Opel sieht sich trotz Russland auf Kurs

GM legt Quartalszahlen vor

Opel sieht sich trotz Russland auf einem guten Weg.
Opel sieht sich trotz Russland auf einem guten Weg. © dpa

Das schwächelnde Russlandgeschäft bremsen die GM-Tochter Opel auf dem Weg zurück in die Gewinnzone. Doch die Richtung der Rüsselsheimer stimme, wie Opel-Chef Neumann sagte.

Boomendes US-Geschäft, doch Probleme in Europa: Der US-Autoriese General Motors hat zum Jahresauftakt einen Dämpfer erhalten. Der Umsatz sank im ersten Quartal um fast fünf Prozent im Jahresvergleich auf 35,7 Milliarden Dollar (33,2 Milliarden Euro), wie GM am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn stieg zwar von 0,1 auf 0,9 Milliarden Dollar. Allerdings hatte das Rückruf-Debakel wegen defekter Zündschlösser im Vorjahr ein großes Loch in die Bilanz gerissen, so dass die Zahlen schwer vergleichbar sind.

Während der Absatz der Opel-Mutter im Heimatmarkt und in China brummt, schwächeln die Geschäfte in Europa und in Südamerika. Vor allem der Rückzug aus Russland kostete GM viel Geld. Konzernchefin Mary Barra zeigte sich trotzdem zufrieden und bezeichnete die Ergebnisse als solides Fundament für das Erreichen der Jahresziele. Anleger waren weniger angetan - die Aktie fiel vorbörslich um mehr als drei Prozent. Analysten hatten bessere Zahlen erwartet.

Verluste reduziert

Auf dem Weg aus der Verlustzone hat der Einbruch des russischen Marktes und der erfolgte Rückzug den Autobauer Opel auf dem Weg aus der Verlustzone gebremst. Im Auftaktquartal 2015 sanken die operativen Verluste im Europageschäft zwar von rund 284 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf 239 Millionen US-Dollar (223 Millionen Euro). Doch ohne den Absatzeinbruch und den ungünstigen Rubelkurs hätte das Sanierungsprogramm deutlich größere Wirkung erzielen können.

Denn das Werk in Bochum ist inzwischen geschlossen - im Auftaktquartal 2014 waren für das Aus der Autofertigung im Ruhrgebiet noch Restrukturierungskosten von 200 Millionen Dollar angefallen. Dafür drückt nun das schwache Russlandgeschäft auf das Ergebnis. Diese Belastung fällt allerdings bald weg: Opel hatte im März angekündigt, sich wegen der tiefen Absatzkrise Ende 2015 aus Russland zurückzuziehen. Das beinhaltet nach früheren Angaben die Stilllegung des GM-Fahrzeugwerks in St. Petersburg zur Jahresmitte. Im Auftaktquartal verbuchte dafür GM bereits Sonderkosten von 400 Millionen Dollar. Diese drückten nach Angaben eines Sprechers aber nicht das operative Ergebnis in Europa ins Minus.

Neumann siegt Konzern auf Kurs

Aus Sicht von Opel-Chef Karl-Thomas Neumann unterstreichen die neuesten Geschäftszahlen die Fortschritte des Herstellers. In einem Rundbrief an die Mitarbeiter betonte er: «Wir halten Kurs. Unser Ergebnis ist erneut besser als im Vorjahreszeitraum. Und, das ist ganz wichtig, wir haben zum neunten Mal in Folge unsere internen Quartalsziele übertroffen.»

Mit nahezu 280.000 verkauften Fahrzeugen (plus 3,1 Prozent) im ersten Vierteljahr sei der Marktanteil in Europa auf 5,83 Prozent gestiegen: «Das stimmt uns zuversichtlich», erklärte Neumann. Zumal das angesichts des trägen europäischen Automobilmarkts und dem Absatzeinbruch in Russland keine leichte Aufgabe gewesen sei. Insgesamt sei Opel dem nächsten großen Ziel nähergekommen, schrieb Neumann: «2016 wieder profitabel zu werden.» (dpa)