PSA-Chef erwartet lange Verhandlungen für deutsche Opel-Standorte

«Das wird noch etwas Lärm machen»

PSA-Chef Carlos Tavares. Foto: dpa
PSA-Chef Carlos Tavares macht bald Lärm. © dpa

Carlos Tavares richtet sich auf lange Verhandlungen bei den Sanierungsgesprächen der deutschen Opel-Standorte ein. Bei einem Aktionärstreffen bei Paris schickte der PSA-Chef markige Worte über den Rhein.

PSA-Chef Carlos Tavares erwartet keinen schnellen Abschluss der Sanierungsverhandlungen für die deutschen Opel-Werke. «Das wird noch einige Wochen dauern», sagte der Manager am Dienstag in Rueil-Malmaison bei Paris beim Aktionärstreffen des Autokonzerns.


«Seien Sie nicht überrascht, das wird noch etwas Lärm machen», meinte Tavares. «Seien Sie nicht erstaunt. Das ist ein Teil dessen, was man machen muss, um dieses Unternehmen wieder auf die Schienen zu bringen.» Er wies darauf hin, dass es in Großbritannien, Polen, Spanien, Ungarn und Österreich bereits Vereinbarungen mit den Sozialpartnern gebe.

PSA visiert Rekordjahr an

Die Sanierungsgespräche für die deutschen Opel-Werke waren bisher ohne Ergebnis geblieben. Die IG Metall hatte PSA Erpressung vorgeworfen und einen detaillierten Unternehmensplan gefordert. Der Konzern hatte Opel im vergangenen Sommer übernommen. Tavares sagte, die Fixkosten bei Opel seien bereits um 17 Prozent gesunken. Er zog vor den Anteilseignern eine insgesamt positive Bilanz der Übernahme: «Wir sind überhaupt nicht enttäuscht.» Er betonte die Bedeutung des Opel-Managements für die Umsetzung des Sanierungsplans.

PSA mit seinen Marken Peugeot, Citroen, DS sowie Opel und Vauxhall setzte im ersten Quartal dieses Jahres insgesamt 1,05 Millionen Fahrzeuge ab. Tavares kündigte an, dass für das Gesamtjahr erstmals mehr als vier Millionen Verkäufe machbar seien. Der Konzernumsatz stieg im ersten Vierteljahr inklusive Opel kräftig um gut 42 Prozent auf rund 18,2 Milliarden Euro. Auf die Opel-Sparte – dazu gehört auch die britische Schwestermarke Vauxhall – entfiel dabei ein Umsatzanteil von 4,84 Milliarden Euro.

PSA-Chef Tavares verdient 6,7 Millionen Euro

Die Hauptversammlung stimmte unter anderem der Entlohnung von Tavares für das vergangene Jahr zu. Dazu gehört auch eine Sonderzahlung von einer Million Euro wegen der Opel-Übernahme. Laut eines Dokuments kommt Tavares für 2017 auf ein Jahresgehalt – einschließlich Aktien – von 6,7 Millionen Euro, zwei Millionen mehr als 2016. An PSA sind unter anderen die Familie Peugeot, der chinesische Hersteller Dongfeng und der französische Staat beteiligt.

Unter PSA-Regie verkaufte Opel/Vauxhall in den ersten drei Monaten exakt 274.679 Autos. Das waren rund 40.000 Stück weniger als der Vorbesitzer General Motors vor einem Jahr berichtet hatte (315.000 Stück). Zudem stehen 219.000 Fahrzeuge der im August zugekauften Marken unverkauft auf den Höfen des Herstellers oder seiner Händler. Nach wie vor verkauft Opel/Vauxhall seine Autos nahezu ausschließlich in Europa – dies ist die einzige Region, für die PSA in diesem Jahr kein Wachstum erwartet. (dpa)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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