Opel: Sedran als Zwischenlösung

Stracke-Nachfolge

Opel: Sedran als Zwischenlösung
Opel-Chef Thomas Sedran setzt hohe Ziele. © Opel

Thomas Sedran wird Opel in den kommenden Wochen als Stellvertretender Vorsitzender führen. Nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Karl-Friedrich Stracke wird weiter gesucht.

Thomas Sedran ist als Zwischenlösung zum Mann an der Spitze bei Opel aufgestiegen. Der 47-Jährige wurde in einer außerordentlichen Aufsichtsrats-Sitzung zum Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt und übernimmt die Geschäfte des aus dem Amt geschiedenen Vorstandsvorsitzenden Karl-Friedrich Stracke so lange, bis ein Nachfolger ernannt wird, teilte der angeschlagene Autobauer mit.

Sedram seit 1. April im Opel-Vorstand

Sedran ist seit dem 1. April im Vorstand der GM-Mutter für Geschäftsentwicklung und Unternehmensstrategien zuständig. Diesen Aufgabenbereich soll der Ökonom auch weiter führen.

Stracke war vor einer Woche aus dem Amt ausgeschieden. In dem zuvor von dem Manager vorgelegten Sanierungsplan klaffte eine Finanzierungslücke in dreistelliger Millionenhöhe. Es wird nun erwartet, dass Sedran als derzeit erster Mann härter bei der Sanierung durchgreifen werde.

Opel-Sanierungsplan behält Gültigkeit

Der Opel-Aufsichtsratsvorsitzende und GM-Europe-Präsident Stephen Girsky kündigte Veränderungen an. "Wir arbeiten weiter daran, den von uns skizzierten Unternehmensplan umzusetzen und weiter zu verbessern. Wir werden die Bürokratie verringern und die Kultur unseres Unternehmens verändern."

Der Gesamtbetriebsratschef und Stellvertretende Aufsichtsratschef Wolfgang Schäfer-Klug zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Sitzung und hofft darauf, dass weitere Veränderungen eintreten – zum Wohle des Unternehmens. "Das neue Team um Steve Girsky steht für eine Veränderung, die Opel/Vauxhall dringend braucht: schlankere Management-Strukturen, Transparenz, Berechenbarkeit und Durchsetzungsfähigkeit, um Opel wieder auf Wachstumskurs zu bringen."

Während Stracke in seinem Sanierungsplan nichts von Werksschließungen wissen wollte, wird die Diskussion um den Abbau von Überkapazitäten aber wohl wieder entflammen. Allerdings wurde schon nach dem Rücktritt von Stracke gegenüber der Autogazette gesagt, dass das Konzeot weiter fortgeführt werden würde. Dieses bekräftigt Schäfer-Klug: «Es wird keine Harakiri-Maßnahmen wie Werksschließungen geben. Das ist Blödsinn.» Angesichts der schwierigen Marktlage in Europa horte im Moment jeder Autobauer Cash. Geld werde nur da ausgegeben, wo es unmittelbar helfe. Es sei deshalb zu teuer, Standorte dicht zu machen. (AG/TF/dpa)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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