Opel Zafira: Ein zuverlässiger Freund der Familie

Der Opel Zafira bietet ausreichend Platz für Familien. © Opel

Der Opel Zafira beeindruckte als Van mit seinem Sitzkonzept. Doch kann man ihn auch als Gebrauchtwagen ohne Sorgen kaufen? Man kann, wenn man einige Dinge beachtet.

Der Opel Zafira (C) ist seit Anfang 2012 in der dritten Generation auf dem Markt. Anders als sein Vorgänger setzt der Van nicht nur auf Praktikabilität, sondern auch auf gutes Aussehen.


Zunächst trug er den Namenszusatz Tourer. Diese entfiel mit dem Facelift (2016). Und aufgepasst: Um die Verwirrung um Namenszusätze voranzutreiben, wurde unter der Bezeichnung „Zafira Family“ die zweite Generation 2012 zunächst noch weiterverkauft. Im Juli 2019 endete die Produktion der dritten Zafira-Generation. Der Nachfolger hört auf den Namen Zafira Life, ist aber kein klassischer Van mehr, sondern eine Großraumlimousine.

Dritte Generation um 20 Zentimeter länger

Die dritte Generation hat gegenüber dem Vorgänger deutlich um fast 20 Zentimeter zugelegt und streckt sich auf eine Länge von 4,66 Metern. Damit ist der Zafira zwischen dem Hauptkonkurrenten VW Touran und den größeren Vans wie Ford Galaxy und Seat Alhambra angesiedelt.

Gegenüber dem Vorgänger kommt der Opel-Van auch mit einem sportiveren Design vorgefahren: Mehr Muskeln als Pampers assoziiert man beim Betrachten der Außenhülle. Der Innenraum wirkt erwachsen, geblieben sind viele Ablagen. Praktisch ist die aufpreispflichtige Mittelkonsole, die dreistöckig angeordnet ist und innerhalb der Ebenen verschoben werden kann.

Das wichtigste Kriterium des Zafira ist für viele Käufer seine Sitzvariabiliät. Anders als zuvor sind sieben Sitze aber nicht mehr standardmäßig eingebaut. Nur die höheren Ausstattungsstufen fahren damit ab Werk vor. Es gab aber Sitz Sechs und Sieben auch gegen Aufpreis. Geblieben ist das praktische Sitzkonzept. Auch beim Zafira C können die die Sitze der zweiten und dritten Reihe einfach um- bzw. hochgeklappt werden.

Mindestens 710 Liter Kofferraumvolumen

Neu ist, dass in der zweiten Reihe drei Einzelsitze eingebaut wurden. Die Außensitze lassen sich in Längsrichtung um 28 Zentimeter sowie seitlich um fünf Zentimeter verschieben. In dieser viersitzigen Konfiguration haben selbst langbeinige Erwachsene keine Probleme ihre Gliedmaßen bequem zu verstauen. Natürlich sind die hintersten Plätze traditionell für den agilen Nachwuchs besser geeignet als für hüftlahme Erwachsene. Das Gepäckteil kann sich sehen lassen. Beim Fünfsitzer weisen die technischen Daten 710 bis 1.860 Liter, beim Siebensitzer 152 bis 1.792 Liter aus.

Das Motorenangebot ist groß. Neben Benzinern und Diesel stehen auch Erd- und Flüssiggas-Triebwerke zur Wahl. Die bis 2015 angebotene Basisversion, ein 1,8-Liter-Sauger mit 115 PS, dürfte für Fahrer mit viel Geduld und Willem zum Nutzen des manuellen Schaltgetriebes sein. Generell empfiehlt es sich, nicht am Motor zu sparen, da der Zafira mit rund 1.600 bis 1.760 Kilogramm und viel Zuladung kein Leichtgewicht ist. Mehr Biss haben die über dem 1,8-Liter-Sauger angesiedelten Benziner, ein 1,4-Liter-Turbo mit 120 PS und 140 PS. Außerdem kommen 1,6-Liter-Turbo-Aggregate zum Einsatz, die 136 PS, 170 PS und als Top-Triebwerk 200 PS leisten.

Auch Erdgasversion im Angebot

Außerdem gibt es eine Erdgas-Version mit 150 PS und eine Autogas-Version mit 140 PS. Standardmäßig sorgt ein manuelles Sechsgang-Getriebe für die Kraftübertragung, alternativ steht für 136-, 140- und 170 PS-Versionen auch eine Sechsstufen-Automatik zur Wahl. Ebenfalls umfangreich zeigt sich das Diesel-Angebot mit 1,6-und 2,0-Liter-Motoren. Wem die 1.6er mit 120 PS und 136 PS zu wenig Leistung haben, findet bei den 2.0ern noch Triebwerke mit 165 PS und 170 PS.

Ganz typisch wird der Zafira in den klassischen Opel-Ausstattungslinien angeboten. Traditionell entscheiden sich viele Käufer für die mittlere Komfortlinie „Edition“, die die wichtigsten Features wie Klimaanlage an Bord hat. Optional gab es ein „Lounge“-Paket, bei dem sich der mittlere Sitz der dritten Reihe zusammenfalten und in eine Mittelarmlehne verwandeln ließ, sowie Ergonomie-Sitze für Fahrer und Beifahrer.

Das Heck des Opel Zafira (C). Foto: Opel

Gegen Aufpreis war auch neben einigen Fahrassistenten wie einem Toter-Winkel-Warner, einer Verkehrszeichenerkennung und einem adaptiven Tempomat unter anderem auch eine große Panorama-Windschutzscheibe erhältlich. Wichtig für Fahrradfahrer: Optional hatte Opel für den Van den “FlexFix” genannte Fahrradträger für bis zu vier Bikes im Angebot. Den Euro-NCAP-Crashtest absolvierte der Zafira mit einer Fünf-Sterne-Wertung.

Überschaubare Probleme beim TÜV

Den TÜV-Prüfer macht zwar die dritte Zafira-Generation weniger Arbeit als die zweite, doch hat der Rüsselsheimer einige Schwachpunkte. Dazu zählen Probleme mit Ölverlust und mit den Federn. Wegen drei Rückrufen, im September 2012 für die Abdeckung des Beifahrerairbags, 2015 für die Anzeige der elektronischen Feststellbremse und 2017 für Probleme beim Airbagmodul, musste der Zafira außerplanmäßig in die Werkstatt.

Flottes Design und viel Platz für Kind und Kegel: Der Zafira kann Familien und Menschen mit Transportbedarf glücklich machen. In den Online-Gebrauchtwagen-Portalen beginnen die Angebote bei rund 5.500 Euro. (SP-X)

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