Hybrider Luxus

Concept Car 5 by Peugeot

Die Hybrid-Limousine 5 by Peugeot © Peugeot

Peugeot stellt auf dem Genfer Salon eine luxuriöse Mittelklasselimousine vor. Der französische Gegner für Passat CC oder Mercedes CLS hat einen Diesel-Hybridantrieb mit 200 PS und soll im Schnitt nur 3,8 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen.

Von Sebastian Viehmann

Große Limousinen aus Frankreich – das ist in letzter Zeit eher ein trauriges Kapitel gewesen. Citroëns C6 ist zwar unverwechselbar, findet zumindest auf dem deutschen Markt aber kaum Käufer. Bei Peugeot hält die 4,9 Meter lange Limousine 607 die Luxus-Fahne hoch. Doch der Wagen kann sein stolzes Alter nicht verhehlen, er kam schon 1999 auf den Markt und ist heute in Sachen Design nur noch eine unauffällige graue Maus. Und mit modernen Assistenzsystemen, wie sie die Konkurrenz in der oberen Mittelklasse anbietet, kann der Franzose erst recht nicht dienen.

Sperriger Name

Mit dem "5 by Peugeot" könnte das nun anders werden. Diesen sperrigen Namen trägt die Konzeptstudie, die Peugeot auf dem Genfer Automobilsalon im März präsentieren wird. Die fließenden Formen und das niedrige, sanft abfallende Heck der 4,86 Meter langen Coupé-Limousine erinnern an Autos wie den Passat CC, Mercedes CLS oder Jaguar XF. In der Mitte der Haube sitzt das neue dreidimensionale Löwen-Logo, auf dem Kühlergrill darunter befindet sich ein klassischer Peugeot-Schriftzug. Die Front des Wagens schlägt die gleiche, an Aston Martin erinnernde Design-Richtung ein wie Peugeots erst kürzlich präsentierte Studie SR1. Ins Auge fallen auch die schmalen Außenspiegel mit integrierten LED-Blinkleuchten sowie das riesige Glasdach, das sich über den gesamten Wagen bis zum Kofferraum zieht. Rahmenlose Scheiben und das Fehlen der B-Säule runden den äußerst eleganten Auftritt des Wagens ab.

Mit dem eleganten Viertürer wollen die Franzosen nicht nur an vergangene Luxus-Kreuzer wie den Peugeot 604 anknüpfen. "Der 5 by Peugeot trägt der aktuellen Entwicklung auf dem Markt für Limousinen der Oberen Mittelklasse Rechnung", so die Franzosen in einer Pressemitteilung, "sie ist gekennzeichnet durch die zunehmende Aufhebung der Unterschiede zwischen Mittel- und Oberklasse." Ein wesentliches Element dieser Philosophie ist wohl auch der Luxus ohne Reue: Peugeots repräsentative Limousine hat den Hybridantrieb HYbrid4 unter der Haube.

3,8 Liter Diesel auf 100 Kilometern

Ähnlichkeiten mit dem 607 sind vorhanden Foto: Peugeot

Das System ermöglicht nicht nur Allradantrieb, sondern auch einen für dieses Fahrzeugsegment extrem niedrigen Verbrauch. Er soll im Schnitt bei nur 3,8 Litern Diesel pro 100 Kilometer liegen. Ein 120 kW (163 PS) starker Dieselmotor treibt die Vorderräder an, während ein 27 kW (37 PS) starker Elektromotor die Hinterräder in Bewegung setzt. Das System ermöglicht über eine gewisse Distanz auch das rein elektrische Fahren. In der Serie wird Peugeot seine Hybridtechnik erst einmal dem großen 3008 angedeihen lassen. Anfang 2011 soll der Crossover aus SUV, Van und Limousine alternativ zu normalen Motoren auch mit HYbrid4 zu den Händlern kommen.

Das Streben nach extremer Sparsamkeit selbst bei Luxuslimousinen ist auch der Zulassungssteuer in Frankreich geschuldet, die eine umweltpolitische Lenkungswirkung hat. Bei einem CO2-Ausstoß von mehr als 160g/km zahlt man in Frankreich einen Malus, bei einem Wert unter 130g dagegen gibt es einen Bonus. Die Einführung dieses Systems hat zu einem geänderten Käuferverhalten geführt – Kleinwagen sind die Gewinner, große Schlitten und Vans dagegen die Verlierer. In anderen Ländern wie den Niederlanden oder Norwegen sind die Strafsteuern für Spritschlucker sogar noch erheblich höher.

Ob aus Peugeots schicker Studie ein Serienmodell wird, bleibt abzuwarten. Der 5 by Peugeot macht allerdings schon einen recht seriennahen Eindruck, und ein Nachfolger für den betagten 607 ist schließlich mehr als überfällig.

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.