicht wundert, denn angesichts der Getriebetechnik und einem mit Fahrer gehobenem Gewicht von 350 Kilogramm sind Vortriebswunder nicht zu erwarten. Mit den Autos kann man dennoch locker mithalten, diese bei Gelegenheit auch lässig überholen, denn einem beherzten Dreh am Gasgriff bei mittlerer Geschwindigkeit folgt ordentlicher Durchzug. Maximal sind 135 km/h möglich und damit der Roller autobahntauglich.

Beeindruckend geschmeidig steckt das Dreirad selbst grobe Unebenheiten weg. Ganz nach französischer Art gleitet er bei Geradeausfahrt lässig dahin. Dank seiner aufwendigen Vorderachskonstruktion mit Parallelogramm-Aufhängung fährt sich der Metropolis in Kurven zudem wie ein Einspur-Fahrzeug. Leicht und spontan lässt sich das Schwergewicht auch durch enge Kurven mit ordentlich Schräglage bugsieren. Etwas störend können dabei allerdings Unebenheiten werden, denn die sorgen für ein bisweilen auch unangenehmes Flattern in der Lenkung.

Basispreis von 9200 Euro

Das Fahrzeug folgt zwar unbeirrt der Richtungsvorgabe, vermittelt dabei nicht immer lupenreine Stabilität. Richtig steif wird es hingegen, wenn man die Anti-Kipp-Taste drückt, denn dann wird der Kippmechanismus der Vorderachse gesperrt und bleibt das Fahrzeug dank seiner beiden Vorderräder aufrecht und stabil stehen. Jetzt kann man den Roller sogar parken, ohne einen Ständer ausklappen zu müssen. Ein weiterer Knopfdruck, und die Sperre ist wieder gelöst.

Die Anti-Kipp-Funktion kann man auch bei Ampelstopps aktiveren, was es dem Fahrer erlaubt, stehen zu bleiben, ohne die Füße auf dem Boden zu setzen. Etwas Übung und Feingefühl braucht es für einen solchen Ampelstopp allerdings.

Für Sparnaturen ist der Metropolis dennoch nicht gedacht, denn bereits die Basisversion kostet rund 9200 Euro. Einen Tausender drauflegen muss man für die bessere Ausstattungsvariante Allure, die unter anderem die empfehlenswerte Konnektivitätstechnik bietet. Wiederum finanziell attraktiv macht der Metropolis den Umstieg für Autofahrer, da zum Führen dieses Dreirad-Rollers der Pkw-Führerschein reicht. (SP-X)

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