Chronologie: Langes Ringen um die Zukunft von Opel

Gerüchte um Verkauf

Karl-Friedrich Stracke schließt Werksschließungen bis 2014 aus. © Opel

Der Rüsselsheimer Autobauer Opel kommt nicht zur Ruhe. Nun gibt es Gerüchte um einen möglichen Verkauf der GM-Tochter. Diese werden von Opel-Chef Stracke als haltlos zurückgewiesen.

Die Spekulationen um die Zukunft von Opel reißen nicht ab. Seit Jahren nun ringt der Autobauer um seine Zukunft. Eine Chronologie:


14. November 2008:
Nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten ruft Opel den Staat zu Hilfe.

27. Februar 2009:
Opel will sich weitgehend von GM abkoppeln. Das von der öffentlichen Hand benötigte Kapital eines neuen europäischen Unternehmens Opel/Vauxhall wird auf 3,3 Milliarden Euro beziffert.

27. Mai:
GM kündigt an, sein Europa-Geschäft mit der Hauptmarke Opel rechtlich abzuspalten.

30. Mai:
Bund, Länder, GM, US-Finanzministerium und der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna einigen sich auf ein Rettungskonzept.

1. Juni:
GM reicht einen Antrag auf Insolvenz ein.

10. Juli:
GM wird aus der Insolvenz entlassen. Mehrheitlich in Staatsbesitz soll der Autokonzern wesentlich verkleinert überleben.

19. August:
Bund und Länder wollen Kreditzusagen und Bürgschaften über 4,5 Milliarden Euro ohne Beteiligung der anderen europäischen Opel-Länder vorstrecken, wenn GM sich für Magna entscheidet.

10. September:
Der GM-Verwaltungsrat empfiehlt einen Verkauf von Opel an Magna.

15. Oktober:
Mit Blick auf ein befürchtetes Veto der EU-Kommission legen der designierte Käufer Magna mit seinem russischen Partner Sberbank und GM die Unterzeichnung des Übernahmevertrags auf Eis.

3. November:
Der GM-Verwaltungsrat beschließt überraschend, Opel doch zu behalten. GM will das Europa-Geschäft selber sanieren.

15. Januar 2010:
Führungswechsel: Nachfolger des langjährigen Opel-Chefs Hans Demant wird der als harter Sanierer bekannte Nick Reilly.

9. Februar:
Reilly stellt seinen Sanierungsplan vor: Bund und Länder sollen sich mit Staatsbürgschaften über 1,5 Milliarden Euro beteiligen. Opel will europaweit rund 8400 Stellen streichen, davon rund 3900 in Deutschland.

16. Juni:
Opel und GM wollen nun doch auf Staatshilfen verzichten. Opel soll aus eigener Kraft saniert werden.

4. Oktober:
Opel macht im Zuge seines Sanierungskurses das Werk im belgischen Antwerpen mit einst 2500 Beschäftigten dicht.

18. November:GM kehrt nach überstandener Insolvenz an die Börse zurück und stellt mit einem Volumen von 23,1 Milliarden Dollar einen Weltrekord auf.

24. Februar 2011:
GM legt Zahlen für 2011 vor: Während der Mutterkonzern ein glanzvolles Comeback hinlegt, steckt Opel weiter in den roten Zahlen.

11. April:
Der bisherige GM-Chefentwickler Karl-Friedrich Stracke löst Reilly ab, der Chef des GM-Europageschäfts wird.

5. Mai:
Im ersten Quartal sind die Verluste bei Opel zwar kleiner geworden, doch Europa ist die letzte GM-Region mit roten Zahlen.

9. Juni:
Opel droht nach Informationen von «Auto Bild» und «Spiegel» erneut ein Verkauf durch GM. Opel weist dies entschieden zurück. (dpa)