Übernahme beschlossen: PSA-Konzern übernimmt Opel

Für 1,3 Milliarden Euro

Opel in Rüsselsheim
Opel in Rüsselsheim © dpa

Die Übernahme ist beschlossen: Der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroen übernimmt Opel. Der Kaufpreis für die europäische Sparte mit den Marken Opel und Vauxhall liegt bei 1,3 Milliarden Euro.

Die Übernahme des Rüsselsheimer Autobauers Opel an den französischen Autokonzern PSA ist beschlossene Sache: Die Franzosen haben sich mit mit General Motors (GM) auf die Übernahme verständigt und zahlen für die Europasparte mit mit den Marken Opel und Vauxhall 1,3 Milliarden Euro, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Daneben übernimmt PSA noch für 0,9 Milliarden Euro die europäischen Geschäfte von GM Financial. PSA mit seinen bisherigen Marken Peugeot, Citroën und DS will damit zu einem «europäischen Auto-Champion» und zur Nummer Zwei hinter Volkswagen aufsteigen.

PSA steht zu Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern

„Wir sind stolz darauf, mit Opel/Vauxhall zusammenzuarbeiten und sind zutiefst bestrebt, dieses großartige Unternehmen weiterzuentwickeln und seinen Turnaround zu beschleunigen“, sagte PSA-Chef Carlos Tavares. Wie er hinzufügte, habe man vor, „auf den Markenidentitäten von PSA und Opel/Vauxhall aufzubauen und die Unternehmen in diesem Sinne zu führen“.

So habe man bereits heute gemeinsam ausgezeichnete Produkte für den europäischen Automobilmarkt. Tavares zeigte sich zudem zuversichtlich, dass der Weg von Opel/Vauxhall zurück in die Profitabilität – der im Jahr 2016 erneut verfehlt wurde – mit der Unterstützung von PSA deutlich beschleunigt würde. „Gleichzeitig respektieren wir die Verpflichtungen, die GM gegenüber den Mitarbeitern von Opel/Vauxhall eingegangen ist.“

Wie GM-Chefin Mary Barry sagte, sei sie überzeugt davon, dass der Verkauf „Opel und Vauxhall langfristig in eine noch stärkere Position bringen wird“. Wie beide Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärten, würden durch Skaleneffekte und Synergien in den Bereichen Einkauf, Fertigung und Forschung und Entwicklung jährliche Synergien in Höhe von 1,7 Milliarden Euro bis 2026 erwartet. Dadurch würde auch der Turnaround von Opel/Vauxhall beschleunigt. PSA erwartet aufgrund der Partnerschaft mit GM von der Europasparte bis zum Jahr 2020 eine Marge aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit von 2 Prozent, der bis 2026 bei sechs Prozent liegen soll.

Opel darf GM-Lizenzen weiter nutzen

PSA-Chef Carlos Tavares sieht sein Unternehmen mit Vorwürfen konfrontiert.
PSA-Chef Tavares dpa

Opel/Vauxhall wird auch weiterhin von den Urheberrechtslizenzen von GM profitieren, bis die Fahrzeuge in den kommenden Jahren nach und nach auf PSA-Plattformen gebaut werden. Auf dem am Dienstag beginnenden Genf Autosalon wird Opel bereits mit dem Crossland X ein Modell präsentieren, das auf der gleichen Plattform wie der kommende Citroen Picasso basiert.

Beide Unternehmen wollen perspektivisch auch gemeinsam an der weiteren Bereitstellung der Elektrifizierungstechnologien arbeiten und vorhandene Liefervereinbarungen für Holden und bestimmte Buick-Modelle fortführen. Mit Blick auf die Brennstoffzellentechnologie werde PSA gegebenenfalls Brennstoffzellensysteme perspektivisch von einem GM/Honda-Joint-Venture beziehen. Das Geschäft unterliege noch den Bedingungen und Behördengenehmigungen und soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden.

Opel hatte eigentlich vor, im vergangenen Jahr wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Doch dies misslang, auch wegen des Brexit. Die Rüsselsheimer schrieben ein Minus von 241 Millionen Euro. Der PSA-Konzern schrieb einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro, nachdem man in den Vorjahren mit einem harten Sanierungskurs und Stellenabbau in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt war. (AG/FM)