Peking will Staus abschaffen

Deutsche Auto-Aktien brechen ein

Peking will Staus abschaffen
Peking will Staus reduzieren © dpa

Den Autoherstellern droht Ungemach vom Boommarkt China. In Peking soll im kommenden Jahr die Zahl der Neuzulassungen halbiert werden.

Peking will den drohenden Verkehrskollaps bekämpfen - und die Aktien deutscher Autohersteller brechen ein. Die Kurse der Papiere von Volkswagen, BMW und Daimler fielen am Montag in der Spitze um bis zu fünf Prozent und lagen am Nachmittag immer noch klar am Dax-Ende. Die Stadtregierung von Peking plant laut "Handelsblatt", im Kampf gegen die Staus in der Millionenmetropole die Zahl der Neuzulassungen 2011 halbieren.

"Sand im Getriebe der Autohersteller"

"Der Boommarkt China ist gerade für die deutschen Autobauer ein sehr wichtiger Absatzmarkt", sagte Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. "Absatzrestriktionen würden einen harten Schlag bedeuten." Dem Bericht zufolge gilt die Entscheidung der Behörden in der chinesischen Hauptstadt als richtungsweisend für die Verkehrspolitik des Landes.

"Das schüttet Sand ins Getriebe der Autohersteller, die vom Wachstumsmotor China nach oben getrieben wurden", kommentierte Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory. Allerdings sei auch die Liquidität in der Woche nach Weihnachten sehr dünn. Kleine Aufträge führten zu großen Kursbewegungen, die deswegen nicht überbewertet werden sollten.

VW-Aktie als Schlusslicht

Insgesamt gab der Dax bis zum Nachmittag um 1,43 Prozent auf 6956,51 Punkte nach und sackte damit wieder unter die psychologisch wichtige 7000-Punkte-Marke. Schlusslicht war die VW-Aktie mit einem Minus von 5,07 Prozent auf 121,60 Euro. Deutsche Autowerte hatten im Börsenjahr 2010 zu den großen Gewinnern im Dax gezählt - vor allem wegen ihres Erfolgs in China und anderen Schwellenländern.

Die chinesische Notenbank hatte am Samstag zur Eindämmung der Inflation erstmals seit Ende Oktober wieder die Leitzinsen erhöht und zwar moderat um 0,25 Prozentpunkte auf 5,81 Prozent. Die Reaktionen an den Finanzmärkten auf diesen Schritt fielen gemischt aus: Die Zinserhöhungen könnten nach Einschätzung von Ökonomen zwar das chinesische Wachstum bremsen, helfen andererseits aber auch, eine "Überhitzung" der Wirtschaft mit der Gefahr eines plötzlichen Abschwungs zu verhindern. Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao zeigte sich am Montag in einem Radio-Interview zuversichtlich, dass die Maßnahmen die bisher stark anziehenden Lebensmittel- und Immobilienpreise in Schach halten würden. (dpa)

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