Opels Elektro-Pioniere: Bekenntnis zum Klimaschutz

Trendsetter bei nachhaltiger Mobilität

Alain Visser (r.) mit den Schauspielerinnen Susanne Lothar (l.), Sabine Kaack (hinten links) und Gesine Cukrowski (r.) © Opel

Opel will mit dem Elektroauto Ampera Trendsetter bei der nachhaltigen Mobilität werden. Bei den Kunden kommt diese Strategie an, zumindest bei den E-Pionieren des Autobauers.

Von Frank Mertens

Gefahren sind sie noch nie in einem Opel Ampera. Doch die Technologie des Elektroautos der Rüsselsheimer mit dem sogenannten Range Extender hat deutschlandweit mittlerweile über 3300 Kunden so fasziniert, dass sie sich auf der Internetseite von Opel als potenzielle Käufer haben registrieren lassen. Eine Zahl, die selbst den sonst für seinen Optimismus bekannten Opel-Vize Alain Visser überrascht. "Mit derart vielen Interessenten hätte ich bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht gerechnet."

Ampera-Reservierung kostet 150 Euro

Schließlich war die Registrierung nicht kostenlos. Wer als E-Pionier gelten will, so nennt Opel die Kaufinteressenten für den Ampera, muss 150 Euro bezahlen. Entscheidet er sich später für den Kauf des 42.900 Euro teuren Ampera, wird ihm dieses Geld angerechnet. Wenn nicht, dann kann er sich gegebenenfalls darüber freuen, dass er von Opel zu Wochenbeginn zum "eMobility Live Talk" nach Berlin mit anschließendem Livekonzert von Markenbotschafterin Katie Melua eingeladen wurde.

Die Folksängerin Katie Melua am Steuer eines Opel Ampera Neu
Katie Melua am Steuer des Opel Ampera Opel

Zu diesem ausgewählten Kreis von 120 geladenen E-Pionieren gehörte auch Andreas Strunk (50), ein selbstständiger Vermessungstechniker aus Bielefeld. Er gehört zu den von den Marketingstrategen Early Adopter genannten Personen, die also zu denen gehören wollen, die neue Technologien als Erste ausprobieren. "Irgendwann muss man ja mit der Elektromobilität anfangen. Ich wollte sehen, was ein namhafter deutscher Hersteller hier anzubieten hat", sagt Strunk. Er ist mit seiner Frau Karola nach Berlin gekommen, um sich noch genauer über den Ampera zu informieren, "ob die Idee dieses Autos auch so gut ist, wie ich mir das vorgestellt habe."

Andreas und Karola Strunk aus Bielefeld Opel

Strunk gehört nicht zu den klassischen Opel-Kunden, privat ist er mit einem BMW M3 unterwegs, also alles andere als ein klimafreundliches Auto. "Doch das eine schließt das andere nicht aus", sagt er. Für ihn und seine Frau sei nachhaltige Mobilität ein wichtiger Aspekt. Deshalb sei es für die Elektromobilät auch entscheidend, dass dafür grüner Strom verwendet werde – nicht Kohle und nicht Kernenergie. Ob sich Strunk am Ende für einen Ampera entscheidet, ist noch nicht final entschieden. Auch nicht, ob er dann auf seinen Sportwagen verzichtet. Möglich sei es. Das Konzept des Ampera mit seiner Reichweitenverlängerung sei für ihn auf jeden Fall überzeugend.

Kein Verzicht auf Fahrspaß

Das findet auch Uwe Krambröckers, ein kaufmännischer Angestellter aus Düsseldorf. Krambröckers, der die vergangenen 18 Jahre immer einen Opel gefahren ist, derzeit einen Astra, will auch bei einem Elektroauto nicht auf Fahrspaß verzichten – und auch sonst steht ihm nach Verzicht nicht der Sinn. "Ich brauche genügend Platz für Mitfahrer und ausreichend Raum für Gepäck, all das bietet mir der Ampera", sagt der 38-Jährige.

Strunk und Krambröckers gehören zu der Gruppe der Privatkunden, die – davon geht Visser aus – rund 25 Prozent der Käufer eines Ampera stellen werden. Der Rest wird sich auf Flotten- und Behörden verteilen. Zu dieser Klientel zählt Johann Latzer, Facility Manager beim Büromaschinenhersteller OCE in Poing bei München. Deutschlandweit hat OCE rund 800 Fahrzeuge im Einsatz, überwiegend von Opel und Ford. Nachaltigkeit spielt für OCE dabei eine wichtige Rolle, wie Latzer sagt. So wolle OCE den Flottenverbrauch bis zum Jahr 2014 auf 130 Gramm senken. "Ein Auto wie der Ampera wäre dafür natürlich genau das richtige."

Ob OCE sich für einen Opel Ampera als Flottenfahrzeug entscheidet, wird unter anderem auch von den Leasingkonditionen abhängen. In diesem Zusammenhang lässt Opel den Restwert des Ampera derzeit von Forecast-Unternehmen ermitteln. Hilfreich für die Ermittlung eines guten Restwert wird dabei sicherlich sein, dass Opel seinen Kunden für die Batterie des Ampera eine Garantie von 160.000 Kilometer gibt. "Das heißt nicht, dass sie dann nicht mehr funktioniert. Nach unseren Tests hält sie für deutlich mehr als 200.000 Kilometer", sagt Ampera-Chefingenieur Uwe Winter.

Beschleunigung faszinierend

Unterwegs mit dem Opel Ampera Opel

Er verspricht den E-Pionieren bereits eine Menge Spaß für die ersten Ausfahrten im Ampera. "Die Beschleunigung eines Elektroautos ist einfach faszinierend, da das Drehmoment sofort komplett zur Verfügung steht." Wer es auch einmal sportlich angehen lassen will, kein Problem, so Winter. Auch in einem Ampera könne man anderen Autofahrern den Opel-Blitz auch einmal von hinten sehen lassen, grinst der Chef-Ingenieur. Die Gelegenheit, das Auto selbst einmal zu fahren, werden die E-Pioniere im Mai oder Juni bekommen, dann stehen für sie die ersten Testwagen zur Verfügung.

Bis zum Marktstart des Opel Ampera im November dieses Jahres warte auf Opel noch eine Menge Arbeit, sagt Visser. Denn das Feld der Elektromobilität sei auch für die Rüsselsheimer neu, man lerne täglich hinzu. Für diesen Lernprozess brauche man das Feedback seiner E-Pioniere.

Mit Produkten wie dem Opel Ampera oder dem Brennstoffzellenfahrzeug Hydrogen4, soviel Selbstbewusstsein hat man in Rüsselsheim, sehe man sich als Trendsetter bei den neuen Antriebstechnologien. Doch Visser versucht bei aller Freude doch nicht allzu euphorisch zu werden. Dazu besteht auch kein Anlass. Denn auch andere Hersteller arbeiten mit Nachdruck an alternativen Antrieben. Peugeot beispielsweise ist seit Ende des vergangenen Jahres bereits mit dem E-Auto iOn auf dem Markt und Daimler fährt mit seiner B-Klasse Fuel Cell gerade 30.000 Kilometer durch die Welt. Diese Anstrengungen und Leistungen der Konkurrenz kennt Visser nur zu gut.

Deshalb sagt er auch, dass Opel nicht mit Apple zu vergleichen sei, dem Vorzeigeunternehmen der Computerbranche. Als Opel stehe man in der Mitte der Gesellschaft, der gesamtem Autoindustrie. "Wir wollen Autos für die breite Masse bauen." Den E-Pionieren von Opel gefällt das. Ob sie sich im November dann auch trotz der Reservierung für einen Ampera entscheiden werden, bleibt abzuwarten. Eines ist nach dem Tag in Berlin jedoch klar. Opels Nachhaltigkeitsstrategie kommt bei ihnen gut an.